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Spiel mir das Lied vom Tod (1968)
Eine Kritik von anno nym (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 15.03.2002, seitdem 485 Mal gelesen
Drei Männer in drei langen Mänteln stehen an einem alten, heruntergekommen Bahnhof mitten in der Wüste. Sie warten. Sie warten lange. Einzig und allein das monotone Quietschen eines Windrades unterbricht die Stille. Nach langer Zeit kommt ein Zug herbeigefahren und die drei Männer gehen langsam an die Schiene, wo sie sich nebeneinander aufstellen. Kein Wort wird gesprochen, jeder weiß, was er zu tun hat. Quietschend hält die Eisenbahn, doch außer einem Postpaket verlässt nichts die Waggons. Nach einiger Zeit setzt sich die Bahn wieder in Bewegung und fährt weg. Auch die drei Männer drehen sich um und gehen enttäuscht zurück zu ihren Pferden. Die Stille der weiten Wüste tritt wieder ein. Doch da durchbricht sie das klagende Lied einer Mundharmonika, die ein Mann, der auf der anderen Seite des Zuges ausgestiegen ist, spielt. Überraschen drehen sich die drei Männer um. "Wo ist Frank?" fragt der Mundharmonikamann. "Frank hatte leider keine Zeit zu kommen." Der Mann mit der Munharmonika fragt weiter: "Habt ihr ein Pferd für mich?" Einer der drei Männer sieht sich grinsend um und erwiedert dann "Wenn ich mich hier so umsehe, sind nur drei Pferde da. Sollte ich tatsächlich eins vergessen haben?" Mundharmonika schüttelt langsam den Kopf "Ihr habt zwei zuviel."
Diese Szene ist die Einleitung von "Spiel mir das Lied vom Tod" und dauert 15 Minuten. Die ganzen 15 Minuten läuft dabei der Vorspann, und 10 davon sieht man den drei Männern beim Warten zu. Ist das nicht langweilig? Nein, ist es nicht! Es ist eine perfekte Einleitung zu dem meiner Meinung nach genialsten und besten Film aller Zeiten. Das Mundharmoikalied vergisst man nicht wieder, genauso wie den Rest der Filmmusik von Ennio Morricone (nicht umsonst nennt man den Film auch eine "Westernoper"). Auch der Mundharmonikamann, Charles Bronson, bleibt im Gedächtnis hängen, genauso wie der Rest der Schauspieler. Um es kurz zu machen: Der Film vereint perfekte Schauspieler, eine perfekte Regie, eine perfekte Story, einen perfekten Schnitt und eine perfekte Filmmusik in sich, und genau das macht ihn zu einen der besten Filme überhaupt. Den einzigen Kritikpunkt, den man anbringen könnte, wär seine stattliche Länge und die langgezogenen Szenen. Aber genau davon lebt der Film, und er ist auch an keinem Punkt langweilig.
Also, immer wieder ansehen, immer wieder genießen.
10/10 (11 punkte gabs leider nicht)
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