Mega Mist vs. Giant Müll
So sollte eigentlich der Alternativ Titel dieses Stück Zelluloid Verschwendung lauten, damit man nicht verleitet wird, seine Zeit zu vergeuden, in der Hoffnung, mal wieder einen guten Monsterhorror-Film zu Gesicht zu bekommen.
Kurz zur Story: Ein Megalodon und ein Riesenoctopus brechen, nachdem sie „einige“ Jährchen im Eis eingefroren waren, aus ihrer natürlichen Cryo-Kammer aus um fortan Wissenschaftler und die Militärs in Atem zu halten. Einzige Möglichkeit, sich dieser Urmonster zu entledigen, bevor sie „noch“ weitere Zerstörung anrichten, scheint, per Pheromone die beiden Lebewesen aufeinander zu hetzen.
Klingt im Prinzip nicht schlecht, doch was wurde daraus gemacht?
Einer der dümmsten Filme des neuen Jahrtausends.
Zusammengefasst: Alles an diesem Film ist auf unterstem Niveau: Die CGI-Effekte, die Sets, das Acting der Schauspieler, die Dialoge (insbesondere die deutsche Synchro ist ABSOLUTER Müll), zuzüglich einiger Logik-Fehler und Goofs.
CGI-Effekte: Physikalische Grundgesetze werden hier komplett missachtet, U-Boote flitzen pfeilschnell durchs Wasser, legen sich bei Kurven zur Seite wie ein Flugzeug, die Monster bewegen sich, als gäbe es keinen Wasserwiderstand, die Trägheit der Masse scheint nicht zu existieren (als wäre man im Weltraum und nicht unter Wasser), man sieht die Monster immer wieder in den gleichen Einstellungen (der Hai schwimmt an der Kamera vorbei – dies sehen wir ca. 10x in Wiederholungen), der Kampf der Monster findet 3x statt, es ist aber derselbe (der zweite Kampf ist spiegelverkehrt zum ersten, der dritte in Zeitlupe). Vorher bekommen wir natürlich noch einige Angriffe der Monster zu sehen…oh entschuldigung, das stimmt nur halb, denn bevor überhaupt irgendetwas richtig zu sehen ist, steht die Kamera schon wieder auf den „übertrieben und unpassend“ bestürzten Gesichtern der Protagonisten. Die pseudo-spektakulären Angriffe der Monster auf zB einen Jumbojet, eine Bohrinsel, auf Kriegsschiffe oder auf die Golden Gate-Bridge dauern insg. ca. 60 Sekunden des gesamten Films (da muss sich der Regisseur schon arg zusammengerissen haben, nicht alles gleich in den Trailer zu packen).
Set: Billig, sämtliche U-Boote, egal ob kleine Forschungsboote oder große Kriegsboote, scheinbar werden alle durch C64-Joysticks gesteuert (und obwohl eine solche Steuerung natürlich elektronisch ist, wackelt der Joystick bei jeder Erschütterung), auf Brücken von großen Schlachtschiffen gibt es keine Fenster und scheinen so groß wie Besenkammern zu sein, die Technik der Militärs verbirgt sich oft in großen Schaltschränken, als wären sie aus den 1980ern. Es gibt natürlich auch einige Szenen „an Land“, diese sind aber sehr sehr selten (weil diese Schauplätze teilweise schön anzusehen sind, gibt’s 0,5 Punkte).
Acting: C-Movie Darsteller bemühen sich darum, ihren Charakteren einen Hauch von Tiefe zu geben und versagen auf ganzer Linie. Overacting und Underacting reichen sich regelmäßig die Hand, selbst die Nebendarsteller scheinen sich mit ihrer Rolle überhaupt nicht auseinander gesetzt zu haben. Ganz besonders amüsant ist das Acting, wenn es zu Erschütterungen unter Wasser kommt, man erkennt überaus deutlich wie die Darsteller hüpfen und sich hin und her werfen, um die Erschütterungen zu imitieren.
Dialoge: Die Dialoge sind unrealistisch, übertrieben theatralisch, unpassend. Die deutsche Synchro gehört zum dümmsten, was ich je hören durfte, die Auswahl der Synchron Sprecher ist scheinbar ein Blutzoll an das Gesamtbudget des Films (Dieter Bohlen würde sagen: unterirdisch). Die Synchronsprecher selbst „overacten“ hier, insbesondere Lorenzo Lamas klingt absolut gepresst, bei allem was der deutsche Sprecher ihm in den Mund legt.
Score: Der Score ist ganz passabel gewählt und setzt sich meist aus Versatzstücken diverser Kompostionen von Johann Sebastian Bach zusammen, für n eigenen Score war das Budget wohl auch nicht da.
Positiv erwähnt sei noch die Kameraführung, die dem ansonsten sehr schlechten Film, ein wenig Professionalität einhaucht, der Schnitt, der sehr zackig wirkt, somit dem ganzen ein wenig Actioncharakter gibt und einige schöne Landschaftsaufnahmen mit schönen Farbfilter-Effekten.
Nur deswegen gibt’s insgesamt ne 2…….ich kann von dem Film nur abraten, er funktioniert nicht mal bei 2 Promille in ner Popcorn-Party Runde, da sich der Film ABSOLUT ERNST nimmt.