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Hollow Man - Unsichtbare Gefahr (2000)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 09.08.2010, seitdem 416 Mal gelesen


Inspiriert durch den Roman von H.G. Wells namens "The Invisible Man", war es Andrew W. Marlowe (Air Force One, End of Days) der daraus eine Story bastelte die gleichzeitig ein wenig die Züge eines "Jekyll und Hyde" annimmt. Der niederländische Regisseur Paul Verhoeven (RoboCop, Total Recall), der sich zwischen seinen Regiearbeiten gerne eine mehrjähtige Pause gönnt, hatte zuvor mit "Starship Troopers" ein Film-Großprojekt erfolgreich abgeschlossen. Nun nahm er sich dieser 95 Millionen Dollar Produktion an, zog sich jedoch danach für eine Weile aus dem Geschäft zurück. "Hollow Man" war finanziell erfolgreich, doch die Begeisterung der Zuschauer und Kritiker hielt sich sehr in Grenzen. Trotzdem folgte sechs Jahre später ein wesentlich schlechteres DTV-Sequel.

Der Wissenschaftler Sebastian Caine (Kevin Bacon) ist ein Genie und wurde deswegen vom Pentagon mit einem besonderen Forschungsprojekt betraut. In einem unterirdischen Labor ist es ihm und seinen Mitarbeitern gelungen einen Gorilla unsichtbar und danach wieder sichtbar zu machen. Doch Sebastian hat noch nicht genug, er bietet sich selbst als Testperson an. Tatsächlich wirkt das Serum und Sebastian ist unsichtbar. Jedoch scheitert der Versuch ihn wieder sichtbar zu machen und so wird Sebastian zunehmend aggressiver. Als Linda McKay (Elisabeth Shue) und Matthew Kensington (Josh Brolin) das Ganze publik machen wollen, dreht Sebastian durch. Er sperrt seine Crew im Labor ein, um sie dort nach und nach zu töten.

Die Effekte waren damals bahnbrechend und sind heute noch ein Augenschmaus. Hier ist nur der menschliche Körper unsichtbar, nicht auch noch seine Kleidung. So musste das Innere des Menschen detailgetreu dargestellt werden und hier ist Scott Anderson wirklich ein kleines Meisterwerk gelungen. Die Prozedur einen Körper verschwinden zu lassen oder ihn wieder herzustellen sieht ziemlich echt aus. Aber so gerne man weiter schwärmen würde, denn "Hollow Man" hat auch einige Schattenseiten. Natürlich klingt das Ganze interessant und fasziniert auch auf gewisser Ebene, das täuscht nicht darüber hinweg, dass dieser Sci-Fi-Thriller erst sehr spät in die Gänge kommt. Zuerst werden Forschungen an einem Gorilla vorgenommen und die drei Hauptcharaktere bleiben trotz massig Screentime oberflächlich. Der exzentrische Sebastian hat mal eine Beziehung mit Linda, doch die hüpft nun mit Matthew in die Kiste. Zwischendurch versucht Sebastian seine ehemalige Liebe zurück zu gewinnen und genau solche Elemente bringen den Film in keinster Weise weiter, oder sorgen für Tiefe bei den Figuren. Es dauert zwar nicht lange bis Sebastian unsichtbar gemacht wird, dennoch entfaltet sich "Hollow Man" erst im letzten Drittel richtig.

Positiv anzumerken wäre noch die Kritik an der Forschung, denn es müssen einige Grenzen überschritten werden, damit man weiterkommt. Und natürlich die Frage, was würde man machen wenn man unsichtbar wäre ? Sebastian nutzt dies gnadenlos aus, zuerst treibt er nur ein paar Spässe mit seinen Kollegen, doch er wird immer bösartiger. Er flieht aus dem Labor, lässt seinen Neigungen freien Lauf, zum Beispiel stattet er seiner hübschen Nachbarin einen Besuch ab, die er sonst immer durchs Fenster beobachtet. Irgendwann ist die Zeit gekommen, das Projekt auffliegen zu lassen, was Sebastian vollends zur Bestie werden lässt. Leider ist vorher nicht sonderlich viel los, einige Passagen sind sogar langweilig, bevor Verhoeven dann endlich seine wahren Qualitäten zeigt. Eingesperrt im unterirdischen Labor muss die kleine Gruppe um ihr Überleben kämpfen, hier finden auch ein paar blutige Szenen ins Geschehen, wenn Sebastian seine Mitarbeiter mit verschiedenen Waffen grausam ermordet. Gedreht wurde größtenteils in Kalifornien in den Sony Picture Studios, wo der Laborkomplex errichtet wurde. Der ist zwar nicht sonderlich groß, aber genau deswegen wirkt das gelungene Finale so beklemmend. Auch ist Kevin Bacon (Death Sentence, 24 Stunden Angst) die richtige Wahl den Exzentriker Sebastian zu verkörpern, auch wenn er meist nicht zu sehen ist. Er hat dieses gewisse Etwas den Unsympathen brillant zu mimen. In weiteren Rollen Elisabeth Shue (Molly, Hide and Seek), Josh Brolin (Planet Terror, Mimic) und William Devane (Der Mann mit der Stahlkralle, Der Marathon-Mann).

Tolle Effekte, eine hochwertige Besetzung, nebst guter Kulisse und Score. Doch "Hollow Man" ist eine zähe Angelegenheit und Verhoeven darf sich erst im letzten Drittel richtig austoben. Man beschäftigt sich viel zu lange mit Sebastians Charakterwandlung völlig ohne Höhepunkte. So wurde eine gute Idee mit einfachen Mittlen vergeben.


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