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Panic Room (2002)

Eine Kritik von Tool (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 08.11.2002, seitdem 265 Mal gelesen


David Fincher ist ja bereits dafür bekannt, etwas andere Filme zu drehen. Denn "Sieben", "The Game" und "Fight Club" sind die besten Beispiele, das Fincher gern zum Düsteren, zum Bedrohlichen neigt. Auch in "Panic Room" lebt er dies bis zum Erbrechen aus. Mit leichtesten Mitteln erzeugt er einen der spannendsten Filme aller Zeiten, wenn es nach meiner Meinung geht. Ein Umstand, vor dem so gut wie jeder Angst hat. Man ist neu in der Stadt, zieht in ein Riesen-Haus, das vorher leergestanden ist und somit noch keine Inneneinrichtung hat. Dadurch entsteht völlige Kälte und Bedrohlichkeit, man ist geradezu in den Weiten des Hauses gefangen.
So ergeht es in "Panic Room" Meg Altman (Jodie Foster) und ihrer Tochter, denn Meg hat sich von ihrem Mann getrennt, die Tochter mitgenommen und ist nach Manhattan gezogen. In eben genanntes, prachtvolles wie furchterregendes Gebäude, das schier endlos groß zu sein scheint. Die Mutter-Tochter-Beziehung erweist sich nicht unbedingt als Vorzeige-Verhältnis und somit wird zu Beginn ziemlich wenig gesprochen. Dadurch wird alles noch geheimnisvoller, noch düsterer und noch bedrohlicher. In dem Haus befindet sich sogar ein sogenannter Panikraum. Das Wesen und der Zweck des selbigen ist schnell erklärt. Er ist absolut sicher, das heißt, keiner kommt herein, ist er mal geschlossen. Innen befinden sich etliche Bildschirme, die das zeigen, was von den zahlreichen Kameras, die ebenfalls zur Ausstattung des Hauses gehören, gerade im Moment gefilmt wird. Der Panikraum enthält noch dazu einen Telefonanschluss, der nicht gekappt werden kann und noch einen Erste-Hilfe-Koffer. Durch die Präsenz eines solchen Raumes, der zu Beginn Meg und ihrer Tochter vorgestellt wird, wird alles unheimlicher als es sowieso schon ist. Keiner erhofft sich nämlich, dass der Panikraum während des Films zum Einsatz kommt, wobei der Titel das ja eigentlich schon mehr oder weniger verrät. Doch bald ist es tatsächlich soweit, denn 3 Männer brechen in das Gebäude ein. Meg kann das über die Bildschirme, die sich auch im Haus selber befinden, sehen. Blitzschnell rennt sie in Zimmer ihrer Tochter und beide verbarrikadieren sich im Panik-Raum. Das Dumme ist, dass die 3 Einbrecher genau in diesen möchten, da dort irgendwelche Wertpapiere versteckt sind, auf die sie aus sind. Obwohl Meg und ihre Tochter in dem Raum so gut wie sicher sind, gibt es bald erste Komplikationen. Megs Tochter ist nämlich Diabetikerin und ihr Zuckerspiegel singt immer schneller. Die Situation wird immer aussichtsloser.
Wie gesagt, David Fincher hat es mal wieder geschafft, mit simpelster Story für den wohl mitreißendsten, spannendsten Film der letzten Jahre, vielleicht sogar seit seinem Meisterwerk "Sieben", zu sorgen. Wer fürchtet sich nicht in einem großen Haus, das völlige Kälte ausstrahlt, noch dazu, wenn man ganz neu in der Stadt ist. Fincher hat hier ein Thema gewählt, das nicht nur die Filmcharaktere wie verrückt fiebern lässt, sondern das auch jeden einzelnen Zuschauer berührt. Wer bei der Zeitlupen-Szene, in der Jodie Foster kurz den Panikraum verlässt, um ihr Handy zu holen, keine feuchten Hände bekommt, dem kann man wirklich nicht mehr helfen. Was Spannenderes hab ich schon lange nicht mehr gesehen.
Die Atmposphäre ist grandios, vom ersten Moment an ist einem das Haus unsympathisch und unheimlich, was sich auch im Verlauf des Films sicher nicht ändert. Es finden kaum Dialoge statt, die Hauptrolle übernimmt quasi das Haus, durch das die ganze Atmosphäre erzeugt wird. Die wenigen Schauspieler, die auftreten, agieren allesamt sehr überzeugend. Auch wenn nicht viel geredet wird, ist es eine schwere Aufgabe für die Schauspieler, Kurzweile in den Film zu bringen, da eigentlich nicht viel passiert und recht viel auf die Personen ankommt.
Die Einbrecher sind gut verteilt, es gibt ein Großmaul (Jared Leto), einen ziemlich mysteriösen, der die meiste Zeit schweigt, dafür umso kaltblütiger ist, und einen mit Herz (Forrest Whitaker). Hier wird also auch für Abwechslung gesorgt, musste aber wohl auch, damit Streitereien zwischen ihnen entstehen können und der Sinn des ganzen Einbruchs teilweise in Frage gestellt wird.
Fincher knüpft da an, wo er aufgehört hat, er hat mit "Panic Room" einen gleichsam ungewöhnlichen wie realistischen Film geschaffen, der wohl jedem nahe geht und der jeden mitreißt. Daher sei er jedem ans Herz gelegt, der Ahnung vom Film hat. Manche Kameraeinstellungen sind phantastisch, sie erinnern teilweise an die Filme des Regiegottes Dario Argento. Aber seht selbst! 9,5/10 Punkte


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