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Fullmetal Alchemist: Brotherhood [TV-Serie] (2009)

Eine Kritik von Black_Revy (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 07.08.2011, seitdem 487 Mal gelesen


„Alt bekannt und trotzdem neu!“


Sie sind wieder da! Alphonse und Edward Elric, die Alchemisten-Brüder. Als ich damals die erste Fullmetal Alchemist Serie gesehen habe, war ich einfach tief beeindruckt. Dieser Anime war einer der ersten Shounen Animes, die ich je gesehen habe und nur Wenige konnten diese Qualität toppen. 5 Jahre später erfuhr ich, dass ein neuer FMA Anime geplant sei. Zunächst war unklar was es wird. Eine kurze OVA? Ein Movie? Eine Fortsetzung? Oder doch ein Remake? Letzteres war dann EIGENTLICH der Fall, auch wenn dieses Remake eigentlich das Original ist. Es ist wirklich verblüffend, aber erst ab da habe ich erfahren, dass die erste FMA Serie sich total von der Mangavorlage unterscheidet. Da der Manga aber inzwischen zu Ende ist, haben sich geldgei..ähh kluge Anime-Produzenten wohl gedacht : „Dann versöhnen wir uns mal mit den radikalen Manga-Lesern“. Das Ergebnis ist eine Wucht! Fullmetal Alchemist hat es tatsächlich geschafft, wieder das Gefühl von damals in mir zu wecken. Es war ein wirklich purer Genuss, Ed und Al endlich wieder zu bestaunen. FMA : Brotherhood ist wieder mal ein Anime, der unheimlich schnell süchtig macht und, jedenfalls war es bei mir so, man verschlingt eine Folge nach der Anderen bis spät in die Nacht hinein.

Story

Alles wieder auf 0. Das neue „Fullmetal Alchemist“ beginnt genau da, wo auch schon der Alte begonnen hat. Viel zu früh verlieren Edward und Alphonse ihre geliebte Mutter. Doch mit der Alchemie wollen sie versuchen, ihre verstorbene Mutter wiederzubeleben, was in der Alchemie-Szene eigentlich ein strenges Tabu ist. Natürlich geht das Experiment schief und als Strafe verliert Ed ein Arm und ein Bein und Al sogar seinen ganzen Körper. Immerhin gelingt es Ed, Als Seele in eine große breite Rüstung zu transformieren. Einige Jahre später machen sie sich auf die Suche nach einem „Heilmittel“, da die Beiden sich nichts mehr wünschen, als endlich wieder ihre alten Körper zu haben. Schließlich treten sie einer großen Armee bei und werden Staatsalchemisten. Ab da beginnt für die Beiden das größte Abenteuer ihres Lebens und es kommt zu dramatischen Kämpfen, die über Leben und Tod entscheiden. Soweit klingt alles erst mal so wie in der alten Serie. Die ersten paar Folgen sind auch so gut wie identisch, nur mit einem viel schnelleren Tempo. Man bekommt beinahe das Gefühl, der Anime möchte die altbekannten Folgen schnellstmöglich abhacken um schnell mit den Folgen zu beginnen, die uns in der alten Serie verborgen blieben. Deswegen könnten einige Leute, die die alte Serie nicht kennen, die ersten Folgen als ein wenig zu hektisch empfinden. Wenn man die altbekannten Folgen durch hat, geht der Anime einen völlig anderen Weg, wie die Serie von 2003. Und wenn ich „völlig anders“ sage, dann meine ich das auch. Man darf hier bloß keine plumpe Abweichung erwarten, wo das dicke Grundprinzip letzten Ende gleich bleibt. Nein, wir bekommen hier eine zu 100% neue Story geboten, mit vielen neuen und fantastischen Charakteren, einer völlig neuen Story mit vielen Twists und unerwarteten (allerdings auch vorhersehbaren) Wendungen, einem völlig neuartigem Ende und mit Charakteren, die in der ersten Serie nur Randfiguren waren, hier aber zu wirklich wichtigen Schlüsselfiguren werden. Allerdings habe ich auch ein bisschen was zu kritisieren. Was hier ein bisschen aus dem Rahmen fällt ist der enorm hohe Comedy-Anteil, der hier sogar noch viel häufiger eingesetzt wird, als in der 2003er Serie. An und für sich eigentlich eine gute Sache, würden diese Comedy-Momente nicht des öfteren an total unpassenden Stellen kommen. Ja sogar irgendwelche Schurken fangen dann plötzlich an irgendwelche albernen Grimassen zu schneiden und ziehen die spannende Situation, die zuvor aufgebaut wurde, ein wenig ins Lächerliche. Aber man gewöhnt sich mit der Zeit dran und der Comedy-Faktor wird im letzten Drittel dann auch Gott sei Dank sehr runter geschraubt. Ansonsten ist es schwierig für mich zu sagen ob die Story nun besser oder schlechter ist, als in der alten FMA Serie. Es sind einfach 2 total unterschiedliche Szenarien und sowohl hier, als auch beim Vorgänger gab es viele dramatische, spannende, actionlastige und auch traurige Momente. Wo „Brotherhood“ aber meiner Meinung nach die Nase ein klein wenig vorne hat ist beim Ende. Es passiert wirklich selten, dass ich nach einem Anime wirklich rundum zufrieden bin. Keine Fragen bleiben mehr offen, man wird nicht in einem leeren Raum zurück gelassen und man bekommt die Gelegenheit von jedem lieb gewonnen Charakter nochmal Abschied zu nehmen.

