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Schöne Bescherung (1989)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 20.12.2006, seitdem 738 Mal gelesen


Nach der Freizeitparkreise und dem Europatrip nimmt „Schöne Bescherung“ den nächsten Feiertag für die Griswold-Familie unter die Lupe: Das Weihnachtsfest.
Clark W. Griswold (Chevy Chase) hat sich in den Kopf gesetzt, dass auch Weihnachten perfekt sein muss: Prächtig geschmücktes Haus, alle Verwandten vor Ort, aufwändiger Festschmaus usw. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...
Mit dem dritten und gleichzeitig besten Film über die Chaos-Sippe landet das Satiremagazin National Lampoon, welches die Griswold-Filme allesamt produzierte, einen echten Comedyvolltreffer. Dabei macht sich „Schöne Bescherung“ nett über übertriebene Weihnachtsbräuche lustig wie z.B. den Dekorationswahn (Clark bringt z.B. Lichterketten mit 25.000 einzelnen Leuchten am Haus an) oder die Idee, die gesamte Familie zu vereinen, obwohl sich die Leute nicht alle so wirklich grün sind.

Feingeistig ist das Treiben natürlich nicht und auch die Story ist sicher nicht preisverdächtig, aber hier geht es allein um Comedy. Das Team um Regisseur Jeremiah S. Chechik und Drehbuchautor John Hughes, der ja auch mit „Kevin – Allein zu Haus“ ein Chaosweihnachten abfeierte, setzt dabei mehr auf Tempo als auf Clous: So wird natürlich alles schlimmer, bevor es besser wird und Clark steht kurz vorm Nervenzusammenbruch, ehe dann das Happy End kommt – also business as usual im Comedygenre.
Doch das fällt angesichts des komödiantischen Timings nicht schwer ins Gewicht. Die Gags treffen fast immer ins Schwarze, denn „Schöne Bescherung“ bietet immer wieder Slapstick vom Feinsten. Egal ob die unausstehlichen Yuppie-Nachbarn unter den Griswolds leiden müssen, man einen Weihnachtsbaum besorgen muss oder eine Schlittenfahrt zum Höllentrip wird – es ist immer wieder eine Freude. Gelegentlich mischen sich auch amüsante Sprüche ins Geschehen (z.B. Rustys Reaktion, als er Clark beim Checken der Birnen helfen soll).

Nur im letzten Drittel lässt das sonst so witzige Treiben etwas nach, wobei die Macher den Kitschanteil schön klein halten. Das einzige kleine Problem ist das Auftauchen von Cousin Eddie Johnson (Randy Quaid), der immer mal wieder für Proll- und Ekelgags herhalten muss. Teilweise sind die Gags zwar ganz nett (z.B. das Ausleeren der chemischen Toilette), aber es ist teilweise einfach etwas zuviel des flachen Humors.
Wirklich gut hingegen ist die Besetzung, wobei natürlich Chevy Chase und Beverly D’Angelo als Griswold-Regulars mal wieder die Eltern geben und das gewohnt gut. Randy Quaid besitzt Gespür für Comedy und gibt den Vollproll Eddie trotz seiner Macken noch sympathisch. In einer frühen Rolle ist Juliette Lewis als Tochter des Hauses zu sehen, aber ihre Performance bleibt kaum im Gedächtnis. Kleine, aber prägnante Parts als Yuppie-Ehepaar von nebenan haben „Seinfeld“-Darstellerin Julia Louis-Dreyfus und Pyun-Spezi Nicholas Guest inne.

So bleibt trotz der etwas simplen Story ein vergnügliches Anarchoweihnachten mit gut aufgelegten Darstellern und wunderbar getimten Gags. Gerade in der Adventszeit immer wieder gern zum Ablachen gesehen, vor allem in größerer Runde.


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