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Willkommen im 08/15-Land. Drei wild wie der Teufel. Welche Drei eigentlich? Wenn ich mich nicht verzählt habe, scharten sich hier immer weniger oder mehr als drei auf einer Seite. Aber wen juckt das schon? Lee Tso-Nam positioniert seinen Film irgendwo zwischen Western und Samuraifilm, was jetzt für einen Film aus Hongkong auch nichts recht besonderes ist. Ein Fremder kommt in die Stadt, sorgt schnell für Eindruck, läßt sich als Killer anheuern. Der örtliche Sheriff, Captain, oder was auch immer eigentlich die richtige Position wäre, ist dem lokalen Großkapitalisten mit seiner übereifrigen Art ein Dorn im Auge. Mit einer ruppigen Wendung ist der Killer vielleicht doch nicht so böse und der reiche Bürger offenbart stückweise seine Schattenseiten, was in groß angelegter Falschmünzerei seinen Höhepunkt findet.

Versatzstücke sind züchtig dargestellte, sexuelle Abenteuer oder auch Eskapaden wie eine versuchte Vergewaltigung. Ohne Frage findet auch hier politischer Frust seine Projektion auf vergangene Zeiten, wenn ein finanziell besser gestellter Recht und Ordnung herumschubsen, bei drohender Gefahr auch rechtzeitig absetzen kann. Es kommt zur Abrechnung mit Händen und Füßen, ein Kräftemessen zwischen Idealisten, Ausgebeuteten und Ausbeutern. Kämpferisch bietet Drei wild wie der Teufel ein fein sortiertes Repertoire in bester Breakdancemanier, also eine rhythmische Folge aus Angriffen und Verteidigung, unterbrochen von kurzen Momenten des Sammelns. Wenn auch nicht spektakulär, so werden die Auseinandersetzungen dank einer durchdachten Dramaturgie nie langweilig.

Ähnlich ergeht es auch dem Plot, der zwar manchmal mit blitzschnell gestrafften Zügeln seine Richtung einschlägt, nichts bietet, was einem nicht von woanders bekannt vorkommen könnte, aber andererseits auch flüssig auf gleichbleibend durchschnittlichem Niveau unterhält. Die deutsche Synchronisation unterstreicht die Gleichgültigkeit mir einer relativ seriösen Umsetzung ohne große Stilblüten. Die Pointe wirkt sogar unvermutet heiter. Man kann sich Drei wild wie der Teufel unbeschadet ansehen. Man muß es aber auch nicht.

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