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Old Dogs - Daddy oder Deal (2009)
Eine Kritik von Mr. Hankey (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 17.01.2010, seitdem 796 Mal gelesen
Walt Becker scheint doch ein gewisses Gespür dafür zu haben, alternde Hollywood-Stars noch einmal auf die Leinwand zu bringen. Vor gut 2 Jahren erschaffte er mit "Wild Hogs" eine wirklich wunderbare Komödie um John Travolta, Tim Allen, Martin Lawrence und William H. Macy, die durchgehend Spaß macht und einfach nur ein herrlich aufgespieltes Männer-Quartett zu bieten hatte. Für "Old Dogs" macht er aus den vier Männern nun zwei Männer und John Travolta bleibt ihm treu. Anstatt den anderen Drei gibts aber nun Robin Williams, welchen man ja auch nur noch recht selten in einer Hauptrolle zu Gesicht bekommt. Und erneut muss man es Becker lassen, seine Hauptdarsteller zu einem gut gelaunten Spiel vor die Kamera bekommen zu haben, welche zudem eine recht prachtvolle Tube Klamauk ausdrücken. Mehr aber leider auch nicht.
Die dünne Story stört dabei noch am wenigsten, denn hier war von Anfang an nicht wirklich viel zu erwarten. Es geht um die beiden besten Freunde und Geschäftspartner Charlie und Dan, welche kurz vor einem großen Geschäfts-Deal stehen. Just zu diesem Zeitpunkt platzt Vicki, eine von Dans Ex-Frauen, wieder in dessen Leben und beichtet ihm zwei Kinder mit ihm zu haben. Nach einem kurzen Schock gewöhnt er sich langsam an den Gedanken und muss auch schon bald beweisen, dass er ein guter Daddy ist, als Vicki für zwei Wochen ins Gefängnis muss. Das Chaos nimmt seinen Lauf... Und dieser Lauf ist natürlich vollkommen überraschungslos. Denn das sich Dan am Anfang erst einmal wie der letzte Volltrottel aufführt, um im Laufe des Films dann zu so etwas wie einem Superdaddy zu werden, dass dürfte doch so ziemlich jeder erwartet haben, der sich auf den Streifen einlässt und die Inhaltsangabe gelesen hat.
Und wer zudem den Trailer kennt, der weiß auch, dass dieser Film vor allem eins zu bieten hat: Klamauk ohne Grenzen. Ja und genau in diesem Momenten, welche vor allem die erste Hälfte des Films dominieren, macht Walt Becker alles richtig und beweist einmal mehr, dass er es gut drauf hat seine Gags zu timen und diese zudem nie als mehr erscheinen lassen, als was sie sind. Und gerade deshalb macht der Klamauk lange Zeit auch wirklich Spaß, wenn auch irgendwo sinn- und tiefenlos, was nun aber nicht immer unbedingt schlecht sein muss. Wenn die beiden Freunde z. Bsp. erst einmal ein ganzes Camp ins Chaos stürzen und es dann sogar komplett niederbrennen, oder wenn Dan mit einem wichtigen Geschäftskunden eine Runde Golf spielt, zuvor aber versehentlich Pillen geschluckt hat, welche die Tiefenwahrnehmung stören und Charlie sich gleichzeitig bei einer Trauergruppe komplett zum Idioten macht, dann kann man sich teilweise wirklich kräftig auf die Schenkel klopfen, so Over the Top ist das Gezeigte hier. Auch wenn einem die Klamaukgranate ab und an vielleicht schon ein wenig zu viel wird, so muss man es Becker einfach lassen, dass er seine Stars zu komödiantischen Hochflügen des wirklich albernen Humors anspornen kann, der immer wieder wieder so gezündet wird, dass man sich einen Pruster nach dem Anderen nicht verkneifen kann, vorausgesetzt natürlich, man kann mit dieser Art von Humor etwas anfangen.
Doch leider geht dem ganzen Spaß nach gut 50 (von 90) Minuten plötzlich komplett die Puste aus, denn ein Disney-Film ohne Familienmessage, dass ist wohl selbst im Jahre 2009 noch nicht möglich. Nun gut, wenn man ehrlich ist, hat man es so ganz ohne Message auch nicht erwartet, doch was hier plötzlich an Heilige-Familie-Firlefanz aufgezogen wird, dürfte selbst manchem Disney-Fan deutlich zu viel sein. Aus der bisher so turbulent überdrehten Komödie wird schnurstracks ein Film, in dem es nur noch darum geht, dass Dan ein guter Vater wird, der seine Kinder nicht verlieren will, möglichst seine Ex-Frau zurückhaben will und dabei natürlich alles sausen lässt, was ihm früher wichtig war. Der große Deal seiner Firma platzt, es gibt die übliche Bruchszene mit seinem besten Freund, nur um schnell zu merken, dass es ja doch nicht ohne ihn geht und so weiter und so fort. Familie ist das wichtigste, lautet schon immer Disneys Motto. Doch wo das Studio dieses Motto in seinen Zeichentrickfilmen meist sauber und ohne großes Gezedere auf den Zuschauer herüberbringt, haut einem das Studio die Message hier mal wieder derartig mit dem Holzhammer über die Birne, dass man langsam nicht mehr wirklich weiß, was das Gesülze eigentlich noch soll. Da wünscht man sich doch ganz schnell wieder den Klamauk vom Anfang zurück, doch selbst dieser zündet nun nur noch teilweise, z. Bsp. wenn die beiden Freunde von Pinguinen attackiert werden. Die ausgewalzte Szene mit Seth Green und dem Gorilla geht einem dagegen schnell auf den Zünder.
Na ja, wenigstens können die Stars noch überzeugen. Das Robin Williams schon immer einer der größten Clowns Hollywood war ist ja bekannt, einen John Travolta, der sich komplett zum Affen macht, hat man dagegen nur selten gesehen. Hier funktioniert dieser etwas merkwürdige Vorsatz jedoch recht gut und man muss es dem Duo lassen, dass sie ihre komischen Szenen auch wirklich gut zur Schau stellen. Aber auch alle anderen Darsteller, darunter Seth Green, Kelly Preston oder Matt Dillon machen ihre Sache gut. Nur das der vor kurzem verstorbene, wunderbare Berny Mac in einer so unbedeutenden kleinen Nebenrolle wie hier seinen Abschied geben musste, ist dann doch etwas Schade.
Fazit: Klamauk Top, ansonsten Flop, so könnte man "Old Dogs" am besten beschreiben. Während Regisseur Walt Becker in der ersten Hälfte ein wahres Klamauk-Feuerwerk abbrennt und dabei nicht selten dennoch für ordentliche Schenkelklopfer sorgen kann, haut er mit dem Rest so derartig daneben, dass man sich schnell nach seinen "Wild Hogs" sehnt. So ein derartig schmerzhafter und ausgewalzter Moral-Holzhammer wie hier dürfte selbst eingefleischten Disneyfans zu viel sein, zumal sich das Ganze auch so gar nicht mit dem sonstigen Klamauk vereinen kann. Mit viel Bier und den entsprechenden Kumpeln vor der Glotze, kann das Ganze an einem verregneten Sonntag-Nachmittag noch angehen, doch für Walts nächsten Streifen hoffe ich jedoch, dass er sich wieder mehr in die Richtung des Vorgängers besinnt, ohne den Familienhammer in knapp 50% des Films. Denn dann dürfte einer neuen guten Comedy eigentlich nicht im Wege stehen. So wie hier geschehen, wird das aber nichts!
Wertung: 5/10 Punkte
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