|
 |

Ansicht eines Reviews
Octalus - Der Tod aus der Tiefe (1998)
Eine Kritik von Black_Revy (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 30.09.2011, seitdem 195 Mal gelesen
Kleine Spoilerwarnung!
Boah ist dieser Film schlecht, das ist wirklich nicht zu fassen. Und das meine ich wirklich auch so wie ich es sage : Der Film ist schlecht, der Film ist super mega schlecht. Aber was kann einen schlechten Film, gut aussehen lassen? Genau, das Schlechte persönlich! Und der agiert hier wirklich tadellos. Octalus ist einer dieser Filme die so schlecht sind, so dumm sind, so klischeehaft sind, so schlechte Schauspieler hat, so schlechte Effekte hat und so viel dumme Dialoge hat, dass dieser Film schon wieder witzig ist und dadurch zu einer herrlichen Trash-Packung wird, die von Anfang an herrlich absurd unterhält. Ich weiß nicht, wieso das bei den meisten anderen "Wasser-Horrorfilmen" nie funktioniert, denn mit Ausnahme von "Der weiße Hai" und "Deep Blue Sea" gibt es eigentlich keine richtig guten Wassertierhorrorfilme. Octalus ist in dieser Hinsicht irgendwie was Besonderes. Der Film lässt gleich sämtliche Logik an Land und hält sich von Anfang an nur auf dem Wasser auf. Ein Bootsmann, mit seinem verrückten Mechaniker und seiner asiatischen Freundin, soll irgendwelche bösen Buben von A nach B bringen. Natürlich sind die bösen Buben wirklich böse und wollen natürlich etwas gaaaanz Böses machen und unser Intelligenzbolzen von einem Hauptcharakter kommt natürlich auch irgendwann drauf. Leider viel zu spät. Die Typen sehen allesamt schon beim ersten Anblick korrupt aus, es hat eigentlich nur noch gefehlt, dass jeder "böser Mann" auf der Stirn geschrieben hat. Irgendwann landen sie dann auf einem Kreuzschiff, dass aber menschenleer ist. So scheint es zumindest. Aber die bösen Buben tangiert das nicht und wollen schließlich doch noch zum Tresor und dann kommt auch bald schon, so nach ca. 50 Minuten, der Oktopus, Verzeihung Octalus, vorbei und darf ein paar Leute verspeisen. Und wer stirbt bei solchen Filmen immer als einer der Ersten? Richtig, die Schwarzen. Aber hier ist es noch weitaus schlimmer. Asiaten, Schwarze und Südamerikaner, sie Alle sterben als Erstes, so dass am Ende nur noch "natürliche Amerikaner" übrig sind und die rennen weiterhin vor dem Oktopus weg und das ist Alles so unglaublich schlecht, dass ich dem Regisseur einfach pure Absicht unterstelle. Es ist einfach ein purer Trash-Genuss mit anzusehen, wie dieser Film ein Klischee nach dem anderen bedient. Noch ein Beispiel gefällig? Hinter einem Mann taucht ein Tentakel auf, die Anderen (4 oder 5 Personen?), schwer bewaffneten Deppen, schauen nur schockiert hin, während unser "angehendes Opfer" Blut und Wasser schwitzt gucken die Anderen immer noch nur schockiert hin. Sie gucken und gucken und gucken. Wozu auch Munition verschwenden? Unendliche Cheater-Munition ist eben kostbar und sollte man sich einteilen! Und so geht es die ganze Zeit in diesem Film. Die Dinge passieren einfach so ohne dabei an irgendeine Logik zu denken. Der Krake kommt an die Oberfläche? Wie war das nochmal mit den Druckverhältnissen? Und wurde nicht gesagt, dass der Krake mit seinen Tentakeln frisst? Wieso hat er dann doch noch einen Kopf, ein Maul und (aufgepasst!) Augen? Wieso versucht der Film krampfhaft einen Filmbösewicht noch mit einzubringen, der eigentlich überhaupt nicht relevant für irgendwelche Ereignisse ist. Wieso endet der Film mit einem Cliffhanger, der nie den Weg zu einer Fortsetzung gefunden hat? Wieso überleben hier die totalen Schwächlinge, aber die starken Muskelpakete nicht und wieso verlieben sich in solchen Filmen zwei Personen immer so schnell? Ganz ehrlich? Ich pfeife auf die ganzen Antworten, denn genau durch diese ganzen abstrusen Ereignisse ist der Film einer der unterhaltsamsten Horrorfilme, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Ich glaube dem Regisseur nicht, dass er das Alles wirklich ernst gemeint hat, sondern bewusst einen Trashfilm gedreht hat, der kein einziges Klischee aus dem Horrormilieu aus lässt.
Octalus zu empfehlen ist eigentlich schon eine Beleidigung. Trotzdem sind Trashfans hier klar in ihrem Territorium und darf deshalb auf keinem Fall verpasst werden. Allerdings sollte man einen riesen Abstand von der deutschen Synchro nehmen. Wie kommt man bloß von "I've never seen this before" auf "Also in Octopussy war der kleiner!"????? Deswegen geht meine Empfehlung zusätzlich noch an alle Originaltongucker. Also, wenn man mal wieder Lust auf Trash, schlechte Effekte und grottenschlechte Schauspieler (unfassbar wie sich Djimon Hounsou entwickelt hat) hat und der englischen Sprache mächtig ist, wird hier für mehr als 100 Minuten köstlich unterhalten.
Fazit : Einer der besten "schlechten Filme", die ich seit einiger Zeit gesehen habe. Auch wenn Octalus objektiv betrachtet ein filmisches Desaster ist, so muss ich ganz klar sagen : Er macht Alles richtig. Und besser als "The Beast" und sämtliche anderen Oktopusfilme ist der hier allemal. Ich fand den Film sogar wesentlich witziger als "Piranha 3D".
7/10
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von Black_Revy
Zurück
 |
 |
|