Noch vor dem Zombie-Klassiker schlechthin, die Rede ist natürlich von „Dawn of the Dead“ von George A Romero, lieferte der Spanier Jorge Grau einen der besten Zombie-Filme überhaupt ab. Und das, obwohl er sogar fast total auf grausame Details verzichtete.
Der Engländer George (Ray Lovelock) will seinen Urlaub an der Küste verbringen, um ein wenig abzuschalten. Ganz weit kommt er nicht, als eine gewisse Edna sein Motorrad fahrunfähig macht. Da die Reparatur eine Weile dauert, nimmt Edna George in ihrem Auto mit. Sie reden mit zwei Leuten vom Ministerium für Landwirtschaft. Die arbeiten seit neustem mit Elektrowellen, um damit z.B. Ungeziefer zu zerstören. In der Zwischenzeit wird Edna von einem merkwürdigen Mann angegriffen. Als man ihr zu Hilfe kommt, ist besagter Mann weg. Umso kurioser ist es, dass der Angreifer schon vor einigen Tagen ertrunken sein soll. Es ereignen sich weitere, merkwürdige Vorfälle Als dann auch noch besagter Mann den Ehemann von Ednas Schwester Katie getötet haben soll (natürlich glaubt niemand diese Geschichte und Katie kommt erst mal ins Krankenhaus), machen sie George und Edna auf die Suche nach besagtem Mann. Was sie herausfinden, ist so unmöglich wie wahr: Durch die Elektrowellen steigen die Toten aus ihren Gräbern und wollen weitere Opfer...
Wenn man über Zombiefilme spricht, fallen meistens die Namen George A. Romero und Lucio Fulci, doch fast nie Jorge Grau. Dies ist umso bedauerlicher, da Jorge Graus „Leichenhaus der lebenden Toten“ mittlerweile ein richtiger Klassiker ist.
Zunächst bekommt man hier eine Erklärung geboten, warum die Toten wieder auferstehen. Diesmal sind es Elektrowellen und die Idee ist gar nicht mal so schlecht. Da liegt die Lösung des Rätsels doch so nah, doch der Mensch ist nicht in der Lage, rational zu handeln, erst, als es zu spät ist.
Jorge Graus Film lebt vor allem von seiner Atmosphäre. Weites Land, wenig Menschen, eine Polizei, die engstirniger nicht seien könnte. Hinzu kommen meiner Meinung nach perfekte Zombies. Langsam laufen sie durch die Gegend, geben nur komische laute von sich. Der Höhepunkt ist für mich ganz klar auf dem Friedhof, wenn George dort gefangen ist und die Untoten aus ihren Särgen steigen. Gruseliger geht es kaum. So will man Zombies sehen. Sicherlich lies sich Jorge Grau von George A. Romeros „Night of the living Dead“ inspirieren, doch hat dieser Film seinen ganz eigenen Charme.
Viele blutige Szenen gibt es nicht, recht ungewöhnlich für einen Zombiefilm, da zeigen sich wieder parallelen zu Romeros erstem Film. Doch wenn, dann geht Grau gleich in die vollen. Da wird ausgeweidet und mit einer Axt zugeschlagen, dass der rote Lebenssaft nur so fließt. Man ist fast geschockt, wenn man plötzlich solche Szenen im Film sieht, damit rechnet eigentlich niemand.
Ebenfalls wie in „Night of the living Dead“ gibt es ein recht negatives Ende, welches aber hervorragend zum Film passt. Vorher steuert der Film natürlich noch auf ein großes Finale zu, welches ordentlich Nervenkitzel bietet. Da kommt so mancher Film der Neuzeit nicht mehr mit, was hier Mitte der Siebziger abgeliefert wurde.
Fazit: Jorge Graus „Leichenhaus der lebenden Toten“ ist einer der besten Zombiefilme überhaupt. Daher ist es schade, dass dieser Film kaum genannt wird, wenn es darum geht, die besten Zombiefilme zu benennen. Der Film bietet alles, was ein guter Zombiefilm braucht. Eine ordentliche Story, gute Schauspieler, hervorragende Zombies und eine Prise Gore. Wenn man einem Zombiefilm eine Chance geben will, dann sollte es auf jeden Fall Jorge Graus Film sein. Der Genrefan wird sicherlich nicht enttäuscht werden.