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Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire (2009)
Eine Kritik von bigimot66 (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 21.02.2010, seitdem 980 Mal gelesen
Da sich die für Hollywood so lukrative Harry-Potter-Franchise langsam aber sicher ihrem Ende nähert, sieht man förmlich die Studioverantwortlichen des nachts mit Schaufel und Taschenlampe bewaffnet über die nebligen Felder der Jugendlitereratur stolpern.
Ständig auf der Suche nach dem nächsten grossen Ding, ständig bestenfalls im filmischen Mittelmaß endend....Â
Es ist leider wirklich so, der Potter-Nachfolger wird und wird nicht gefunden. Sei es der Versuch Philip Pullmans "Dark Materials-Reihe" in Form des Streifens "Der goldene Kompass" oder die Verfilmung der Lemony Snicket-Bücher zu einer ähnlich erfolgreichen Reihe machen zu wollen. Es will und will einfach nicht funktionieren, der Rubel will nicht rollen!Â
Unter diesen Vorzeichen ist wohl auch ein Verantwortlicher der Universal Studios irgendwie an ein Buch der "Mitternachtszirkus-Reihe" von Darren Shan geraten.
Der findige Geist kam in Anbetracht der momentan erfolgreichen Teenie-Horror-Erfolge à la "Twilight" auf den Trichter, jetzt endlich den heiligen Gral der zum Zaster führt, gefunden zu haben.
Shan`s Stories sind genauso oberflächlich, blutarm und kinderfreundlich wie die von Stephenie Meyer und die Kids mögen sie. Was also spricht dagegen daraus die neue Erfolgs-Franchise für alle zu machen, die gerade mal knapp dem Hosenscheisser-Alter entwachsen sind?Â
Eigentlich zuerst mal rein gar nichts! Universal kann schliesslich sein Geld ausgeben wofür sie wollen. Mit etwas Sorgfalt, Können und Glück kann der grosse Wurf ja sogar gelingen...Â
Darren und Steve sind beste Freunde. Eines Nachts besuchen sie zusammen eine Freak-Show und Steve meint in Larten Crepsley (John C. Reilly) einen Vampir zu erkennen. Daraufhin Steve bittet Crepsley ihn zu einem Vampir zu machen, was dieser aber ablehnt. Währenddessen stiehlt Darren Crepsley`s giftige Spinne.Â
Am nächsten Tag in der Schule macht sich die gestohlene Spinne selbstständig und beisst Steve. Um Steve`s Tod zu verhindern bittet Darren den Vampir um ein Gegengift. Crepsley willigt ein, fordert aber einen hohen Preis. Darren soll fortan sein halbvampirischer Assistent sein und muss dazu seine Familie und die Welt der Lebenden verlassen.
Nachdem Darren auf Crepsley`s Angebot einging, wird Steve gerettet. Darren wird zum Assistenten des Vampirs, stirbt und schliesst sich dem Mitternachtszirkus und seinen Freaks an. In seinem neuen Leben erwartet Darren natürlich eine zarte Liebe zum Affen-Mädchen, die Erkenntnis, dass es verschiedene Arten von Vampiren gibt und er zu grossem berufen ist.Â
Also wenn sich das nicht sehr zahm anhört, was dann? Â
Regisseur Paul Weitz hat hier einen Film für ein vorwiegend sehr junges Publikum, schätze mal bis zu maximal 14 Jahren, abgeliefert.
Das merkt man neben der kurz umrissenen Handlung vor allem auch an den wenigen sehr zahmen Action-Szenen und dem nicht vorhandenen Horror- oder Gewalt-Faktor, den man vielleicht im Zusammenhang mit Vampiren erwarten könnte. Ebenfalls verzichten muss man hier auf die dem eigentlichen Vampir-Thema entsprechende unterschwellige Erotik.Â
Was vom "Mitternachtszirkus" übrig bleibt ist ein ziemlich vorhersehbarer Kinderfilm, der auf Grund seiner Machart nirgends aneckt und deswegen für erwachsene Zuschauer gerade mal irgendwie erträglich ist.Â
Die zitierte Story könnte jetzt noch durch technische Mätzchen, eine gute Regie und vielleicht gute Darsteller etwas aufgewertet werden, was auch teilweise gelingt....Â
Die technische Umsetzung ist größtenteils als solide bis gut zu bezeichnen. Einige der CGI-Effekte, wie z.B. die Spinne, sind aber ziemlich schwach geraten.Â
In Sachen Cast gibt es sogar ein paar Überraschungen. Damit meine ich vor allem John C. Reilly der den Crepsley spielt. Ihm merkt man trotz seiner ziemlich dämlichen Frisur den Spaß an der Rolle wirklich an.
Reilly ist einer dieser Akteure, die man schon in unzähligen Filmen in irgendwelchen Nebenrollen gesehen hat. Markantes Gesicht, immer solide, aber eben auch immer in der zweiten oder gar dritten Reihe agierend. Das dem Mann eine solche Rolle Spaß macht kann ich echt verstehen.Â
Neben dem eher unbekannten Reilly und den beiden jugendlichen Pappnasen, die Darren und Steve darstellen sollen stehen allerdings noch zwei echte Hochkaräter im Aufgebot, nämlich Willem Dafoe und Salma Hayek. Â
Beide haben kleine Rollen, die den Film in keinster Weise weiterbringen. Im Falle von Hayek weckt ihr Zirkus-Auftritt aber etwas Erinnerungen an "From Dusk `Till Dawn". Nichts weltbewegendes also, eben zwei bekannte Namen, mit denen man gut werben kann...Â
Der Regisseur, Paul Weitz, hat hier zwar kein Meisterwerk abgeliefert, trotzdem kam ein technisch ordentlicher, durchaus unterhaltsamer Streifen für das kindlich/jugendliche Zielpublikum zustande. Â
Um jetzt und hier den Bogen zurück zu meiner Einleitung zu kriegen stellt sich natürlich die Frage nach dem großen Wurf in Sachen Potter-Erbe nicht mehr. Das Ende von "Mitternachtszirkus" ist zwar offen, die bisherigen Einspielergebnisse lassen aber nicht vermuten, dass die Story noch fortgesetzt werden wird. Â
Fazit: Dass die geburtenstarken Jahrgänge der Vergangenheit angehören und sich bereits im "gehobenen" Alter befinden haben die Verantwortlichen der Universal Studions wohl beim Geldzählen vergessen, sonst wäre dieser Streifen wohl kaum von ihnen finanziert worden. Trotzdem bietet er seiner Zielgruppe insgesamt ganz nette Unterhaltung. Erwachsene Zuschauer dürften hier aber kaum auf ihre Kosten kommen.
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