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Farben der Nacht, Die (1972)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 01.08.2004, seitdem 530 Mal gelesen


Die schwangere Jane (Edwige Fenech) verliert durch einen Autounfall ihr Baby und hat seitdem Albträume. Darin sieht sie sich von einem Mann (Ivan Rassimov) verfolgt, der sie umbringen will. Als sie diesen Mann in der Realität trifft, wird sie immer verängstigter. Ihr Freund Richard (George Hilton) glaubt ihr genau so wenig wie der Psychiater Dr. Burton, beide versuchen sie zu beruhigen. Weiter von den Visionen und Verfolgungen geplagt gerät sie an eine okkulte Sekte, die ihr angeblich zu Freiheit verhelfen kann. Doch es kommt ganz anders, denn schon bald umgibt eine Reihe von Morden die junge, verstörte Jane. Regissseur Sergio Martino schafft von Anfang an eine gelungene Atmosphäre in diesem okkulten Thriller. Dabei gibt es viel traumhaftes zu bewundern, sowie einen gelungenen Score vom Spezialisten Bruno Nicolai, mal fies sphärisch und mal hippiesk psychedelisch. Die Figur der scheinbar wahnsinnig werdenden, haltlosen Jane ist in der Dramatik nachvollziehbar, Kamera und Regie schaffen einige spannende Verfolgungen und typische 70er Anleihen in den interessanten Kulissen. Dazu gehört nicht nur ein Schloss der Sekte, sondern abwechslungsreiche Schauplätze, durch die der Zuschauer Janes fluchtartiges Leben verfolgt. Außerdem gibt es hochgradig atmosphärische Rituale mit Hundeopfer und sleazigem bis psychedelischen Anstrich zu geniessen. Ansonsten sind die blutigen Szenen nicht gerade spektakulär, bedeuten allerdings in "Die Farben Der Nacht" auch nicht so viel. Vielmehr schafft das Drehbuch noch die eine oder andere Idee, um eine Verschwörung zu vermuten, welche bis zum Ende schön undurchsichtig bleibt. Doch nicht nur das ist mysteriös, sondern der ganze Film wirkt in der effektvollen Geschlossenheit sehr dicht und ist als Billigproduktion gar eine zu Unrecht unbekannte Perle des Subgenres. Wer surreale Optiken und Psycho-Albtraumstimmung mag, sollte sich diesen Streifen nicht entgehen lassen. Die illustre Schauspielriege weiss durchweg zu überzeugen, selbst dort wirkt jeder durchgestylt. Letztlich weiss auch der Zuschauer nicht mehr, was nun die Realität der gequälten Hauptprotagonistin ist, und was ihrer Wahnvorstellung entspringt.

Fazit: Fast schon ein Italoklassiker der alten Schule. Fans von Argento & Co. können hier bedenkenlos zugreifen. 7/10 Punkten


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