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Green Zone (2010)

Eine Kritik von zeckpetzki (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 24.06.2011, seitdem 260 Mal gelesen


Nix neues aus Bagdad...23.06.2011

Greengrass und Damon, die beiden fühlen sich zusammen recht wohl, so scheint es, denn auch die aktuellste Zusammenarbeit setzt genau das fort, was man aus den Bourne - Filmen kennt...Schnittstakkato, Kameragefuchtel, Handkameraarbeit, und zwar all das so lange, bis man auch den letzten Fetzen Übersicht verloren hat. Das soll möglicherweise Spannung erzeugen oder Atemlosigkeit auf die Leinwand bringen, im Endeffekt aber schließt man irgendwann einfach genervt die Augen und wünscht sich Geheimdienstkino nach Art der Franzosen aus den späten Siebzigern, mit solchen Haudegen wie Piccoli oder Ventura, wo man sorgfältig die politischen Ränkeschmiede dargestellt und mit der einen oder anderen kleinen Actioneinlage versehen hat...

Hier nun folgen wir im Jahr 2003 Herrn Damon in der Rolle als Bourne, nein, als Roy Miller, der zunächst im Auftrag der US-Army nach Massenvernichtungswaffenlagern sucht, um später dann in Machtspielchen zwischen CIA, Heimatschutz und wem auch sonst noch hineingezogen zu werden. Dabei tun auch noch mit: die tapfere Reporterin, die sich von falschen Beweisen zu einer Story hat hinreißen lassen sowie ein einbeiniger Iraker, der für sein Land nur das Beste will, Miller nach Kräften unterstützt und einfach nur will, daß die politische Kultur sich ändert...und im Endeffekt wird hier die Frage behandelt, ob es überhaupt WMD im Irak gegeben hat, eine Frage, deren Antwort ja den Einmarsch der US-Truppen überhaupt erst begründet hat...

Diese Frage hätte man aber nicht erst im Jahr 2010 filmisch aufarbeiten dürfen, denn der auch nur ansatzweise nachrichtendienstlich interessierte Zuseher weiß genau, was damals geschehen ist. Zudem hemmt die hektische Inszenierung das Verständnis der einzelnen Aktionen der Beteiligten, aber gegen die aktuell grassierenden Stilmittel kommt man einfach nicht an. Was bleibt, ist ein solider Militärpolitthriller, dessen Plot unnötig kompliziert wird, der einige moralische Fragen aufwirft, diese aber nie für ausgearbeitete Handlungsstränge nutzt. Die Actionszenen sind nicht wirklich überzeugend, zudem auch noch recht wenige, allein die letzten zwanzig Minuten, bei denen wieder einmal gezeigt wird, was mit moderner Technologie so alles möglich ist, können überzeugen, aber im Gedächtnis bleibt der Streifen nicht...6/10


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