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Siebte Zeichen, Das (1988)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 20.04.2002, seitdem 1177 Mal gelesen


Ein Jahr nach „Fürsten der Dunkelheit“ schickte Carl Schultz „Das siebte Zeichen“ ins Rennen. Mit ähnlicher Thematik könnte man ihn glatt für einen Klon halten. Doch geht dieser Film seine eigenen Wege. Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen Meister Carpenter hätte hier teilweise selber Hand angelegt. Auch wenn es keine einzige zitierte Bibelstille wirklich gibt, erwartet den Zuschauer hier ein spannender, atmosphärischer Mysterythriller.

Wieder wird das Thema Weltuntergang behandelt. An Stränden werden tote Fische angeschwemmt, ein Dorf in der Wüste wird von Eis begraben, ein Fluss führt plötzlich Blut statt Wasser und extrem große Hagelkörner prasseln vom Himmel. Wenn dann noch der Mond blutrot scheint darf man sich auf gruselige 90 Minuten freuen.

Im Mittelpunkt des Films steht die hochschwangere Abby, die kurz vor der Geburt ihres Kindes steht und nervlich leicht angefressen ist. Als dann ein mysteriöser Untermieter bei ihr und ihrem Mann einzieht beginnt das totale Grauen für sie. David ist ein Botes Gottes (Identität ist sehr faszinierend), der den Untergang der Erde vorbereitet. Als Abby bei ihm Schriftstücke findet, die sie übersetzen lässt ahnt sie, was auf er Erde vorgeht und versucht krampfhaft das Unheil zu verhindern.

Interessant ist der Ansatz des Films, die Menschen selbst die Apocalypse vorbereiten zu lassen. So wird der Fluss zum Beispiel durch ein Massaker blutrot. Hinzu kommen noch ein paar nette Spielereien mit historischen und verfluchten Personen. Einer davon könnte bei dem möglichen Weltuntergang endlich sterben. So wird erst nach und nach klar, warum der Priester anfangs die Phänomene so vor den Kirchenoberhäuptern runterspielt. Gefallen findet auch der Seitenhieb auf die Kirche in Person eines weiteren Priesters, der den Zeichen keinen Glauben schenken möchte und den fragenden Bücherwurm abblitzen lässt.

Als Abby nun entdeckt, dass 5 der 7 Zeichen bereits erschienen sind ist Eile geboten. Ein unschuldiger Märtyrer und ein seelenlos geborenes Baby sind die letzten Boten der Apokalypse. So beginnt eine spannend Jagd, in der man nun versucht die letzten Zeichen zu verhindern. Allgegenwärtig ist hierbei die gedrückte und pessimistische Stimmung des Films, bei der man an ein Happy End gar nicht mehr glauben möchte.

Einen Bärenanteil trägt Jürgen Prochnow dazu bei, den man schon lange nicht mehr so gut gesehen hat. Als kühler und berechnender Gottesbote hat der Mann eine eisige Aura, wie man sie von einem Vorboten der Apokalypse erwartet. Allein sein erster Auftritt am Strand *applaudier*..
Demi Moore präsentiert sich als schwangere Abby in diesem Film sehr gern nackig. Um gleich so in das Thema Weltuntergang einzusteigen müsste man trotz Schwangerschaft schon sehr labil sein. Etwas viel Overacting. Ein vergnügen ebenfalls mal wieder Michael Biehn der nun in nur wenigen Jahren gegen Terminator, Aliens und nun sogar gegen den Weltuntergang antritt. Der sonstige Macho spielt hier aber besonders zum Ende hin den überzeugenden, nicht alles glauben wollenden Ehemann.

Carl Schultz packt den Film in eine düstere Optik, die unter anderem stark an Carpenter Stil erinnert. Das Unheil ist allgegenwärtig, offenbart sich aber ganz selten. Man fühlt das Ende und die Bedrohung, bekommt zum Beispiel durch den Tod des Vogels immer weitere Nahrung für den bösen Verdacht, bekommt ihn aber nie wirklich zu fassen. Da schneit und blitzt es, Fenster und Türen schlagen auf und David steht wie Gevatter Tod höchstpersönlich im Regen. Die Bilder sagen alles, wo für also überflüssige Gewalt?
Auch wenn es den einen oder anderen Toten gibt, wird der Film nie brutal oder blutig. Das Grauen spielt sich mal wieder Im Kopf ab oder spielt dem Zuschauer mit realen Bildern etwas vor. Das der Film dann nicht zu einem Happy End findet und der Mensch die Welt rettet, der als einzige die Katastrophe sieht ist tragisch wie passend.

Fazit:
Atmosphärischer, religiöser Mysterythriller mit tollen Bildern und hervorragenden Schauspielern. Wer Carpenters „Prince of Darkness“ kennt sollte hier unbedingt mal einen Blick riskieren. Nicht ganz so gut, aber ganz nah dran. Mal eine andere Art von Kritik zum Thema „Menschen zerstören ihre Umwelt“, die aber nicht im Vordergrund steht. Hier ist das Unheil allgegenwärtig und lässt dies den Zuschauer auch spüren. Unterschätztes Kleinod!


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