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Schöne Bescherung (1989)

Eine Kritik von nofx-total (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 30.11.2008, seitdem 374 Mal gelesen


Nach den beiden haarsträubenden Reiseabenteuer der Familie Griswold gab es mit „Christmas Vacation" noch einen weihnachtlichen Nachschlag (den viel späteren Las-Vegas-Teil lasse ich mal dezent außen vor) und Chevy Chase in seiner wohl besten Rolle. Während bei den ersten beiden Teilen die Gagmaschine nicht immer auf Hochtouren lief und insbesondere für meinen Geschmack die Reise nach Europa ein paar Durchhänger hatte, kann man mit „Schöne Bescherung" rundum zufrieden sein.

Die Bandbreite der hier abgefeuerten Salven reicht hier von Holzhammerhumor, Slapstick bis hintergründigem Witz, manchmal musste man sogar etwas genauer hinhören, um die beiläufigen Pointen auszumachen. „Christmas Vacation" erinnerte einem da fast an beste Abraham/Zucker-Produktionen.

Dabei werden beim Griswoldschen Weihnachtsfest all die spießigen Peinlichkeiten und weihnachtlichen Rituale aufs Korn genommen, für die mittlerweile nicht nur die Amerikaner, sondern mittlerweile auch die Deutschen ein Faible haben. Zumindest früher gab es nicht diese ausufernden Dachbeleuchtungen, mit der nicht nur ein Clark Griswold, sondern auch ein Atomkraftwerk so seine Mühe hat. Auch alle anderen Zutaten passen wie die Faust aufs Auge. Egal ob versnobtes Nachbarspärchen oder der Besuch der eigenen Verwandtschaft, so richtig sympathisch ist hier keiner und man wünscht sich als Zuschauer, von der ganzen Bagage bloß keinen persönlich kennen zu lernen, ganz besonders Cousin Eddy, der hier für die Ekelszenen verantwortlich zeichnet.

Es gibt aber auch die melancholischen Momente in dieser Komödie, wenn etwa Clark, zwar unfreiwillig festgehalten auf dem Dachboden, alte Privatfilme von Weihnachten hervor kramt und ebenso wie der Zuschauer mit einer Träne im Gesicht feststellen muss, dass früher vieles besser war. Dazu passend auch der erhebende Moment, wenn Griswold seine Weihnachtsgratifikation in Empfang nimmt, die eigentlich keine ist, somit wäre also der sozialkritische Teil mit dem geizigen Kapitalistenchef auch abgehandelt. Der letzte Weihnachts-Kitsch wird dann von einer Explosion der Klärgrube hinweggefegt, ein wirklich passendes Ende für diese Hommage an unser Lieblingsfest.

Fazit: Alle Jahre wieder - das gilt nicht nur für Weihnachten. Wer Chevy Chase mag, wird auf diesen Film in der Vorweihnachtszeit nicht verzichten wollen. Und alle, die Juliette Lewis mal in einer lustigen Rolle sehen wollen, auch. Na dann, Frohes Fest!


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