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Baba Yaga (1973)

Eine Kritik von Soonor (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 18.10.2008, seitdem 352 Mal gelesen


Auf dem Heimweg von einer ausschweifenden Party macht die Fotografin Valentina Bekanntschaft mit einer geheimnisvollen älteren Frau, die sich ihr als „Baba Yaga“ vorstellt. Von da an geschehen einige merkwürdige Dinge in Valentinas Umfeld...

Ok, man könnte es sich jetzt einfach machen und den Film als Fantasy abtun, da Baba Yaga eine Figur aus der slawischen Mythologie ist (wo sie sowas wie eine Hexe darstellt). Ich bin aber der Meinung dass der Film auf mehreren Ebenen spielt. Da wären zum einen die psychedelisch anmutenden Traumsequenzen, welche das Interesse aller Freunde der Tiefenpsychologie wecken dürften. Zum anderen enthält der Film auch Gesellschaftskritik, speziell an der modernen Welt. Es wird sehr locker über Politik und das Arbeitsleben philosophiert, und das wirkt weder unpassend noch aufgesetzt.

Was mich letztendlich fasziniert hat, kann ich nicht genau sagen, da eigentlich gar nicht soviel passiert. Es muss also an der Inszenierung des Stoffes liegen, und die ist mehr als gelungen. Die Optik des Films hat einen surrealen Touch, welcher in Valentinas Träumen nochmals gesteigert wird. Die Kameraeinstellungen lassen auf einen erfahrenen Regisseur schließen, dessen andere Werke mir aber nicht bekannt sind. Die Geschichte ist ebenso fesselnd wie simpel, was alles andere als leicht umzusetzen ist. Die Darsteller sind engagiert bei der Sache und werden ihren jeweiligen Rollen absolut gerecht. Der Soundtrack ist sehr jazzlastig, und auch wenn ich ihn mir nicht losgelöst vom Film anhören wollte, passt er perfekt zu den oft seltsamen Bildern. Vom technischen Aspekt her würde ich also sagen dass hier ein kleines Kunstwerk vorliegt, das sich Fans des italienischen Kinos der 70er Jahre nicht entgehen lassen sollten. Ich selbst bin diesbezüglich eher den Giallos zugeneigt und fand trotzdem Gefallen am Gesehenen, also lasst Euch vom übernatürlichen Aspekt nicht abschrecken. Und etwas Abwechslung hat bekanntlich noch niemandem geschadet.

Zuletzt möchte ich noch anmerken dass es sich bei diesem Film, der in Deutschland unter dem Titel „Foltergarten der Sinnlichkeit 2“ vertrieben wird, nicht um die Fortsetzung von Joe D’Amatos „Emanuelle e Francoise le sorelline“ handelt, der auch als „Foltergarten der Sinnlichkeit“ bekannt ist und erst 3 Jahre später gedreht wurde.

„Baba Yaga“ bekommt meinerseits 8 von 10 Punkten.


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