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Kleine Wunder in Athen (2009)
Eine Kritik von niklas90 (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 01.07.2010, seitdem 544 Mal gelesen
Antonis Kafetzopoulos spielt den Besitzer eines mäßig laufenden Kiosks in Athen, der kürzlich von seiner Frau verlassen wurde, seine von einem Schlaganfall geschwächte Mutter pflegt und zu allem Überfluss auch noch an Schlaflosigkeit leidet. Sein Leben ändert sich schlagartig, als ein Albaner auftaucht, der behauptet, sein Bruder zu sein und damals in der Heimat zurückgelassen worden zu sein, als die Mutter mit ihm nach Griechenland floh. Das Weltbild des griechischen Patrioten wird erschüttert.
"Kleine Wunder in Athen" hat durchaus brauchbare Ansätze. Da wäre besonders die Konstruktion der Hauptfigur: Stavros ist ein relativ typischer Grieche, er ist Patriot, verfolgt jedes Spiel der Nationalmannschaft, gibt sich nur mit seinesgleichen ab und hat für Ausländer, speziell für Albaner, wenig übrig. Zu einer tragischen Figur machen ihn die geschwächte Mutter und die Schlaflosigkeit.
Immer wieder werden der Protagonist und die Verhältnisse in denen er lebt ganz nett karikiert, etwa, wenn die untätigen Kiosk- und Ladenbesitzer, die den ganzen Tag Bier trinken, herumsitzen und auf der Kreuzung Fußball spielen über die Albaner und Asiaten herziehen, die fleißig in der Nachbarschaft arbeiten, bzw. diese sogar daran zu hindern versuchen. Und mitten in die Welt des Mannes, dessen kulturelle Identität, auf die er sehr stolz ist, so ziemlich das einzige ist, was ihm geblieben ist, tritt nun ein Albaner, der behauptet, sein Bruder zu sein und, dass auch er ein geborener Albaner ist. Er will es nicht glauben, doch spätestens als seine Mutter albanisch zu sprechen beginnt und die Geschichte bestätigt, ändert sich einfach alles.
So viel zu den guten Einfällen, die insofern geschickt ausgespielt werden, dass durchaus ein paar amüsante Szenen gelingen, immer dann, wenn die Kiosk- und Ladenbesitzer durch den Kakao gezogen werden, ohne, dass die Figuren zur Karikatur verkommen. Doch ansonsten macht Regisseur Fillipos Tsitos leider letztlich mehr falsch als richtig. Die Geschichte ist letztlich sehr zäh erzählt, sodass sich einige Längen ergeben und besonders zum Ende hin weiß man nicht so recht, wo der Film eigentlich hin will. Warum schließlich in Frage gestellt wird, ob der Bruder nun ein Bruder ist, bleibt unklar, hinzu kommt, dass eine finale Aussage fehlt. Dies macht den Film durchaus realistisch und umschifft altbekannte Stereotypen, aber es erschließt sich auch keine Aussage, kein rechter Sinn aus dem Gezeigten, da vor allem zum Ende hin einiges sehr konfus wirkt. Und dies kompensiert auch der gute Hauptdarsteller nicht, wobei auch die Nebendarsteller durchaus versierte Arbeit leisten.
Fazit:
Ein paar gute Ansätze und amüsante Momente sind durchaus vorhanden, aber letztlich hätte man "Kleine Wunder in Athen" besonders zum Ende hin eindeutig straffen und schneller erzählen müssen. So geht dem immer konfuser werdenden Film regelrecht die Puste aus.
51%Â Â
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