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Wrong Turn 3: Left for Dead (2009)
Eine Kritik von Art Of Gore (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 22.01.2012, seitdem 176 Mal gelesen
Wrong Turn 3: Left For Dead
(20 Century Fox, UK-Fassung)
Nach dem teilweise unsäglichen 1. Sequel aus der "Wrong Turn"-Reihe machte ich mich umgehend an dessen Nachfolger "Left For Dead", dem ingesamt dritten Teil.
Hierbei haben wir es mit einem Gefangenentransport in einem Bus zu tun, der v.a. wegen des Schwerverbrechers Chavez zustande kommt, der früher als diesem lieb ist, in ein anderen Gefängnis verlegt werden soll. Um ja wenig Aufmerksamikeit zu erregen und damit auch zu verhindern, dass Chavez von seinen Gangmitgliedern befreit werden kann, wird eine Route durch einen abgelegenen Wald gewählt. Was sich natürlich als fataler Fehler herausstellt. Denn nicht Chavez' Leute warten dem Transport auf, sondern die hungrigen und bösartigen Rednecks, die man bereits aus den ersten beiden Teilen der Reihe kennt.
Und da haben wir bereits die erste große Schwäche dieses Films. Denn es gibt einfach zu viele Nebenschauplätze, neben des Kampfes Böse (Gangster) gegen noch Noch-Böser (Rednecks). Natürlich wird im Wald ein Geldtransporter mit massig Penunzen darin gefunden, was forthin fast mehr Augenmerk bekommt wie die blutgeilen Hillybillies. Da wird ums Geld gekämpft, sich gegenseitig ausgetrickst, aufeinander losgegangen usw. und die Rednecks bekommen meiner Meinung nach zwar nicht unbedingt zu wenig Screentime, sie spielen jedoch eine fast untergeordnete Rolle in diesem Film.
Damit der Zuschauer sich etwas leichter tut in Sachen Identifikation mit den Charakteren, werden ihm natürlich noch ein paar sympathischere Protagonisten zur Verfügung gestellt. Da hätten wir Nate und dessen Kollegen, die die Gangster überführen müssen, was auch nicht allzu realistisch erscheint, dass 2 spärlich bewaffnete und wenig überzeugend wirkende Polizisten 5 Schwerverbrecher bewachen müssen, mal davon abgesehen von einem Undercover-Cop in Verbrecher-Outfit.
Komplettiert wird die Protagonistenriege durch eine Rafterin, die ihre 3 Freunde im Vorspann auf grausame Art und Weise verlor, aber selbst überlebte. Denn der Film beginnt eben mit eben jenen 4 Freunden, die ein schönes Wochenende miteinander verbringen möchten, inkl. Rafting, Grillen, Drogen und - wer hätte es gedacht - Sex. 3 dieser Freunde werden jedoch auf gar nicht mal so unspektakuläre Weise um die Ecke gebracht. Hier wird ein Auge durchbohrt, der Augapfel anschließend genüsslich von einem Redneck verspeist, ein anderer wird durch den Mund hindurch gepfählt und der Dritte im Bunde wird gedrittelt. Wobei dieser Effekt weniger gelang und etwas billig erscheint, was etwas ärgerlich stimmt. Ansonsten macht der Anfang ziemlich Lust auf mehr.
Doch dann kommen wie gesagt die Verbrecher ins Spiel und ab dem Moment des Unfalls wirds etwas langweilig, obwohl eigentlich jedoch ständig was passiert. Doch der Film verliert dadurch an Spannung und Interesse, weil er ganz einfach kein typischer Backwoodslasher mehr ist, sondern tatsächlich eher ein Gefangenenausbruchfilm inkl. zweier Polizisten. Diese dezimieren sich teilweise selbst dermaßen, dass die netten Rednecks gar nicht mehr so viel zu meucheln haben.
Der Fund des Geldes tut sein Übriges, v.a. der in solchen Filmen eh schon begrenzten Logik tut das hier einen großen Abbruch. Die Verbrecher schlendern gemütlich durch den Wald, mehr damit beschäftigt, das Geld heile voranzutreiben und sich zu überlegen, wie man sich am besten weiter verhält, anstatt mal etwas auf die Tube zu drücken, um ihre Chancen des Ausbüchsens zu steigern. Die Darsteller agieren dabei beeindruckend ausdrucks- und eindruckslos. Selbst die beiden Hauptbösewichte, der Mexikaner und der Glatzkopf, mögen nicht wirklich beängstigend wirken. So ging es zumindest mir.
Kommen jedoch die Rednecks wieder ins Spiel, wirds ganz hübsch mitanzusehen. Diese gehen nämlich erneut hammerhart und gewohnt skrupellos zu Werk. An sich eigentlich schon überraschend, mit wie viel Gewalt Teil 2 und 3 getränkt sind, wenn man bedenkt, dass der Erstling ein reiner Mainstream-Film war meiner Meinung nach. Hier werden, abgesehen von bereits erwähnten Eingangsmorden, Gliedmaßen abgetrennt, Schädeldecken geöffnet, Hirnmasse anschließend verspeist, Menschen bei lebendigem Leib verbrannt und so weiter und so fort. Die Effekte sind allesamt ganz gut gelungen und heben die Qualität des Films enorm, muss ich sagen. Außerdem wirds zumindest daher etwas kurzweiliger, weil man nie weiß, auf welche Art und Weise das nächste Opfer der Rednecks abtreten muss.
Als Fazit bleibt zu sagen, dass die Story zwar interessanter und besser ist als die des zweiten Teils, jedoch aber leider auf das Wirken der Gefangenen mehr eingegangen wird als auf deren Kampf gegen die Rednecks. Horror-, geschweige denn Gruselstimmung mag somit gar nicht wirklich aufkommen. Die Schauspieler stellen maximal Durchschnitt dar, v.a. die Rolle des Nate scheint mir dermaßen falsch besetzt. Was den Film ein wenig rettet, ist die Oldschool-mäßige Aufmachung der Splattereffekte (von der Dreiteilung mal abgesehen) und die erneut gezeigte Kaltblütigkeit fast aller Beteiligten. Auch handwerklich ist alles in Ordnung, kann man sagen.
Doch am Ende nicht wirklich besser als Teil 2, was ich nach dem vielversprechenden Einstieg nicht gedacht hätte, dass ich das am Ende sagen würde.
5/10
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