Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 14.01.2006, seitdem 695 Mal gelesen
Das von Tim Burton geschriebene Puppen-Grusical „Nightmare before Christmas“ war 1993 der erste rein mit Stop-Motion-Technik produzierte Film, der eine abendfüllende Länge aufweisen konnte, obwohl er nur knapp über eine Stunde geht. Fans schätzen bis heute die detailreich animierte Scheinwelt „Halloweentown“, in welcher die Hauptfigur Jack Skellington lebt, sowie die zahlreichen skurrilen Nebenakteure dieser außergewöhnlichen Story. Trotz aller technischen Raffinessen (die Bewegungen aller Figuren sehen äußerst flüssig aus) und der wirklich einfallsreichen Geschichte konnte „Nightmare before Christmas“ bei mir keine großen Begeisterungsstürme auslösen, was vor allem am mangelnden Bezug zu den Gestalten lag. Klar, es ist schwer, sich mit künstlichen Figuren zu identifizieren, aber betrachtet man mal die aktuelleren Genre-Referenzen aus dem Hause Pixar, so sieht man, dass dies durchaus im Bereich des Möglichen liegt. In Henry Selicks Film wimmelt es zwar von morbiden und fantasievollen Charakteren, doch weder mit den Hauptakteuren Jack und Sally, noch mit irgendjemand anderen konnte ich mich so richtig anfreunden.
Zweiter Hauptkritikpunkt wären die mit der Zeit nur noch nervenden Gesangseinlagen. Wahrscheinlich stehe ich mit dieser Meinung wohl ziemlich alleine da und vielleicht liegt es auch an meiner grundsätzlichen Abneigung gegenüber Musicals, doch der ansonsten bei mir hoch geschätzte Danny Elfman lieferte schon deutlich bessere Scores ab. Eine konventionelle Art der Erzählung wäre mir lieber gewesen, denn spätestens wenn Jack das zweite Mal zum Singen beginnt, geht mir das irgendwie auf den Wecker.
Klar kann ich nicht leugnen, dass „Nightmare before Christmas“ vor allem in technischer Hinsicht von herausragender Qualität ist und Tim Burtons Drehbuch vor fantasievollen, innovativen Ideen geradezu sprüht. Dennoch wollte der Funke bei mir nie so richtig überspringen und das alles wirkt für mich jetzt noch lediglich wie eine Fingerübung im Vergleich zu späteren Werken wie „Sleepy Hollow“ oder „Big Fish“.