Review:
Das Geheimnis der Zauberpilze wird zwar erst Anfang August gelüftet, aber wir werfen heute schon mal einen Blick in den Film.
Zwei Freunde gehen in den Wald, betrinken sich ordentlich und
aus einen kleinen Spaß wird böser Ernst, denn einer der Beiden kommt bei einem Unfall ums Leben. Als "Der Lange" die Leiche seines Freundes im Wald verscharren will, trifft er auf einen Zwerg, der ihm erzählt, dass es
Zauberpilze gibt, die seinen Freund wieder vitalisieren önnen. Aber an die Pilze ranzukommen ist alles Andere als einfach. Denn auf der Suche nach den Zauberpilzen trifft er nicht nur auf einen freundlichen Hippie, sondern auch auf einen kannibalistischen Einsiedler und anderen Gestalten, aber was wird ihm am Ende seiner Suche wirklich erwarten!?
Das Geheimnis der Zauberpilze ist der erste Langfilm aus der Schmiede von P.S.Y.C.H.O. Productions und er macht einfach Spaß. Und zwar Spaß von der ersten Minute an, wenn man auf zwei Chaoten trifft, die sich einem Besäufnis hingeben, geht man von den vielen Flaschen im Vordergrund aus, und selbst auch Das Geheimnis der Zauberpilze schauen. Das verspricht schon mal Trash feinster Güte und damit wurde ich dann auch nicht enttäuscht. Dieser Film dürfte das Herz vonTrash-Fans höher schlagen lassen.
Denn es ist alles da – oder auch nicht. Es hängt schon mit dem Bild des Films an. Es ist dreckig, es wurde wohl mit einer schmutzigen Kamera gedreht – also macht euch keine Gedanken drüber, dass euer Monitor oder Bildschirm beschmutzt ist. Solche Verschmutzungen kenne
ich sonst nur von Leinwänden in kleinen schmuddeligen ("Grindhouse-") Kinos, kann aber den Film angerechnet werden, sollte man diesen Flair mögen.
Die Handlung und die Darsteller tun das ihr Übriges. Bei Zauberpilzen liegt der Gedanke bei bewusstseinsverändernde Substanzen doch sehr nahe und dies wird auch durch den Hippie und den "Vitalisieren" bedient, aber eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass dieses Zeugs einen
verrückt macht und "verrückt" passt sehr gut zur Beschreibung der
Handlung. Weil anders macht es keinen "Sinn", dass man einen Hippie foltern muss, um an Informationen zu kommen, wobei man dann aber erst mal auf einen Soldaten stößt, der einen imaginären Krieg führt, aber letztlich bei einem kannibalistischen Einsiedler landet, der Einem zu einen riesigen Pilz führt, dessen Tentakel man(n) lecken soll. Wie gesagt, das ist einfach errückt, muss man aber auch selbst erlebt haben.
Auch deswegen schon, dass all die Rollen durch nur 2 Darsteller umgesetzt wurden. Wobei Crippler Criss nur eine Rolle übernimmt, weil er stetig auf dem Weg zu den Zauberpilzen ist. Aber Mr Heppot schlüpft in die Rollen als Hippie, Soldat, Einsiedler und als Zwerg, welcher von der Größe her perfekt mit dem Trick "Der kleinen Frau" dargestellt wurde. Große darstellerische Leistung darf man hier auch nicht erwarten – wobei ich aber auch denke, dass man hier auch gar nicht schauspielern
wollte. Ist wahrscheinlich auch ganz gut so, denn zu Einem erspart es dem Zuschauer peinliches Overacting – wo Fremdscham manchmal eine neue Dimension annimmt – und zum Anderen könnte man bei diesem Film ein Trinkspielchen durchführen. Denn immer wenn das Wort "Alter" fällt wird was getrunken und bis der Film dann zu Ende ist, dürfte Keiner mehr gerade stehen.
Da wären dann auch noch die SFX. Anfangs dachte ich, dass hier mehr rumgesaut wird, aber es hielt sich dann doch in Grenzen und es war auch nicht nur Effekthascherei. Dennoch könnt ihr beruhigt sein – der Gorehound in Einem kommt dennoch auf seine Kosten. Vor allem da es sich hier um handgemachte Effekte andelt und diese sind blutig bis ekelig
ausgefallen. Einige von der Machart her sehr offensichtlich, aber dies ist auch förderlich für den Trash-Charme.
Blutige Sauereien sind auch immer so eine Sache mit der Zensur legt man solche Filme zur Prüfung vor und auch das Thema Zensur an der Filmkunst wurde sehr schön hier untergebracht. Kurz vor einem SFX gibt es einen Schnitt mit Übergang zu einem schwarzen Bildschirm und dann trifft man wieder auf die beiden Chaoten vom Anfang, die sich beklagen, dass der Film bei den interessanten Stellen geschnitten wurde. Es wird aber Abhilfe geschaffen indem die ungeschnittene Version besorgt wird, die dann eingelegt und weitergeschaut wird von den Beiden – und wir als
Zuschauer kommen dann auch in den Genuss der "geschnittenen Szenen". Vielleicht noch zur Erklärung – der Film wird öfter mal von den Beiden unterbrochen und die diskutieren dann auch drüber wie schlecht der Film doch eigentlich ist. Zumindest einer der Beiden findet ihn schlecht.
Für den Anderen ist Zauberpilze wahres filmisches Schaffen.
Jetzt stellt sich vielleicht der Ein oder Andere die Frage – und was ist mit der Spannung?
Vergesst die Spannung bei diesem Film. Hier zählt sehr viel mehr der Spaß-Faktor. Daraus zieht man hier die Unterhaltung, weil dieser Film kann man zu keiner Minute ernst nehmen. Dafür ist alles zu abgedreht und trashig.
Daher werden wohl auch nur Freunde von Amateur- bzw. Trashfilmen etwas mit Das Geheimnis der Zauberpilze anfangen können.