Ein paar junge Leute gehen in den Bergen klettern, sind schon bald gezwungen die vorgeschriebene Route zu verlassen und haben ab dann nur noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen, wie da wären: die hitzigen Beziehungskisten, die in den Bergen unerfahrenen Mitglieder der Gruppe und der wahnsinnige Hinterwäldler, der ihnen allen nach dem Leben trachtet…
Oh sorry, jetzt ist es mir glatt herausgerutscht, dass das Böse, das in den Bergen auf unsere Protagonisten wartet nicht der Bigfoot, das Loch Ness Monster oder der mumifizierte DJ Ötzi ist. Schade eigentlich… Naja, andererseits aber auch ziemlich egal, kommt der Irre doch erst die zweite Hälfte des Films ins Spiel. Bei der ersten Hälfte des Streifens handelt es sich nämlich um packenden Bergsteiger-Thrill, bei dem selbst dem „Cliffhanger“ einer abgehen dürfte. Die erste Hälfte kommt also komplett ohne Killer, ohne Übersinnliches, ohne Mord und Totschlag aus. Die erste Hälfte ist ganz erträglich und auch gut spannend, wenn auch nicht übermäßig einfallsreich.
Dann stoßen die Hobby-Bergsteiger allmählich auf Fallen im Wald und der Hinterwäldler macht sich bemerkbar. Ab dann wird der Streifen leider richtig schlecht. Es folgen eine Hütte im Unterholz, zwei Twens, die gefesselt von der Decke baumeln, ein Keller voller Leichenteile und ein Spargeltarzan von Killer, dass man meinen könnte, der Wind allein könnte ihn jeden Moment vom Matterhorn blasen.
HIGH LANE ist so etwas wie „Descent“ über der Erdoberfläche oder „Wrong Turn“ in den Bergen. Oder besser: er wäre am Liebsten etwas dergleichen gewesen. Alles stinkt nach dem verzweifelten Versuch auf die Schnelle einen zweiten „Frontier(s)“ hin zu schlonzen. Viel zu unzwingend sind aber Thrill und Gore und mit der Story von dem zurückgebliebenen, allein in der Wildnis aufgewachsenen und deshalb zum Massenmörder herangereiften Jungen holt man doch heutzutage auch keine Oma hinterm Sofa mehr vor. Was macht die Alte da hinten eigentlich…?
Fazit:
Die Teeniehorror-Variante von „Beim Sterben ist jeder der Erste“. Reinhold Messner und der Yeti wären stolz auf euch. Der Rest der Menschheit ist es nicht.