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Ich spuck auf dein Grab (1978)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 30.08.2004, seitdem 1215 Mal gelesen


Eine junge Schriftstellerin aus New York macht Ferien im Grünen, wo sie sich ein entlegenes Haus an einem See angemietet hat. Dort angekommen, trifft sie auf vier Männer, deren gelangweiltes Kleinkaffleben just durch die attraktive Blondine durcheinander gerät. Jennifer hält die drei und ihren trotteligen Kumpel erst für halbstarke Nervensägen, wenn die sie am See mit dem Motorboot zu beeindrucken versuchen. Doch als die sich in ihrem Testosteronwahn die Köpfe heiß geredet haben, lauern sie Jennifer auf und vergewaltigen sie. "Ich Spuck Auf Dein Grab" belässt es nicht bei diesem einen Mißbrauch, sondern setzt noch einiges drauf, bis auch der letzte Zuschauer angeekelt ist von der obszönen Brutalität. Als sie sich wieder scheinbar gefangen hat, übt sie blutige Rache an den Verwaltigern. Die Schriftstellerin wird eindrucksvoll von Camille Keaton als gepeinigtes Opfer dargestellt, der man förmlich die Qualen und die Schmerzen ansieht. Diese sind in physischer und psychischer Art ausgebreitet, denn die Täter machen sich noch lustig über ihr Opfer und schrecken auch vor Schlägen und Tritten nicht zurück. Die Kamera fängt diese Ohnmacht beobachtend ein, wenig auffallende Effekte, sondern eine fast schon dokumentarische Art verleihen dem Ganzen eine ungeahnte Härte. Das reicht mehr als aus und bei den Rachemorden kommt es zwar zu blutigen Auseinandersetzungen, mit sichtbaren Splatterszenen hat das jedoch nichts zu tun. Auch ein Soundtrack, der das Ganze etwas spielfilmüblicher oder verdaulicher machen würde, ist nicht vorhanden, die Stille wirkt oft erdrückend. Gedreht wurde an idyllischen Sets, denen man in ihrer natürlichen Schönheit die fiesen Abgründe der dort Ansässigen nicht anmerkt. Genau der Kontrast ist es, der "Ich Spuck Auf Dein Grab" in die gleiche Liga wie Wes Cravens Schocker "Last House On The Left" katapultiert. Beide Filme gelten bis heute als Klassiker des Rape & Revenge Terrors, wobei Cravens Erstling mit mehr filmischer Finesse und einem exzellenten Bösewicht (David Hess) glänzen kann. Hier hingegen ist das kleine Budget deutlicher spürbar, ein Wermutstropfen ist die Figur des albernen Dorftrottels, die für die Story völlig unnötig ist und unpassende Lacher integrieren will. Eine derart miese deutsche Synchro hat der Streifen wiederum nicht verdient, denn ansonsten kann Meir Zarchi eine gekonnte Atmosphäre hinlegen, die das kranke Treiben schonungslos darstellt. Sehr puristisch ist der Eindruck, teilweise hat man das Gefühl, eine üble Dokumentation zu sehen. Angesichts der ausgiebigen Verwaltigungsszenen fragt man sich auch hier, wie selbstzweckhaft oder abstossend mit der Thematik umgegangen wird. Härter als Cravens Debüt ist das auf jeden Fall, dafür aber weniger komödiantisch, was dem Film gut steht. Erstaunlich ist auch hier, dass ähnlich wie in "Last House On The Left" die vergeltende Rache nicht halb so brutal ausgewalzt wird, wie die Vorgeschichte.

Fazit: Äußerst harter Rape & Revenge-Schocker, nichts für schwache Gemüter. 8/10 Punkten


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