Eine Kritik von Hana B. (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 31.08.2009, seitdem 565 Mal gelesen
Gurotesuku
Koji Shiraishi
Wer glaubt er habe schon alle Folterfilme gesehen, sollte sich doch
mal diesen Beitrag aus Japan ansehen. Denn abgesehen von diesem
nichtssagendem Trailer wartet auf den Zuschauer ein knapp 75 minütiger
Foltertrip in die japanische Welt des Wahnsinns.
Die Story, falls vorhanden ist auch einfach erzählt. Ein Psyochopath
(sieht aus wie ein Takeshi Kitano in jungen Jahren) entführt ein
Pärchen. Diese sollen ihm zeigen wie sehr sie einander lieben. Wird ihr
peiniger dabei genug befriedigt indem sie genug Überlebenswillen zeigen
lässt er sie frei. Wenn sie sich nicht genug anstrengen, naja, dann
muss der Herr chirurgische Eingriffe vornehmen.
Es wird weder ein geheimnis um den Killer gemacht, noch wird die
Geschichte besonders spannend erzählt. Es gibt keine Flucht vor dem
Killer. Es geht sofort los. Dabei kann man den Film anfänglich leicht
mit einem BDSM Porno aus Japan verwechseln. Hier gibt es nämlich einen
erzwungenen Squirt und einen obligatorischen Cumshot.
Regisseur Koji Shiraishi geht aufs ganze, das zu zeigen was sich
nichtmals Guinea Pig oder andere bekannte Titel aus dem Genre getraut
haben. Was ihm gelingt. Spielen zwar nur Drei Darsteller im Film mit
hat man sich zumindest auf die Splattereffekte konzentriert. Und die
haben es in sich. Ob abgesägte Hände oder ein abgeschnittener Penis.
Das gabs alles in Hostel, nur in Grotesque viel extremer. Selbst ich
musste bei so einigen Szenen ziemlich staunen. Wären da doch aber nur
nicht diese lächerlichen Splattergeräusche. Dies ist nur ein Punkt der
dem Film die Glaubwürdigkeit nimmt.
Wäre ein normaler Mensch vor schmerz längst gestorben oder ins Koma
gefallen, machen unsere beiden Hauptdarsteller noch späßchen
miteinander im Krankenbett. Nachdem der eine entmannt wurde und die
andere um ihre Nippel beraubt wurde. Ich will nicht zu viel verraten,
das sind nicht die einzigen Dinge die ihnen fehlen. Ja, leider legte
man darauf keinen besonderen wert.
Gespielt wird das ganze von den Schauspielern typisch japanisch. Das
Pärchen spricht sich nämlich grundsätzlich mit Sie an. Zumal eigentlich
sind sie ja noch kein Pärchen, daher auch das Sie. Die solide
Darstellung die die Drei abliefern ist weit entfernt von meisterlich
(ich bin mir sogar sicher das auch Drei Darsteller aus einem
japanischen adult movie die Rolle hätten spielen können), aber dennoch
keine Katastrophe sind und besonders der namenlose Killer hier einen
verstörrenden Eindruck hinterlässt.
Vielleicht werden viele genau dann ausschalten, aber das Ende des
Films übertrifft dann alles. Dieser wirklich ernste Film beweist
nämlich genau dann das man diesen vielleicht etwas humorvoller nehmen
sollte als er eigentlich ist. Ein netter Einfall, so viel ist sicher.
Ob es jedem gefällt bezweifele ich.
Fazit:
Mit Grotesque wird das Genre nicht neu erfunden. Abartig wie aber
auch unterhaltsam ist der Japanische Beitrag zum Folterfilm aber
aufjedenfall. Ob der Film jemals in Deutschland erscheinen wird ist
fraglich. Deutsch synchronisiert ist er und erschien unter dem Titel
“Grotesque Unrated” (ob es eine geschnittene Version irgendwo gibt weiß
ich nicht). Der Vertrieb wird wohl über Österreich laufen. In
Deutschland wäre dieser Film ein §131 Kandidat.
Wie bereits gesagt, kein Meisterwerk der Horrorkunst, aber
unterhaltsam. Ein Film der noch viel mehr könnte wenn er glaubhafter
wäre und nicht diese albernen Geräusche zu hören wären. Von mir gibts 7 von 10 Punkte.