Animation

Welch wunderbare Augenpracht. Schon die erste FMA Serie war für damalige Verhältnis verdammt gut animiert und gezeichnet, aber was man hier zu sehen bekommt ist wirklich ein wahres Fest für die Augen. Ich habe lange keinen Shounen-Anime mehr gesehen, in dem die Kämpfe derart detailliert animiert wurden, Szenenrecycling gibt es hier nicht und die Gesichtszüge der einzelnen Charaktere sind wirklich perfekt gesetzt worden. Mit Ausnahme vom gigantischen Finale, war ein bestimmtes „Monster“, in das sich ein altbekannter Charakter hier verwandelt, für mich das absolute Highlight auf der Animationsbasis.

Soundtrack

Sage und schreibe 5 Openings und 5 Endings kriegen wir hier zu sehen bzw zu hören. Wo hat man das schon? Wie schon bei der erste Serie gefällt mir auch hier das letzte Opening am Besten. Man merkt auch bei diesem Opening, dass es langsam aufs Finale zugeht und es kommt so langsam der Abschiedsschmerz hervor. Aber auch die anderen 4 Openings können sich sehen lassen. Immer überragend dabei sind die absolut passenden Bilder zu den einzelnen Songs. Etwas ungeschickt war aber leider das dritte Opening, wo man schon ein bisschen gespoilert wird, sofern man kein Opening-Skipper ist. Auch die BGM ist hier wieder atemberaubend schön, besonders die Orchestermusik und der grandiose Chorgesang erzeugen bei mir große Gänsehaut. Etwas schade aber, dass man nicht das Meisterstück „Brothers“ von „Bepa“ hier, als kleine Hommage, gebracht hat. Nun könnte man denken, dass hier auch wieder alle altbekannten Synchronsprecher dabei sind. Leider ist dem nicht so. Ed und Al haben ihre alten Stimmen beibehalten (wieder überragend : Rie Kugiyama), genau wie King Bradley und ein paar Andere. Die Meisten jedoch sind mit einer komplett neuen Stimme ausgestattet, was aber nicht weiter auffallen dürfte, es sei denn man hat unmittelbar vor Brotherhood, die alte FMA Serie gesehen.

Charaktere

Wahrscheinlich der absolut stärkste Aspekt dieser Serie. Brotherhood hat quasi eine ganze Armee von interessanten Persönlichkeiten, wo es wirklich schwer fallen dürfte alle zu nennen, die mir positiv aufgefallen sind. Auch richtige Hass-Charaktere sind hier nicht vorhanden. Mit Ausnahme von Olivia Armstrong und Winry, mit denen ich leichte Anlaufschwierigkeiten hatte, konnte ich eigentlich fast jeden Charakter sofort ins Herz schließen. Der schwächste Charakter jedoch war für mich der „Oberschurke“, zudem ich jetzt natürlich nicht viel schreiben sollte. Ich fand ihn dennoch ein bisschen lahm und wenig spektakulär, im Gegensatz zu den Homunculus, die für mich fast Alle die interessantesten Figuren im gesamten Anime sind. Wir haben hier wieder einen Envy dabei, der hier genauso freaky und durchgeknallt ist, wie in der ersten Serie. Wir haben einen King Bradley, der für die absolut besten Actionszenen im gesamten Anime sorgt. Wir haben einen „Pride“, deren/dessen wahre Identität eine echte Überraschung war. Lust, die ebenfalls genauso ist wie in der alten Serie. Aber auch Kimblee, der in der alten Serie nur Fliegenfutter war, ist einer der besten Charaktere hier, da er die nötige Badass-Würzung mitbringt, die so ein Shounen Anime dringend braucht. Natürlich ist auch Scar wieder mit dabei, dessen Story hier ebenfalls in eine völlig neue Richtung geht. Scar war in der ersten FMA Serie mein absoluter Lieblingscharakter, aber durch das atemberaubende Auftreten von Kind Bradley, Envy und Kimblee, konnte Scar diesen Titel in der neuen Serie leider nicht verteidigen. Und natürlich haben wir die heiß geliebten Elric Brüder, die auch hier wieder ein Herz und eine Seele sind. Mal ehrlich, man muss ein totales Herz aus Stein haben, wenn man diese Beiden Sympathieträger nicht mag.

Empfehlung

Shounen Fans aufgepasst! Ihr habt lange keinen Shounen-Anime gesehen, der euch so richtig umgehauen hat wie FMA? Ihr habt lange keinen Shounen-Anime mehr gesehen, der euch so emotional mitgerissen hat wie FMA? Ihr habt lange keinen Shounen-Anime mehr gesehen, indem die Charaktere eine wahnsinnige Entwicklung durchmachen? Ihr habt lange einen Shounen-Anime mehr gesehen, indem die Action derart spektakulär rüber kommt? Dann seid ihr hier genau an der richtigen Adresse. FMA : Brotherhood ist erneut ein Meisterwerk geworden, das von gar keinem Shounen-Fan verpasst werden DARF!


Fazit

Wie gesagt, es ist enorm schwierig zu sagen, welche FMA Serie für mich nun die Bessere ist. Es sind Beides extrem gute Animes, mit unfassbar vielen Stärken und minimalen Schwächen. Zwar fehlt auch diesem Anime ein wenig die Kreativität (sämtliche Fähigkeiten hat man schon in diversen anderen Animes gesehen) um an Shounen-Giganten wie „Hunter X Hunter“ und „One Piece“ heran zureichen, aber selten war in einem Shounen-Anime die Action spektakulärer. Packender Anime mit Nostalgie-Bonus und vielen neuen und alten Charakteren.
Fullmetal Alchemist Brotherhood bekommt 9 von 10 Homunculus in einer Flasche.


9/10


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