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Panic Room (2002)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 08.10.2003, seitdem 543 Mal gelesen


Mit „Panic Room“ hat David Fincher einen seiner besten Filme geschaffen, der mir persönlich besser gefällt als einige seiner überschätzten anderen Werke.
Meg Altman (Jodie Foster) ist frisch geschieden und besichtigt mit ihrer Tochter Sarah (Kristen Stewart) ein Haus in Manhattan. Der gerade eben erst aufgegebene Bau besitzt sogar einen sogenannten Panikraum für den Fall das Einbrecher im Haus sind. Dieser besitzt eine dicke Stahltür, Überwachungsmonitore mit Verbindungen zu zig Kameras im Haus, eine separate Telefonleitung usw. Bereits zu Beginn baut Fincher klaustrophobische Spannung auf, die sehr atmosphärisch wirkt.
Die beiden ziehen ein und in der ersten Nacht passiert prompt das Unerwartete: Drei Einbrecher verschaffen sich Zutritt zu dem Haus. Dabei sind die drei grundverschieden. Junior (Jared Leto) ist der Kopf des Unternehmens, aber auch großspurig und wenig verlässlich, Burnham (Forest Whitaker) ist der Experte für Sicherheitssysteme, aber kein echter Gangster. Raoul (Dwight Yoakam) bringt nicht wirklich nötige Fähigkeiten mit, zeichnet sich aber durch Gewaltbereitschaft aus.

Die Gangster wollen erst unbemerkt weiterarbeiten, doch dann werden Meg und Sarah wach und flüchten sich in den Panikraum, wo sie sich in Sicherheit wiegen. Doch das Einbrechertrio gibt ihnen bald zu verstehen, dass das was sie suchen in dem Raum ist. Meg und Sarah denken aber nicht daran herauszukommen, sodass bald ein Kleinkrieg mit allen Mitteln beginnt...
„Panic Room“ ist ein klaustrophobischer Spannungsthriller, der auf engstem Ram seinen Lauf nimmt (er beschränkt sich ausschließlich auf das Haus und die ganz nahe Umgebung davon). Die Handlung bietet Hochspannung und ein paar sehr überraschende Wendungen, die dennoch Sinn machen. Zudem spielt Fincher geschickt mit menschlichen Urängsten wie z.B. der berühmten ersten Nacht in neuer Umgebung, bei der man sich immer etwas flau fühlt.
Sehr viel besser als in seinem plumpen „Fight Club“ funktionieren die Sub-Ebenen des Films: Das Spiel um Kontrolle und Ängste, welches immer unterschwellig stattfindet, bietet ein paar wirklich interessante Denkansätze. Zudem entwickelt sich aus dem Zusammenspiel der drei verschiedenen Typen von Einbrecher eine ganz eigene Dynamik, ohne die das lange Festhalten der Gangster an dem schier unmöglichen Vorhaben nicht zu erklären wäre.

Kritik gibt es allerdings auch ein wenig vorzubringen. Zum einen treten in ein paar Passagen kleinere Längen auf, die den Genuss aber nur unwesentlich trüben. Zum anderen erzählt Fincher den Film nur halbherzig zu Ende, denn er enthält dem Zuschauer vollkommen, was aus Burnham wird, der im Laufe des Films zum größten Sympathieträger wird, was „Panic Room“ vor allem im dramatischen Finale verdeutlicht.
Die Schauspieler sind aufgrund der örtlichen wie zeitlichen Beschränkung von sehr geringer Zahl, aber von hoher Güteklasse. Die Nase vorn haben da vor allem Jodie Foster und Forest Whitaker als altgediente Mimen, die hier Topleistungen abliefern. Aber auch die restlichen Darsteller machen ihre Sache allesamt recht gut; nur Dwight Yoakam bleibt etwas blass.

Alles in allem ist „Panic Room“ ein sehr spannender Hollywood-Thriller mit nur kleinen Schwächen.


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