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Panic Room (2002)

Eine Kritik von Scat (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 18.04.2002, seitdem 222 Mal gelesen


(Achtung, das Review enthält ein paar kleine Spoiler !)

Regisseur David Fincher tritt mal wieder in Aktion. Mit "Panic Room" präsentiert er seinen neuesten Thriller, der aber nicht so düster wie "Sieben" oder "Dämon" geriet.

Die Grundidee hat man schon ein paar Mal gesehen : Ein paar Einbrecher wollen Beute machen und die Hausbesitzer versuchen sich zur Wehr zu setzen. Hierbei versucht der Film ein paar neue Ideen einzubringen, von denen der "Panic Room" quasi der Aufhänger ist. Dieser Raum ist nämlich völlig überlebens- und einbruchsicher, dank dickstem Stahl, im Haus installierte Kameras die hier überwacht werden können und Überlebenshilfen wie Proviant, Medizin und ähnliches. Dumm nur das die Gangster etwas erbeuten wollen das sich genau in diesem Raum versteckt hält.

Die Darsteller sind allesamt gut. Keiner ragt zwar heraus, aber auch keiner ist schlecht. Jeder leistet gute Arbeit und bringt seinen Charakter überzeugend rüber.
Jared Leto zeigt sich hier mal von einer anderen Seite, wirkt mit seiner hyterisch-coolen Art aber ein wenig wie ein Stephen Dorff-Verschnitt aus "Blade" (ist nicht negativ gemeint).

Der Ton zeigt nicht viel in Sachen Soundtrack, und leider auch nicht viel Surroundeinsätze. Die wenigen vorhandenen sind aber echt gut, wenn vom Haus aus rückwärts nach draußen gezoomt wird und man sich plötzlich im Regen befindet schaut man schon mal reaktionsartig in eine andere Richtung.
Auch die Szene mit der Propangasexplosion hat man hübsch im Ton untergebracht. Die Flasche mit dem Gas zischt nicht nur im Film in alle Richtungen, sondern auch in den Surrounds.
Bis auf diesen Effekt gibt es hauptsächlich etwas Räumnlichkeit in Musik und der bereits erwähnten Regenwetter-Szenen.

Humor gibt es in diesem Film natürlich auch. Sowas braucht man einfach zur Auflockerung. Und witzig ist er sogar weitestgehend, auch oft offensichtlich unfreiwillig komisch, oder warum tritt er doch manchmal in ernsten Szenen auf?
Trotzdem, auch unfreiwlliger Humor kann amüsieren wie dieser Film beweist, nur weiß man halt nicht immer ob man nun an entsprechender Stelle lachen soll. Am besten zeigte sich das bei der Endszene mit dem im Gesicht blutverschmierten Vater, der, als seine Tochter ihn ansieht, wirklich sehr unpassend grinst.

An den Dialogen ist nicht viel auszusetzen, bis auf die Tatsache das sie manchmal doch etwas unglücklich klingen. Wenn Jodie Foster zu ihrer Tochter sagt : "Hier sind Typen im Haus!" klingt dies schon ein wenig komisch. Vielleicht hat hier aber auch die Synchronisation Schuld...
Und wo wir schon dabei sind : Die Synchronisation ist von der Stimmenbesetzung her gar nicht schlecht. Neben Jodie Foster bekam auch Forest Whitaker wieder seine
Standardsynchronstimme die er auch schon in "Species" oder "Body Snatchers" hatte. Jared Leto blieb davon außen vor, aber auch die hier verwendete Stimme paßt ganz gut zu ihm. Der Rest ist solide.

Die Logik haut weitestgehend hin. Die bereits oben erwähnte Propangas-Szene mag Geschmackssache sein, ich persönlich hab (nur ein wenig) komisch geschaut bei den blauen Flammen.
Aber ich bin kein Chemieexperte, vielleicht ist dies wirklich so ;-).
Auch wenn sich mal Patzer zeigen stört dies nicht so sehr, kaum ein Film ist darin perfekt.

Insgesamt ist "Panic Room" ein solider Thriller. Vielleicht hätte man von David Fincher mehr erwartet. Aber selbst wer dies tut, wird nicht völlig enttäuscht sein.
Schade nur, das man den Zuschauer mit einigen Fragen im Dunkeln läßt. Ich spreche da speziell zwei Szenen an.
Zum einen die, in der nachdem Jodie Foster sagt "Ich muß rauskriegen wie dieses Ding funktioniert!". Nach diesem Dialog sieht man Jodie auf dem Bett in einer Totalen die in die Nahaufnahme zieht. Dabei sieht man unten links plötzlich, vielleicht für eine Drittel-Sekunde, eine weiß geschriebene Zahl aufblitzen. Ich glaube es war "1983", aber das ging viel zu schnell. Was sollte diese Markierung heißen, die wohl nichts mit dem Film an sich zu tun hat? Denn anfangs dachte ich nämlich sie hätte. Vielleicht wollte Regisseur David Fincher ja eine neue Art mysteriösen Film drehen, aber hier verhielt sich ja dann doch alles "reell".
Also, was sollte diese Zahl heißen...?
Die zweite Sache ist, das leider nicht aufgeklärt wird was mit dem am Ende von den Cops gestellten Forest Whitaker passiert ist. Auch nach dem Abspann kam leider keine Szene mehr (und ich hab so gehofft :-).
Auch das Jodie Foster nicht das Angebot des Cops annahm, ein unauffälliges Zeichen zu geben, wie ein Zwinkern, sollte hier im Haus etwas nicht stimmen, verwunderte mich, da es die Einbrecher doch wirklich nicht gesehen hätten.
Trotzdem: "Panic Room" ist passable Thrillerunterhaltung mit einigen klasse Kameraeffekten.


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