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Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los (2009)
Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 12.08.2009, seitdem 361 Mal gelesen
„Höher, bunter und rasanter“ scheint mittlerweile auch die Devise im Animationsbereich zu lauten, denn das dritte Kapitel um unsere prähistorischen Freunde nimmt zeitweise atemberaubende Action-Züge an.
Was der Reihe hingegen immer mehr abhanden kommt, ist der Charme, der seinerzeit noch den ersten Teil auszeichnete.
Die Autoren müssen offenbar im kollektiven Familienglück geschwebt haben, denn alles dreht sich um den Nachwuchs, um Familienbande und Zusammenhalt in der Not.
Während Mammut Manny seinem baldigen Vaterglück entgegen fiebert, steigert sich Faultier Sid in eine Mutterschaft rein, indem er drei Dino-Eier aus einer Höhle klaut und damit beginnt, den Nachwuchs großzuziehen.
Selbstverständlich lässt die wütende Mutter nicht lange auf sich warten, schnappt sich die Kinder nebst Sid und verschwindet in einer unterirdischen Dschungelwelt.
Manny und seine Freunde treten eine waghalsige Abenteuerreise in eine Welt an, in der ein Mammut beileibe nicht das größte Tier ist…
Die Blue Sky Studios haben wahrlich ganze Arbeit geleistet und sich so richtig ausgetobt, gerade in Bezug auf fantasievolle Gestaltung bunter Landschaften, detailreicher Ausarbeitung der Figuren und turbulenter Action.
Ob Mammut-Fell, Pulverschnee, Lavastrom oder ein simpler Blitzschlag, - technisch befindet man sich auf absolut hohem Level und setzt in Sachen geschmeidiger Bewegung größtenteils neue Maßstäbe.
Dazu kommen einige neue Figuren, da Eichhörnchen Scrat ein weibliches Pendant beim Eichel-Jagen bekommt, ein Wiesel mit Augenklappe durch die unbekannte Dschungelwelt führt und schließlich steht ja noch der Mammut-Nachwuchs bevor.
Nicht zu vergessen die zahlreichen Bewohner des Dinosaurier-Landes, wovon viele eine Bedrohung darstellen, selbst eine überdimensionale fleischfressende Pflanze.
Plot und Humor leiden hingegen an der Aneinanderreihung zahlreicher Actionszenen.
Themen wie Freundschaft und Zusammenhalt werden nur vage angerissen, während der Humor oft primitiv rüberkommt, kindlich-alberne Züge annimmt oder mit der Brechstange zur Wirkung kommen soll.
Ähnlich knapp gehalten ist die Entwicklung der Figuren. Lediglich Säbelzahn-Tiger Diego bekommt ein paar besonnene Momente, Sid hingegen nervt eher, vielleicht auch durch die extrem überzogene Synchro von Otto Waalkes und die Opossum-Brüder treten leider arg in den Hintergrund. Highlights bieten wie gehabt die Sequenzen um Scrat, der im Zusammenspiel mit seiner Herzdame scheinbar alle Dimensionen überwindet.
Abwechslungsreich und mit hohem Tempo ausgestattet, gerät „Ice Age 3“ zu einem kurzweiligen, wenn auch etwas oberflächlichen Vergnügen.
Die Animation ist qualitativ erstklassig, die Menge an brachialer Action enorm und die Gestaltung des Nachwuchses ist im Allgemeinen recht goldig ausgefallen.
Sehenswert also in jeder Hinsicht, nur wer den Liebreiz der beiden Vorgänger sucht, dürfte ein wenig enttäuscht werden.
7 von 10
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