Ich komme mir schrecklich alt vor, wenn ich was über Sam Peckinpah schreiben soll. Seine eigentlich größten Filme, The Wild Bunch, Wer Gewalt sät, und The Getaway waren gedreht, als ich noch nicht mal zur Schule ging. Und gestorben ist er, noch bevor ich das Abitur hatte. Ein unbequemer Regisseur, eigensinnig, zerstritten mit den Studios. Dieser Film, Killer Elite, war eigentlich schon sein letzter anspruchsvoller Film, in dem er sich noch einmal über Verrat und Obrigkeitsdenken aufregen konnte.
Es ist schon eine merkwürdige Story, weil der Zuschauer immer vorher weiß, dass die Bösewichte draußen vor der Tür lauern. Der Held weiß es auch bald, und so wird der unausweichliche Kampf noch sinnloser. So wird er zum ohnmächtiger Spielball, von den Geschäftemachern ausgenutzt. Desillusioniert, nachdem sogar sein Partner ihn verrät, kann er sich nur noch auf zwei durchgeknallte Killer-Kumpel verlassen.
Die Schauspieler liefern eine 1A Arbeit ab. James Caan und Robert Duvall sind sich ebenbürtig in Ausstrahlung und Witz. Die Truppe der Supporting Actors ist gut besetzt und schlagkräftig. Burt Young erfindet hier einen Charakter, der später mit Rocky allzu gut bekannt wird. Kate Heflin als emanzipierte Krankenschwester fügt den nötigen Touch Romanze hinzu (wenn sie auch nicht den gleichen Raum wie Ali MacGraw in Getaway bekommt).
Aber die Story fußt auf einem zähen Helden, der nie aufgibt, der hinfällt, aber sich wieder aufrappelt, der an sich glaubt, der überzeugt ist, auf dem richtigen Weg zu sein, auf dem einzig richtigen Weg. Der Gesamteindruck ist fast unheimlich, die Details über-exakt gezeichnet, eine fast zu ruhige Kamera erzeugt eine bedrohliche Stimmung. Der Score alarmierend (typisch für die Zeit, erinnert mich irgendwie an Kojak). Nicht dass man die Finger in die Kissen krallt, aber hier tobt ein Kampf zwischen Freiheit und Verrat, Überzeugung gegen Verkauf. Und immer wieder fällt einem jemand in den Rücken, wie im Leben von Sam Peckinpah.