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Hügel der blutigen Augen (1977)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 30.08.2004, seitdem 1001 Mal gelesen


Eine Familie durchfährt auf ihrem Trip eine Einöde, als sie, durch Tieffieger verschreckt, von der Piste abkommen. Die Achse des Autos gebrochen, machen sich zwei zu Fuß auf den Weg, um Hilfe zu holen. Die Zurückgebliebenen, vor allem der Sohn Bob, merken bald, dass sie nicht allein sind in der gottverlassenen Gegend, irgendetwas beobachtet sie. Einer der Hunde wird aufgerissen gefunden und es dauert nicht lange, bis sich Mitglieder einer kannibalischen Familie, die in der Gegend haust, dem Wohnwagen der Touristen nähern. Geradezu beängstigend stellt Wes Craven seine beiden Clans gegenüber, als Schauplatz wählte er die Weite einer steinigen Wüste, wo man offensichtlich nicht mit herannahender Hilfe rechnen kann. Auf der einen Seite die amerikanische Durchschnittsfamilie, der Vater Ex-Polizist, die Mutter bibeltreu und die Kinder mit ihren Partnern kommen auch ganz brav daher. Anders die Gruppe von verwilderten Kreaturen, in Felle gekleidet, mit Knochen geschmückt und ihre barbarischen Menschenjagden. Bei den zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien wandelt sich das Bild und was bleibt ist zum Schluß nur der Überlebenskampf eines jeden, ungeachtet mit welchen Mitteln. Das Gefüge für Recht oder Moral schwindet nicht nur bei einer Vergewaltigung oder der Entführung des Babys, das auf dem Speiseplan steht, sondern genauso, wenn der eben noch brave Sohn immer und immer wieder auf den Angreifer einsticht. Die Vehemenz der Gewalt ist deutlich spürbar, dafür kommt Wes Craven mit ziemlich wenig blutigen Effekten aus und ersetzt diese durch filmisches Vermögen, ähnlich wie es Tobe Hooper in "Blutgericht In Texas" vormachte. An Ideen ist dieser Terrorstreifen durchaus brutal, da wird der Vater z.B. erst an einen Baum genagelt und dann verbrannt. Die MPAA quittierte dies ursprünglich mit einem X-Rating. Dabei zieht die Spannungskurve eher durch den dauernden Kampf der beiden Familien an, der Verfolgungen durch die Wüste und Belauern beinhaltet, der Score ist oft verhalten monoton, teils stumm. Das gesamte Drehbuch zeichnet die Charaktere recht naturbelassen, viel Realitätsnähe und wenig fantastisches kann da durchweg überzeugen und verleiht diesem sehenswerten Frühwerk Cravens seine Härte. Lediglich das Outfit der modernen Kannibalen ist exaltiert und dreckig, außer natürlich Michael Berryman ("Cut And Run"), der sieht ohnehin schon bizarr genug aus. Alles in allem kein wirklich großes Meisterwerk, doch für Low-Budget sehr clever inszeniert und vor allem direkt in der Umsetzung, ähnlich wie Cravens Vorgänger "Last House On The Left" auf jeden Fall ein amerikanischer Alptraum der damaligen Zeit. Bis heute sind es Filme wie dieser, die das Backwoodgenre beeinflussen, Paradebeispiel ist da "Wrong Turn".

Fazit: Einer der wichtigsten Terrorklassiker der 70er neben "Blutgericht In Texas". 8/10 Punkten

P.S.: Mit Außerirdischen, wie es hier in der Inhaltsangabe heißt, hat der ganze Film ursprünglich nichts zu tun.


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