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Tür, Die (2009)

Eine Kritik von A RetroKinski (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 19.02.2011, seitdem 478 Mal gelesen


Ein überraschend guter Film mit einem genialen Mads Mikkelsen in der Hauptrolle. Gibt es eine nachhaltige Tradition deutscher Mystery- oder Fantasy Filme ? Ich denke nicht wirklich. "Die Tür" hat es meines Erachtens auf Anhieb in die Top Liga dieses Genres deutscher Filme geschafft.

Für meine sehr gute Bewertung ist sicherlich sehr ausschlaggebend - und dass kann ich auch jedem potentiellen Seher noch empfehlen - dass ich mich vorher weder durch Trailer oder lange Kritiken gewühlt habe und mich damit der tatsächliche Ablauf des Films ziemlich mitgerissen hat. Ich erwartete nur ein gutes Drama, bekam aber eine Mystery-, Fantasy- und auch Science Fiction Story vom Feinsten.

Hier soll aus diesem Grunde auch nicht viel verraten werden. Der Film beginnt mit einem menschlichen Drama (Parallelen zu "Antichrist" werden sichtbar) und wird dann durch mehrere überraschende Wendungen zum 1A Science-Fiction Thriller mit sehr gutem Tiefgang. Das ganze wird allerdings ohne Effektwirrwar oder übersteigert übersinnliches dargestellt, sondern budgetschonend und einfachen schauspielerischen Basics mitreisend gestaltet. Hier wird die extreme Spannung durch die Story und die Schauspieler getragen.

Der Film stellt im Laufe seiner Handlung Fragen des menschlichen Seins bis in die äussersten existenziellen und auch philosophischen Bereiche wie

"was ist Identität"
"was ist Sein"
 "was ist Realität"
 "gibt es Parallelwelten"
"sind Zeitreisen möglich"

und vor allem was passiert dann möglicherweise im Kontext der dann auftretenden diversen Paradoxien ? In seiner Spannung und Dramatik hat mich das generelle setup stark an den Film "Die Dämonischen" von 1955 erinnert sowie seine diversen Fortsetzungen unter dem Label "Body Snatchers".

Mads Mikkelsen macht seine Sache schauspielerisch oskarreif, seine Mimik ist grenzenlos ausdruckstark und er ist immer im Kleinen wie im Grossen auch physisch präsent. Jessica Schwarz folgt ihm allerdings auch ganz dicht durch sehr intensives über vor allem authentisches Auftreten. Die sehr geschätze Heike Makatsch hat nur eine Nebenrolle in der sie allerdings auch nicht begeistern kann.

Auch wenn diverse logische Schwächen - die sich aber bei der Komplexität des Themas nicht vermeiden lassen, - eine absolute Höchstnote verhindern, ist das Ende des Films auch "over-the-top" und zurück bleibt, einen der besten (deutschen) Filme dieser absolut sehenswerten Genre-Melange gesehen zu haben ! Absolute Empfehlung (9/10 Punkten) !


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