Ansicht eines Reviews

Bad Lieutenant (1992)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 21.03.2006, seitdem 972 Mal gelesen


Einen sperrigen Film präsentiert Abel Ferrara mit „Bad Lieutenant“. Die eindringliche Charakterstudie eines heruntergekommenen Cops im ebenso heruntergekommenen New York. Vergebung der Sünden und Erlösung sind die zentralen Themen, die leider erst gegen Ende in den Vordergrund treten. Bis dahin quält man sich durch eine fragmentartige Erzählung, die nur durch einen herausragenden Harvey Keitel das Interesse aufrechterhält.

Dieser spielt den namenlosen LT. Er zieht sich mit allen Drogen zu, die der Markt so hergibt, innerhalb der Familie ist er ein Fremdkörper, er verwettet hohe Beträge bei Baseballspielen und lebt offen seine sexuellen Triebe aus. Als eines Tages eine Nonne vergewaltigt wird und diese ihren Peinigern vergibt, gerät der LT ins Rotieren.

Von vornherein: Die Sache ist nicht rund.
In endlos langen, fast statischen Szenen sieht man den LT von einem Drogenkonsum zum nächsten wanken, ohne dass man dabei erfährt, warum er so heruntergekommen ist. Ebenso wenig weiß man über seine Bezugspersonen, die zumeist nicht einmal vorgestellt werden. Von seinem eigentlichen Dienst als Cop sieht man fast nichts und so muß man mit der unlogischen Tatsache leben, dass ein zugedröhnter Cop mit all seinen Kontakten zu Dealern und Huren nie bei seinen Vorgesetzten oder Kollegen aneckt.
Eine zugegeben authentisch wirkende Bestandsaufnahme, doch irgendwann hat der Zuschauer begriffen, wie es um den LT steht, da muß nicht noch ein weiterer Schuss in einer minutenlangen Szene gesetzt werden.
So wird es zwischenzeitlich richtig langweilig und man wartet ungeduldig darauf, dass zwischen Rumhuren und Drogenkonsum endlich etwas Gehaltvolles geschieht.
In den letzten Minuten ist es dann auch soweit, der zuvor in Szene gesetzte Moloch erhält einen Sinn. „Jesus Christus ist für seine Sünden gestorben“ sagt die Nonne zu ihm, woraufhin der LT zur Selbsterkenntnis gelangt. Das ist soweit auch nachvollziehbar und funktioniert ganz gut, kommt nur leider reichlich spät

Hätte Ferrara nicht Keitel als Hauptdarsteller an Land gezogen, hätte der Film noch weniger funktioniert. Doch der gibt in der Rolle des menschlichen Wracks absolut alles und ist sich auch nicht zu schade, der Kamera seinen kleinen Freund zu zeigen. Gnaden- und schonungslos gut gespielt.

Doch letztlich kann auch Keitels fabelhafte Performance dieses Drama nicht retten. Zu bruchstückhaft wird erzählt, zu lange hält man sich mit immer wiederkehrenden Handlungen auf und zu lange muß der Zuschauer auf die sprichwörtliche Erlösung warten.
5 von 10 Punkten


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Maichklang" lesen? Oder ein anderes Review zu "Bad Lieutenant (1992)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Maichklang

Zurück





Copyright © 1999-2012 KI Media GbR
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

768 Besucher online





Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Mein wunderbarer Waschsalon (1985)
Hereafter - Das Leben danach (2010)
Get the Gringo (2011)
Blade 2 (2002)
Shaolin - Warteliste des Todes (1979)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich