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Spiel mir das Lied vom Tod (1968)
Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 06.04.2003, seitdem 958 Mal gelesen
Was Sergio Leone einst mit "C'era una volta il West" in die Welt setzte, ist heute unumstritten ein Klassiker der Filmgeschichte und gleichzeitig Referenzwerk des gesamten Westerngenres. "Spiel mir das Lied vom Tod" bildete den Höhepunkt des Westerns und kann bedenkenlos als Sammelwerk der bedeutsamsten Elemente seiner Gattung bezeichnet werden.
Die Geschichte, vom zunächst mysteriösen Revolverhelden, von klassischen Fieslingen, doch auch von dem Schicksal einer bezaubernden Frau eingehend erzählend, ist sicherlich nicht die grandioseste der Filmhistorie, aber vielleicht die stärkste von ihrer visuellen Kraft getragene. Der Erzählfluss ist zäh, die Frequenz kohärenter Dialoge so karg wie die Wüste, in der die Szenerie spielt, die Bilder aber - die sind meisterhaft. Selten lebte ein Film von solch einer intensiven Bildsprache wie dieses Werk. Sie wird zum Erzähler; entsprechend reizt Leone die Szenen bis ins scheinbar Unendliche aus. Bereits mit dem Beginn zelebriert er beinahe 15 Minuten lang, wie auf einem verkehrsruhigen Bahnhof drei Banditen auf den Zug warten, ehe sie Bekanntschaft mit einem Fremden machen.
Während der Spielzeit von über zweieinhalb Stunden postiert Leone die Kamera immer wieder in interessanten Blickwinkeln und lässt sie mit Vorliebe auf die Gesichter der Protagonisten fahren, bis einzig und allein nur noch eine Augenpartie das Bild ausfüllt. Kombiniert mit Ennio Morricones schauderhaft großartiger musikalischer Untermalung, die im Wesentlichen drei charakteristische Themen immer wiederkehren lässt, entstehen legendäre Szenen mit Darstellern, die schlicht und ergreifend hochkarätig ihre Rollen mimen.
"Spiel mir das Lied vom Tod" ist einer der größten Filme Sergio Leones. Nur der ebenfalls der Amerika-Trilogie angehörende "Es war einmal in Amerika" ist wohl noch größer. "Todesmelodie", das zweite Werk der Trilogie, spielt qualitativ jedenfalls nicht in dieser Liga. Der Thron im Westerngenre, das ich zugegebenermaßen nicht übermäßig liebe, gebührt nur einem - keine Frage "Once Upon a Time in the West".
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