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Augen des Satans, Die (1957)
Eine Kritik von Mr. Barlow (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 19.12.2010, seitdem 153 Mal gelesen
Ein Hirn sieht rot.
Die 50er haben viel hervorgebracht was Horror und Sci-Fi angeht. Zufällig eingefrorene Dinosaurier, fragwürdige Aliens, vergrößerte Insekten. Ebenfalls nicht minder großer Beliebtheit erfreut sich wohl besonders heute das Subgenre des "Hirnhorrors", wo das menschliche Hirn als Monster dargestellt wird, das mit seiner unfassbaren Weisheit natürlich ein fieser Gegner ist. Gerade "Die Augen des Satans" schießt in diese Nische... die Geschichte von einem bösen Gehirn des Planeten Arous, das durch einen Menschen die Welt beherrschen will. Jaja, diese Hirne immer.
Der arme Leihmensch ist diesmal Steve, sorgsam gespielt vom berühmt-berüchtigten John Agar, der es immer wieder schafft, ungefragt 300% zu geben. Zusammen mit Partner Dan machen sich die beiden liebenswerten Nuklearforscher auf zum Berg "Mystery Mountain", wo sie vorher eine starke Strahlung gemessen haben. Auf der Suche nach der Ursache treffen sie auf ein Hirn mit Augen, dass beide Männer umwirft und Steve heimsucht. Dan wird notgedrungen tot liegen gelassen.
Steve's holde Maid Sally ist natürlich frohen Mutes, als Steve von seiner längeren Reise zum geheimnisvollen Berg zurückkommt, merkt aber nach fünf Sekunden, dass mit ihrem Geliebten etwas nicht stimmt. Er küsst plötzlich so wild. Da hat man natürlich allem Grund zur Annahme, dass der Ehegatte von einem außerirdischen Gehirn befallen ist.
Während Steve mit seinem innerlichen Gegner ringt, teilt Sally ihre Sorgen ihrem Vater John mit, der sofort eine Augenbraue hochzieht. Sie reisen zum eben besagten Berg um nach der Ursache für Steve's Veränderung zu suchen und treffen das "gute" Gehirn an, dass sich als friedlicher Freund entpuppt und seinen bösen Rivalen auslöschen will. Zwecks Spionage sucht sich das zweite Hirn den Hund George als Leihkörper aus, was aber irgendwie nicht weiter ins Gewicht fällt. Viel mehr als dasein tut der Hund dann auch nicht. Steve teilt seiner Freundin dann fröhlich mit, dass er die Welt verändern wird, und zwar mit einer Bekanntmachung, "besser" als die Bombardierung Hiroshimas. Sagt er jedenfalls.
Steve's Fähigkeiten unter der Macht des Hirns sind schon nicht übel. Erst werden seine Augen schwarz, dann lässt er irgendwas explodieren, vorzugsweise ein Spielzeugflugzeug am Himmel, später einen schnüffelnden Polizisten. Dabei lacht er immer wieder fröhlich, was man ohne Zweifel dem überlaufendem Talent John Agars zu verdanken hat.
Goldwert ist das Finale. Das Hirn muss innerhalb von 24 Stunden immer mal wieder eine konstante Form annehmen, um irgendwelche Stoffe aufzuladen. Diesen kurzen Zeitpunkt nutzt Steve, um das böse Vieh mit einer Axt niederzumetzeln. Das Hirn hatte überhaupt keine Chance, konnte es sich doch nur mittels Schnur bewegen. Oh, hab ich jetzt was verraten?
Sicher, mehr als Trash ist das alles nicht, dafür aber trotz manch aufgeblasener Szene unglaublich unterhaltsam in Szene gesetzt. Das verdankt man zum einen John Agar, zum anderen den feingeschliffenen Dialogen. Wenn das gutartige Hirn Sally und ihrem Vater erscheint und Vati erstmal fein "Wer sind sie?" fragt, da bleibt kein Auge trocken. Auch die spätere Versammlung der Nationen ist hübsch ausgewählt, da darf der zweifelnde Russe genauso wenig fehlen wie der Kerl mit Turban und dunkler Schminke. Wer mal siebzig Minuten nix zu tun hat kann sich ohne Zweifel diesen süßen Hirnspaß mal antun.
5/10
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