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Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los (2009)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 11.07.2009, seitdem 540 Mal gelesen
Nachdem „Ice Age 2“ den Vorgänger kommerziell deutlich überflügelte, war der dritte Teil abzusehen – 2009 auch in der trendigen 3D-Fassung zu bestaunen.
Nachdem Mammut Manny sesshaft geworden ist, ist das Leben für den Rest der Eiszeitcrew nicht mehr ganz so einfach: Säbelzahntiger Diego fürchtet alt zu werden und den Biss zu verlieren, Faultier Sid mangelt es an freundlicher Aufmerksamkeit. Während Diego an einsame Wanderschaft denkt, sucht Sid die dümmstmögliche Lösung: Er klaut drei herumliegende Eier um eine eigene Familie zu gründen. Da sind sie also wieder die drei Hauptfiguren, so wie man sie kennt und schätzt, natürlich darf auch Rattenhörnchen Scrat wieder in der Auftaktszene rumrödeln.
Bei den von Sid gemopsten Eier handelt es sich allerdings um die Nachkommen einer T-Rex-Mama. Diese schlüpfen, doch bald kommt Mama, sackt sie ein und Sid gleich mit. Also eilen die Freunde los um Sid zu retten, hinein in ein unterirdisches Reich, wo die Dinos noch überlebt haben...
Tatsächlich darf man sich bei „Ice Age 3“ schnell heimisch fühlen, sofern man die Vorgänger kennt, denn die Kontinuität ist da: Die gleichen Synchronsprecher, die bekannten Figuren, der gewohnte Animationsstil, allenfalls mit kleinen Zugeständnissen an technische Entwicklungen der letzten paar Jahre. Dazu gehört dann auch das 3D-Feature, das jedoch enttäuschend wenig genutzt wird: Selten macht das plastischere Bild wirklich viel aus, an nur wenigen Gelegenheiten treten Dinge scheinbar aus der Leinwand hervor – da kann man sich den 3D-Aufschlag an der Kinokasse definitiv sparen.
Auf inhaltlicher Ebene hat die Kontinuität ihre Schattenseiten, denn passagenweise gleitet „Ice Age 3“ in Routine ab. Die x-te Dummbaselei des ignoranten Sid ist bald nicht mehr so wirklich lustig, gerade der Gag mit dem Pochen auf seine Mama-Rolle den jungen Dinos gegenüber wird deutlich überstrapaziert. Immerhin bemüht sich um Variation, Publikumsliebling Scrat darf hier mit einem weiblichen Flughörnchen um seine Nuss buhlen, was „Ice Age 3“ irgendwann in eine amüsante Allegorie zum Thema Beziehungen verpackt.
Leider hält sich „Ice Age 3“ noch deutlich ans kindliche Publikum als die Vorgänger, weswegen etwas bösere Gags leider Mangelware sind. Auch die Menge animierter Action wurde hochgeschraubt, vielleicht auch um das 3D-Feature wenigstens etwas mehr zu nutzen, und zwischendrin erklingen dann leicht infantile Popsongs mit Texten wie „Everybody do the dinosaur“. Sicher, auch die früheren „Ice Age“-Filmen waren kindgerecht, schlossen den erwachsenen Zuschauer jedoch weitaus weniger aus als der dritte Teil der Franchise.
Insofern sind Referenzen fürs ältere Publikum dünn gesät: Einige Einstellungen beim Betreten der Dinowelt haben was von „Jurassic Park“, das einäugige, leicht durchgeknallte Wiesel erinnert an „Apocalypse Now“ und Co. Doch immerhin stimmt das Timing der Gags meist, gerade die Auftritte von Scrat sind mal wieder wunderbarer Slapstick und das Ehegeplänkel zwischen Manny und der Angebeteten bietet Spaß für jung und alt – wobei die erwachseneren Zuschauer sind in mancher Situation wohl deutlich eher wiedererkennen als die kleinen.
Insofern macht „Ice Age 3“ durchaus Spaß, kann aber nicht an die Qualitäten der Vorgänger anknüpfen. Zu sehr wird das Rezept zur Masche, zur sehr achtet man auf möglichst kindgerechtes Erzählen. Schade drum, aber zum Trost gibt es ja wieder Scrat und seine Nuss.
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