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Wrong Turn 3: Left for Dead (2009)
Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 27.11.2009, seitdem 1154 Mal gelesen
Was haben wir hier wieder gelernt? Wenn man sich beim Gefangenentransport an Ketten in der Wildnis befindet und ein Mitglied innerhalb der Reihe draufgeht, setze das Messer an den Knien an, dann muss man keine Knochen durchsägen, - den Rest der Beine kann man ja locker weiter tragen.
Ja, die dritte Runde für die degenerierten Inzucht-Kannibalen bietet eine Menge Lehrreiches, vor allem, dass ein Konzept nicht bis ins Unendliche ausgereizt werden kann.
Dennoch hat man es geschafft, mit dieser zweiten Fortsetzung ein hohes Tempo vorzulegen, etwas, was den Vorgängern eher verwehrt blieb.
Gelungen ist hier die Grundidee, dass Böse auf Böse trifft, denn ein paar Gefangene rund um Killer Chavez sollen über Schleichwege in einen anderen Knast verlegt werden.
Doch auf der Straße werden sie von einem alten Truck attackiert, der Gefangenenbus überschlägt sich und man muss zu Fuß durch die Walachei, da einige Pfeile bereits ihr tödliches Ziel fanden. Da kommen nicht nur Konflikte innerhalb der Gruppe auf, denn der Mutant hat bereits einige Fallen installiert…
Der Einstieg mit zwei Paaren offenbart recht fix, wie stark man im Verlauf auf Splattereffekte setzen wird, wenn sich nach weniger als fünf Minuten ein Speer durch eine entblößte Brust bohrt und dabei zeitgleich die Hand des Liebhabers durchlöchert. Kurz darauf fliegt noch ein Augapfel heraus und in weniger als sieben Minuten sind drei Tote zu verzeichnen.
Alex, die diesen Angriff überlebt, wird sich später der Gruppe um Nate anschließen, welcher eigentlich die Gefangenen überwachen sollte.
Zwar bilden die Gefangenen eher Stereotypen (typischer Autoknacker, sadistisch veranlagter Killer, bulliger Schläger und der unauffällige, vermeintlich Unschuldige), doch innerhalb dieser Gruppe kommt es regelmäßig zu Konfrontationen, sei es wegen der mitgeführten Waffen oder der Vorgehensweise, welchen Weg man einschlagen und wie man dem Mutanten entgegenwirken könnte.
Jene Konflikte beherrschen die Handlung lange Zeit stärker als das Eingreifen des Degenerierten, da dessen Fallen kurz und knackig zuschnappen, er selbst aber eher im letzten Drittel präsent ist.
Dabei ist der Erzählfluss geschmeidig und kontinuierlich mit kleinen Höhepunkten gespickt.
Beispielsweise ist während einer Szene mit fahrendem Auto deutlich der Blue Screen erkennbar, ein alter Dorfsheriff muss unbedingt den legendären Satz „Ich bin zu alt für diesen Scheiß“ geben und zwei, drei Computereffekte (Gesicht abgetrennt, Körper wird in drei Teile geteilt) sind so richtig grottenschlecht.
Dennoch beruht auf solchen Mankos ein enormer Unterhaltungswert, der lediglich durch die dummen Handlungsweisen während des Finales getoppt werden, denn wir wissen ja, dass ein Mutant dieser Art relativ unkaputtbar ist und sich auch innerhalb eines großen Waldgebietes butz von A nach B teleportieren kann.
Dennoch funktionieren Maske und FX insgesamt recht ordentlich. Der Kannibale (es ist tatsächlich nur einer) wirkt schön fies mit seinen schmalen Wangen, den langen Zähnen und den grauen Fusselsträhnen und auch innerhalb der Splattereffekte sind ein paar gelungene Szenen auszumachen (Öffnen einer Schädeldecke, das Umwickeln mit Stacheldraht).
Zwar agieren die Darsteller allenfalls durchschnittlich, doch viel haben sie auch nicht zu tun, außer weglaufen, sich gegenseitig zu verkloppen oder zu misstrauen (was bereits die schauspielerischen Glanzpunkte setzt).
Nein, so mies ist der dritte Teil „Wrong Turn“ wirklich nicht, vorausgesetzt, man geht mit niedrigen Erwartungen ran und ist bereit, ein paar Handlungslücken und Logiklöcher in Kauf zu nehmen.
Das schlichte Setting brachte auch die ersten zwei Teile nicht wirklich voran, dafür gibt es eine Menge Konflikte, ein paar fiese Figuren und ein herrlich überdrehtes Ende mit selten doofem Abschlussgag.
Nichts für Feingeister, auch nicht für pure Splatterfans oder Zuschauer die knallharten Terror anvisieren, sondern für solche, die sich von sehr plakativen Gestalten gerne eine Zeit lang berieseln lasen und dafür den einen oder anderen Gewaltausbruch dankend in Kauf nehmen.
Uncut, versteht sich.
6,5 von 10
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