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Crazy Heart (2009)

Eine Kritik von superfuzz-bigmuff (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 20.03.2010, seitdem 616 Mal gelesen


In Deutschland noch eher ein Geheimtipp, räumte Crazy Heart in den USA schon 2 Golden Globe Awards und ebenso 2 Academy Awards (Oscars) ab. Beides in denselben Kategorien (Bester Hauptdarsteller: Jeff Bridges, Bester Filmsong: The Weary Kind von Jeff Bridges). Natürlich ist mir klar, dass Filmpreise, auch nicht der Oscar, eine Garantie für die Güte eines Films darstellen, doch die Juroren beweisen in dem Fall einen ausgezeichneten Geschmack. Seht Euch den Film an. Er ist zwar nur in auserwählten Indie-Kinos zu sehen, doch es lohnt sich auf jeden Fall.

Die Story ist ja den meisten bereits bekannt; es geht um den alternden Country-Sänger und Alkoholiker Bad Blake, der von einem absolut grandiosen Jeff Bridges verkörpert wird. Der ist hier wirklich in Höchstform. Kaum jemanden gesehen, der so authentisch einen auf betrunken machen kann. Der Oscar ist also redlich verdient. Ich würde sogar behaupten, dies ist seine beste Filmrolle seit dem Dude aus The Big Lebowski. Das Bridges zudem auch noch ein guter Sänger ist, war mir bis dato unbekannt. Doch ich war beeindruckt von seiner Stimme. Die Konzerte von Blake waren bei diesem Film die Kirschen oben drauf. Tolle Musik! Ich brauch' unbedingt den Soundtrack.

Unsere bezaubernde Maggie Gyllenhaal, bekannt aus ähnlichen Leckerbissen wie Donnie Darko oder The Dark Knight, überzeugt auch mit ihrer Rolle als alleinerziehende Mutter Jean, die sich während eines Interviews in Bad Blake verliebt. Und Colin Farrell mag ja ein Vogel sein, aber er ist auch ein ernstzunehmender Schauspieler, der wohlgemerkt in Crazy Heart leider eine eher geringe Screentime hat.

In Crazy Heart fallen hier und da Sprüche, die ein bisschen abgeklatscht wirken, da man die schon in hunderten Filmen vorher gehört hat. Aber hier ist das gar nicht weiter schlimm, weil alle Protagonisten einfach sympathisch rüberkommen. Auch wenn Jean ab und zu sehr hysterisch ist und alles etwas dramatisiert. Besonderes Kompliment auch an den kleinen Jack Nation, der Jeans Sohn Buddy spielt. Er und Bad Blake stellen hier wirklich ein rührendes Dreamteam dar!

Besonders herausragend ist auch, dass das Thema Alkoholsucht hier mit eindeutigem Humor behandelt wird, sodass Crazy Heart nicht als Moralpredigt fungiert, sondern einfach nur unterhalten will. Trotzdem aber wirkt die Geschichte dramatisch, was wohl an Bridges' Können liegt, weil er einfach wie kein anderer ganz unterschiedliche Rollen annehmen kann. Das gute Verhältnis zwischen Spaß und Ernst ist vollkommen stimmig.

Mir war der Film ein bisschen zu kurz, vielleicht lag das aber auch daran, dass die Zeit eben schnell verflogen ist bei der wunderbaren Aufführung. Etwas mehr Musik hätte man auch mit einbauen können, mehr Konzerte, mehr Jeff Bridges am Mikrophon.

Dieser alte Knacker rockt einfach das Haus.

Crazy Heart stellt ungelogen den besten Kinobesuch seit Walk the Line für mich dar, und der lief Anfang '06 im Kino also heißt das schon was.

10/10 Punkte! Bei all dem Müll, der zur heutigen Zeit im Kino läuft, ist Crazy Heart wirklich wertvoll.


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