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Runaway Train (1985)

Eine Kritik von DragonBay (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 09.11.2003, seitdem 686 Mal gelesen


Mit dem Action-Thriller "Runaway Train" gelang dem russischen Regisseur Andrei Konchalovsky der mit Abstand beste Film seiner Karriere. Unmittelbar vor der Actionfilmrevolution in Hollywood, als man von komplexen story- und charakterlastigen Inhalten auf reine überwiegend auf Pyrotechnik gestützte Action-Flicks umgestiegen ist, hat Konchalovsky mit seinem Hochspannungs-Thriller dem vergangenen Genre einen krönenden Abschluss gesetzt.

Die Story handelt von zwei Schwerverbrechern, Manny (Jon Voight) und Buck (Eric Roberts), die aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausbrechen und unterwegs auf ihrer Flucht in einen Zug einsteigen in Richtung Freiheit. Kurz danach erleidet der Lokführer einen Herzinfarkt, so dass der Zug führerlos durch die Eiswüste Alaskas rast. Da die Bremsklötze verschmort sind, ist es nahezu unmöglich, den Zug anzuhalten. Für Manny und Buck beginnt ein Kampf um Leben und Tod...
Die Story verleitet sehr schnell zu einem Vergleich mit dem Film "Speed" von Jan de Bont, tatsächlich jedoch haben die Filme bis auf das unaufhaltbare Fahrzeug nicht viel gemeinsam. "Runaway Train" ist in jeder Hinsicht seinem Pseudo-Nachfolger überlegen!

Das Drehbuch basiert auf einer japanischen Vorlage, an der der japanische Regie-Gott Akira Kurosawa als Co-Autor tätig war. Djordeje Milicevic, Paul Zindel und Edward Bunker haben mit ihrer gelungenen Adaption ganze Arbeit geleistet. Nicht nur die herausragende Charakterzeichnung wurde beibehalten; viel kennzeichnender für diesen Film ist der hohe Spannungsbogen, der den ganzen Film über gehalten wird.

Ein wesentliches Merkmal an diesem Film ist das sorgfältige Zusammenwirken von Schauplatz und Kamera. Während man zu Beginn in den rauen und brutalen Gefängnisalltag eingeführt wird, erlebt man im Folgenden die Rat- und Hoffnungslosigkeit in der Bahnzentrale, in der die Mitarbeiter vergeblich versuchen, den Zug anzuhalten, sowie die Hilf- und Ausweglosigkeit der Insassen, die bei einer Geschwindigkeit von über 90 Meilen pro Stunde ziellos durch die leere Eiswüste rasen. Den ausdrucksstarken Bildern gelingt es auf diese Art und Weise, stets den psychischen Zustand der beteiligten wiederzuspiegeln.

Starke, z.T. sehr zynische Dialoge zwischen den beiden Flüchtlingen, die dezent eingesetzte, angsteinflößende Musik von Trevor Jones sowie eines der besten und emotionalsten Filmenden überhaupt runden die filmtechnischen Feinheiten ab, die diesen Film in die oberste Liga der anspruchsvollen Hochspannungs-Thriller hieven. 9/10


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