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Fritz the Cat (1972)

Eine Kritik von Rohypnol (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 16.01.2002, seitdem 1816 Mal gelesen


Fritz the Cat duerfte heutzutage vielen Zuschauern schwer zugaenglich sein, denn der typische 70er jahre 'Slang' durchzieht hier den ganzen Film.

Eine etwas andere Ansicht der ganzen Flower Power und Hippie Bewegung erschuf Robert Crumb mit seinen Undergroundcomics und aus diesem Underground katapultierte die Figur 'Fritz' Crumbs Werke heraus.
Crumb Illustrierte spaeter Kafka (ja, tatsaechlich, Franz Kafka Comics) und auch das beruehmte 'Keep on trucking' Emblem der 70er stammt von ihm.
In der sehr gestoerten, aber nicht minder interessanten Biographie 'Crumb' erzaehlt er, das die Figur Fritz, die Bakshi fuer diesen Film etwas uminterpretierte ihn auf der Leinwand so unzufrieden gestellt hat, das er ihn kurzerhand spaeter einfach sterben liess (nicht Ralph Bakshi ;-).

Mag Crumb denken, was er will, Fritz the Cat ist einer der wenigen 'echten' Erwachsenen' Cartoons und zudem zusammen mit Bakshis 'Heavy Traffic' noch etwas viel wertvolleres: ein Zeitzeugnis, das klaert: 'die 70er wurden in all Ihrer Farbpracht auch nur so von den Medien und der Mode kreiert'. Dreckig waren sie nach Bakshis Interpretation und das mag wohl auch zutreffen.

Von Fritz the Cat gibt es noch eine Fortsetzung: 'The Nine Lives of Fritz the Cat', eine eher unwichtiger Versuch, an den 'echten' Film anzuknuepfen.
Ein Tip fuer alle Animationsbegeisterten oder Modehippies (wenn es sowas noch geben sollte). Fritz theCat zeigt, wie eine Selbstsuche ablaeuft :-)

Hin und Hergerissen von Lyrischem und Musik (mit dem er alle Damen ins Bett bringt) und der Selbstsuche, beginnt er einen Trip quer durchs Land und versucht alles, um auf den Sinn seines Daseins zu stossen.

Er 'testet' das leben unter den 'Kraehen', mit all der Gewalt, den Drogenexzessen und den Huren;
macht Bekanntschaft mit den 'Schweinen', der Polizei, die brutal friedliche Demos sowie Juedische Gebetshaeuser aufmischt.
Und zu guter letzt auch den 'politischen lebensweg', indem er sich einer Terrorgruppe anschliesst, um die 'Welt zu befreien'.

Das hoert sich zwar etwas sehr kritisch an, aber die Komik kommt auch nicht zu kurz.

Letztendlich erkennt er den Sinn des ganzen...aber seht selbst ;-)

Fazit: zwar nicht jedermann`s Geschmack, aber sollte man gesehen haben.
9/10


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