Steven Seagal ist Ruslan. Und als dieser kommt er zur Hochzeit seiner Tochter. Da wir hier aber nicht bei „Meet The Fockers“ sind, wird kurz zuvor seine Ex-Frau getötet und seine Tochter schwer verletzt. Was bleibt ihm also? Nur die Rache.
Seit „Exit Wounds“ gefielen mir von Seagal nur noch „Belly Of The Beast“, „Into The Sun“ und „Submerged“ ganz gut. Der erbärmliche Rest war teilweise unter aller Kanone. Selbst einen Streifen wie „Urban Justice“ konnte ich nicht viel abgewinnen. Nun kommt also „Driven to Kill“ aka „Ruslan“. Und was soll ich sagen. Der hat mir für Seagal Verhältnisse ziemlich gut gefallen. Seagal bewegt sich hier wieder auf gewohntem Terrain. Er ist ein ehemaliger Russischer Mobster und kommt nach New Jersey zurück zur Hochzeit seiner Tochter. Er ist bei den Gangstern bekannt, hat die Stadt aber nicht ohne Rückstände verlassen. Also ist er nur bei wenigen Leuten willkommen. Seagal redet zwischendurch mal etwas russisch und erinnert so an seine alten Filme, wo er noch als Italiener durchging. Dieser Hintergrund ist aber nicht wirklich wichtig. Nachdem seine Tochter schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde, macht er sich schon auf die Socken um die schuldigen zu bestrafen. Die Ermittlungen gehen auch glatt und ohne Hindernisse ab. Überraschungen braucht man hier natürlich nicht erwarten. Die Rollen werden schnell sortiert und so ist auch jede Person das, was man erwartet. Über Logik braucht man hier auch nicht viel verlieren. Er findet immer sofort den richtigen Hinweis, die Polizei spielt nur eine Nebenrolle und natürlich hat keiner auch nur den Hauch einer Chance.
Glücklicherweise wirkt Seagal hier wieder etwas fitter und wird vor allem in den Actionszenen nur dann gedoublet, wenn man es nicht erkennen kann. Er macht aber ziemlich viel alleine und man sieht ihn sogar mal einige Meter rennen. Da auch diesmal auf Stock Footage, dämliche Schnitte, blödsinnige Liebeleien, Ostblock Atmosphäre (es spielt in New Jersey, wurde aber in Kanada gedreht) oder schlechte Rückprojektionen verzichtet wird, sammelt der Film, bei mir, deutlich Pluspunkte. Trotz allem merkt man dem Film sein kleineres Budget an. Wirklich spektakuläre Action gibt es nicht. Die Ballereien und typischen Seagal Kloppereien fallen wie immer aus. Es gibt nur 2-3 kleinere Explosionen und die Locations in den Actionszenen sind meistens drin. Mal von einer Parkhausszene abgesehen. Trotz allem geht es knackig zur Sache. Auch wenn es die erste Schießerei erst nach knapp 28 Minuten gibt, geht es dann regelmäßig zur Sache. Glücklicherweise ist der Härtegrad gewohnt hoch anzusetzen. Spritzende Einschüsse, einen sehr blutigen und längeren Messerkampf, Knochenbrüche, blutende Fressen und einen Final kill der sich wahrlich sehen lassen kann, bekommt man hier serviert. Das im Zusammenhang mit dem plakativen Selbstjustiz Thema, wird den Film bei uns sicherlich bei der FSK durchfallen lassen. Für Gegner von Selbstjustiz Themen in Filmen(die es ja geben soll *gg*) ist das hier ein gefundenes Fressen. Alleine wenn Ruslan erzählt das ein Mann nur ein Mann ist wenn er Rache nimmt, ist schon großartig altbacken.
Über den Rest braucht man eigentlich nicht viel schreiben. Die Nebendarsteller passen, die Musik geht vollkommen in Ordnung (besonders wenn Ruslan in Erscheinung tritt) und Steven Seagal ist Steven Seagal. Er nuschelt, er ist unbesiegbar und bekommt gerade mal im Finale etwas ab. Das störte mich schon immer, muss man aber mit leben. Die größte Überraschung ist aber wohl Regisseur Jeff King, der kurz davor den katastrophalen „Kill Switch“ abgeliefert hat. Hier verzichtet er auf seine komischen Schnitt Spielereien und inszeniert recht flott, so das die 98 Minuten mit Abspann wirklich flockig an einem vorbeiziehen. So habe ich auch wieder Hoffnung dass der neue Jeff King Film „Damage“ mit Steve Austin auch ganz ordentlich wird. Ob Seagal weiter auf dem Level dreht weiß man natürlich nicht. Zu oft hat man es gedacht und dann kam wieder eine Gurke herum. Aber zumindest hat der hier wieder Laune gemacht.
Fazit:
Ich habe in letzter Zeit oftmals über Seagal gehated(und das zurecht). Aber hier liefert er ein ordentliches, hartes B-Movie ab, welches ganz entfernt an alte, bessere Tage erinnert. Die eingefleischten Fans werden sicherlich begeistert sein und die skeptischen Ex-Fans können jedenfalls mal wieder einen Blick riskieren .