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Hundesöhne [Kurzfilm] (2009)

Eine Kritik von filmimperator (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 25.04.2009, seitdem 1166 Mal gelesen


Alkoholismus, häusliche Gewalt, Armut, Vernachlässigung der elterlichen Fürsorgepflicht und Behinderung sind ernste soziale Probleme, die leider auch in Deutschland häufiger vorkommen, als man denkt. Mit Regelmäßigkeit geistern Fälle durch die Medien, bei denen das Jugendamt schließlich als der Schuldige ausfindig gemacht werden konnte oder die Nachbarn, die im „sozialen Brennpunkt" Plattenbau „nichts mitbekommen" haben und in Gleichgültigkeit nebenher leben. Die Absolventin der Bauhaus-Universität Weimar Lena Liberta, die sich bei Hundesöhne für Regie, Drehbuch, Produktion und Schnitt verantwortlich zeichnet, wohnte als Kind selbst im Plattenbau in Erfurt, allerdings behütet, und recherchierte sehr intensiv bei Polizei, bei entsprechenden Familien und beim Jugendamt für ihren Film.

Was man an ihrem zweifellos ambitionierten Projekt, welches sich auch wagt ebenjene Probleme aufzugreifen und zu thematisieren, kritisieren kann, ist jedoch die platte Herangehensweise. Ihr Film ist beinahe schon so klischeehaft mit dem Aufgreifen aller eingangs erwähnten Probleme überladen, dass sich Hundesöhne stets auf sehr schmalem Grat zwischen trivialem Betroffenheitskino und intensivem Sozialdrama bewegt, ohne traumwandlerisch sicher auf ihm balancieren zu können. Natürlich wünscht sich der an den Rollstuhl gefesselte Junge einen Hund, dessen Anschaffung ihn seine Mutter verwehrt. Und wenn man dann auch noch zu hören bekommt, wie die Mutter von ihren Choleriker-Freund geschlagen wird, während sein größerer Bruder, der ansonsten allein den Haushalt schmeißen muss, ihm im Nebenraum eine Geschichte vorliest, sollte bei sensiblen oder emotional leicht zu beeindruckenden Zuschauern ob aller Trostlosigkeit und Empathie schon die erste Träne kullern.

Vor allem den wenigen humoristischen Einlagen (Highlight: missratener Kuchen) sowie den sympathischen Kinderdarstellern (insbesonders Cedrik Stadelmann hinterlässt schauspielerisch einen bleibenden Eindruck), die schließlich den Ausbruch wagen und von Polizisten aufgegriffen werden, ist es dabei zu verdanken, dass Hundesöhne trotz aller Vorhersehbarkeit nicht untergeht. An der soliden Regie und dem fähigen Stab (Musik, Kamera und Darsteller sind auf hohem Niveau) gibt es rein technisch auch nicht viel auszusetzen, weswegen man Hundesöhne trotz aller prätentiösen Schwere ohne Bedenken und schlechtem Gewissen zumindest im Kurzfilm-Mittelmaß einordnen kann.


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