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Wo die wilden Kerle wohnen (2009)

Eine Kritik von buxtebrawler
eingetragen am 22.07.2010, seitdem 147 Mal gelesen


US-amerikanische Verfilmung eines mir unbekannten Kinder-Bilderbuchklassikers, der unter der Regie von Spike Jonze auf Spielfilmlänge gestreckt wurde. „Wo die wilden Kerle wohnen“ ist abenteuerliche Fantasy bzw. ein fantastisches Abenteuer für Kinder, denen riesige, zottelige Monstren, die auch mal böse werden, nicht zu gruselig sind. Der hyperaktiv anmutende, sich von seiner Familie vernachlässigt fühlende Max flüchtet sich in eine Fantasiewelt, die von eben jenen Wesen, den „Wilden Kerlen“, bewohnt wird. Diese vertreiben sich die Zeit mit zumindest dem erwachsenen Zuschauer unvernünftig und destruktiv erscheinenden Dingen und sind überrascht von Max’ Erscheinen, der sich ihnen als König ausgibt. Als König der „Wilden Kerle“ nun wird ihm plötzlich die Verantwortung über seine „Untertanen“ zuteil, was natürlich unweigerlich zu Schwierigkeiten wie gekränkten Eitelkeiten, Enttäuschungen etc. führt. Das soll vermutlich auch die pädagogische Aussage dieses Films sein, wobei ich mir kein Urteil darüber erlauben kann, inwieweit diese Botschaft bei der Zielgruppe ankommt bzw. wie sinnvoll sie überhaupt ist. Die Fantasiewesen jedenfalls sehen eindrucksvoll aus und versprühen einen herrlich anarchistischen Charme, der den größten Unterhaltungswert des Films ausmacht. Als es später zu den bereits erwähnten Problemen kommt, wird „Wo die Wilden Kerle wohnen“ für meinen Geschmack zu rührselig und traurig. Das ist zwar noch kein Vergleich zu dem Kitsch oder auch der inhaltlichen Härte, die manch andere Kindergeschichte mit sich bringt, trotzdem wird der Handlung ab diesem Zeitpunkt viel von ihrer humoristischen Leichtigkeit genommen, die mich an die einiger Gestalten aus der „Sesamstraße“ erinnert und für mich als erwachsenen Zuschauer den eigentlichen Reiz des Films ausgemacht hat.

Der Prolog vor Max’ „Flucht“, der nachvollziehbar und auf ein vereinfachendes Gut/Böse-Schama verzichtend Max’ Situation schildert, wurde sehr gut umgesetzt. Seine Konfrontation mit den „Wilden Kerlen“ empfand ich, wohl wissend, dass ich nicht zur Zielgruppe zähle, zunächst als gewöhnungsbedürftig, wurde aber bald vom Charme und Humor der seltsamen Wesen gefangen genommen. Zugunsten der pädagogischen Ausrichtung wurden diese aber bald aufgegeben, was den Film etwas anstrengend machte. Nichtsdestotrotz konnte ich mich über die gesamte Spielzeit an den hervorragenden Leistungen des Kinderdarstellers, atmosphärischen Landschaftsaufnahmen aus der Welt der „Wilden Kerle“ und der liebevollen Gestaltung der Kreaturen erfreuen. An einen Film wie z. B. Jim Hensons „Die Reise ins Labyrinth“ mit Jennifer Connelly und David Bowie kommt „Wo die Wilden Kerle wohnen“ aber nicht heran.


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