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2012 (2009)

Eine Kritik von bigtrouble (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 16.11.2009, seitdem 273 Mal gelesen


2012 ist kein übler Film. Regisseur Roland Emmerich, der anscheinend ein Faible dazu hat die Menschheit in allen möglichen Formen im Kino auszurotten, hat auch hier wieder mal groß in die Effektkiste gegriffen. Geklotzt wird, nicht gekleckert so mag wohl sein Motto sein. Gebahnt starrte ich auf die große Leinwand und war überrascht was den so alles schon per CGI (oder was auch immer!) möglich sei. Da fliegen Flugzeuge und Autos durch herabstürzende Wolkenkratzer, in sich zusammenfallende Häuser, über gewaltige Meereswellen oder riesige Bergmassive. Vulkane brechen aus, speien Feuerbälle und Erdbeben erzeugen Risse wo man nur hinsieht.

So toll dies auch alles ist, so blieb das ganze Spektakel doch seelenlos. Die Figuren die vor diesen gewaltigen Naturereignissen flüchten, tauchen auf, aber man erfährt zu wenig über sie. Die Schauspieler und deren Dialoge samt Handlung blieben dabei aber auf der Strecke. Jackson Curtis (John Cusack) und seine Familie flüchten und flüchten …. Und so wirkt es sogar unfreiwillig witzig wenn teils sinnlose Sätze gesprochen werden, man sich immer in letzter Sekunde vor allem möglichen retten kann oder peinlichst Figuren überzeichnet werden. So entspricht ein russischer Milliardär samt Familie genau dem Kotzbrocken Image das man in westlichen Ländern den lieben Freunden aus dem Osten gerne zuschreibt.
  John Cusack, Woody Harrelson, Danny Glover etc… sind nur Namen am Papier  Egal ob Familienvater und vergessener Autor, verrückter Verschwörungstheoretiker der im Wald lebt oder US Präsident mit fescher Tochter es fehlt den Charakteren an allem vor allem an halbwegs gehaltvollen Dialogen. Der sonst so gute Woody Harrelson ist für mich auch ein heißer Kandidat für die Goldene Himbeere. Doch all diesen Rollen fehlt der Schuß an Witz and charakterliche Tiefe, die der einen oder anderen Figur doch noch eine Seele einhauchen würde. Ein kleiner Lichtblick ist für mich Oliver Platt als zynischer Wissenschaftler.

Emmerich trägt dick auf mit Zufällen, Klischees und sinnlosen Sätzen. Vorbild dienten ihm wohl auch Katastrophenfilme wie Erdbeben aus den 70er Jahren. Er folgt auch brav den Regeln dieses Genres. Dafür sieht man wie gewohnt US Patriotismus. Mir fehlte auch die Überraschung, denn wer nun schlussendlich alles in Gras beißen muss kristallisiert sich früh heraus. Für fast 2,5 Stunden wird zwar einiges an Special Effekts geboten, die einen auch staunen lassen aber der Rest krabbelt am Durchschnitt.
  Wenn die Flut kommt retten sich die Reichen und Mächtigen und lassen das arme Volk krepieren. Keine neue Botschaft die etwa überrascht, doch noch nie wurde sie so selbstverständlich und ohne Zynismus dargestellt. Haben etwa Emmerich & Co schon Ihre Tickets (samt Cola und Popcorn) auf der Arche gebucht?


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