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Orphan - Das Waisenkind (2009)
Eine Kritik von Senor Sanchez (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 24.06.2010, seitdem 276 Mal gelesen
Ich mag Kinder. Zumindest habe ich nichts gegen sie. Ist doch putzig, wenn man Kinder beobachtet und sich denkt, die wissen noch nichts von all dem Bösen auf dieser Welt. Und wenn ein Kind dem anderen mal die Schippe auf den Kopf haut, na und? Das sind halt so die ersten Machtkämpfe der Miniatur-Menschen.
Doch wie verhält man sich, wenn ein Kind, aus welchen Gründen auch immer, bösartig und gefährlich wird?
Um ein solches Kind geht es in Orphan. Esther, das Waisenkind, wird von einer Familie mit zwei Kindern adoptiert. Aus der anfänglichen Begeisterung der Eltern über die Aufgewecktheit und der scheinbaren Perfektion des neunjährigen Mädchens und neuen Familienmitglieds mischen sich nach und nach Zweifel, ob mit dem Kind wirklich alles in Ordnung ist. Als die beiden Geschwister als erste erkennen, dass Esther ein destruktives und gefährliches Potenzial hat, man ihnen elterlicherseits jedoch wenig Glauben schenkt, ist es im Grunde schon zu spät.
Orphan ist ein Meisterwerk des neuzeitlichen Horrorfilms. Selten sieht man in diesem Genre so brillante schauspielerische Leistungen wie es in Orphan der Fall ist. Wie bringt man Kinder zu solch schauspielerischen Höchstleistungen? Die Performance der Hauptdarstellerin ist sensationell und auch ihre kleine "Schwester" spielt, dass es einem die Sprache verschlägt. Dazu kommt eine perfekt ausbalancierte, klassische Spannungskurve, die sich in einem überraschenden Ende entlädt.
Besser kann man einen Suspense-Thriller kaum gestalten. Ein moderner Klassiker.
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