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Breakdown (1997)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 02.01.2006, seitdem 512 Mal gelesen


Der Highway ist ein beliebter Schauplatz für Paranoiafilme, weshalb alle Jahre wieder ein Film dieser Sorte herauskommt wie z.B. „Duell“, „Hitcher“, „Joyride“ oder eben „Breakdown“.
Das Ehepaar Jeff (Kurt Russell) und Amy Taylor (Kathleen Quinlan) hat allerdings erstmal eine andere Metapher vom Highway im Sinn – die Straße als Symbol für Freiheit und Neuanfang. Die beiden haben nämlich ihre Jobs gekündigt und sind im nagelneuen Auto unterwegs zu neuen Ufern. Dabei erfährt man nebenher schon einige Informationen, die später wichtig werden, und die hier wirklich geschickt eingestreut werden.
Doch dann durchkreuzt eine scheinbar kleine Panne diese Pläne: Das Auto der beiden hat eine Fehlfunktion in der Elektronik. Die beiden schaffen es den LKW-Fahrer Warren 'Red' Barr (J.T. Walsh) anzuhalten, der anbietet sie zum nächsten Imbiss zu fahren. Jeff will jedoch beim Wagen bleiben, während Amy mit Red fährt. Wieder so eine Situation, die geschickt mit der Angst vorm Fremden spielt, zu einem Unbekannten ins Auto zu steigen (quasi der Gegenentwurf zur Angst vor Anhaltern in „Hitcher“).

Jeff kann die Panne kurz darauf selbst beheben und fährt zum Imbiss, doch hat keiner seine Frau gesehen. Der verzweifelte Ehemann macht sich auf die Suche nach Amy, denn für ihn ist klar, dass Amy entführt wurde, auch wenn er es nicht beweisen kann…
„Breakdown“ ist ein kurzer wie kurzweiliger Spannungsfilm, der mehr durch hohes Tempo als durch eine ausgeklügelte Prämisse überzeugt. Bereits zur Halbzeitmarke kennt man bereits die wahren Motive der Entführer und insgesamt ist die Konstruktion relativ simpel – was kein großer Kritikpunkt ist, denn das Ganze als groß geplante Verschwörung anzulegen, wäre unglaubwürdig gewesen. Jedoch fehlen dem Plot so ein wenig die Überraschungen, von ein paar Ausnahmen mal abgesehen (z.B. das Geheimnis des geistig Zurückgebliebenen).
So liegt es eher an der Umsetzung des vergleichsweise einfachen Plots, dass „Breakdown“ trotzdem über die gesamte Länge hinweg spannend ist. Bei vielen Charakteren kann man anhand ihrer Art gar nicht sagen, ob sie einfach nur unfreundlich sind oder vielleicht tatsächlich mit den Entführern unter einer Decke stecken. Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Mostow bebildert den Alptraum einen geliebten Menschen in Gefahr zu wissen sehr stimmig, sodass die Angst spürbar wird, z.B. als Jeff Red stellen kann, einen Polizisten anhält, Red aber direkt behauptet Jeff noch nie gesehen zu haben – und Jeff hat keinerlei Beweise dafür, dass Red lügt.

So entwickelt sich die Geschichte geradlinig, Jeff ist Spielball der Entführer bis er dann final zum Gegenschlag ausholt. Gegen Ende setzt Mostows Film dann auf Action, die nicht ganz zum eher bodenständigen Restfilm passt, aber dafür immerhin ziemlich spektakulär inszeniert wurde. Da verfolgt man sich mit drei Autos und einem LKW über den Highway, es gibt einigen Blechschaden sowie spektakuläre Stunts, ehe dann alle Fronten geklärt sind. Glücklicherweise kommt der Showdown dann trotz aller Schauwerte nicht zu unrealistisch rüber; man glaubt, dass Jeff mit Kraft der Verzweifelung handelt und kein Übermensch ist.
Kurt Russell verkörpert den Ehemann in Not dann auch sehr intensiv, einen Jedermann, dem eine der schlimmsten Sachen passiert, die er sich vorstellen kann, und der aus Verzweiflung handelt. J.T. Walsh ist undurchschaubarer Trucker ist ebenso gut und auch die Nebendarsteller machen tolle Arbeit: Man kann bei den meisten nie so genau sagen, ob es sich einfach nur um schräge Vögel oder Reds Komplizen handelt.

„Breakdown“ ist ein kleiner, feiner Thriller, dessen Plot zwar wenig komplex ist, der aber durch hohes Tempo und hervorragende Umsetzung spannend wird. Etwas schade nur, dass die Motive der Entführer schon recht früh aufgedeckt werden.


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