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All Inclusive (2009)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 3/10) eingetragen am 15.05.2010, seitdem 297 Mal gelesen
Heissa, da schrieben die Comedykumpels Vince Vaughn und Jon Favreau gemeinsam ein Script auf dem Popularitätszenit und man winkte das beim Studio dankbar durch, scheinbar ohne größere vorige Qualitätskontrolle.
Natürlich durfte auch eine Besetzung aus namhaften Leuten nicht fehlen, wenn es um die Besetzung der vier Paare geht, die nun zum „Couples Retreat“ fahren. Da wären Dave (Vince Vaughn) und Ronnie (Malin Akerman), das etwas geschaffte, aber sonst glückliche Pärchen; Joey (Jon Favreau) und Lucy (Kristin Davis), die nur der Tochter zuliebe zusammenbleiben; Jason (Jason Bateman) und Cynthia (Kristen Bell), zwei Organisationsfreaks; sowie Shane (Faizon Love), der nach der Scheidung mit der zwei Jahrzehnte jüngeren Trudy (Kali Hawk) rumkurvt.
Vier Paare bzw. acht Menschen in verschiedenen Stadien des Beziehungsglücks, denn Jason und Cynthia denken an die Trennung, die Joey und Lucy aufschieben. Vorher soll allerdings ein Urlaub auf einer Paradiesinsel Klarheit verschaffen, denn dort bieten der Guru Marcel (Jean Reno) und sein Team Paarberatung nebst Freizeitaktivitäten. Jason und Cynthia überreden die anderen mitzukommen, womit man das kleine Experiment also ins Rollen bringt.
Denn natürlich kommt es, wie es kommen muss: Die anderen drei Paare können sich mitnichten vor der Therapie drücken und schon bald müssen sich alle Beteiligten fragen, wie es mit der jeweiligen Beziehung aussieht…
Irgendwie scheint man ja in Hollywood zu glauben, dass schöne Menschen vor schöner Kulisse schon genug sind, um zahlungswillige Kunden ins Kino zu locken und manchmal gibt der Erfolg den Machern leider recht. „Couples Retreat“ war kein Hit, da können die Sandstrände noch so schön weiß, das Wasser noch so blau und die Palmen noch so grün sein, denn hinter dem schönen Schein steckt nichts. Gerade bei den Hauptfiguren handelt es sich stellenweise um wahrhaft asoziale Unsympathen, gerade der egozentrische Fettsack Shane (die Ausnahme unter den sonst adretten Urlauben) und seine nervige dauerkeifende Nullnummer von einer Freundin sind dermaßen unsympathisch, dass sie einander fast schon wieder verdienen.
Ansonsten ist es schon erstaunlich wie man die rund 110 Minuten Film mit quasi nichts füllt, denn das Rumgehampel auf der Insel ist eines jeder lauen Komödchen an deren Ende der Status Quo wiederhergestellt ist – da hatten Judd Apatow und Co. in den letzten Jahren bereits gezeigt, wie man romantische Komödie und realistische Erdung verbindet. Hier dominiert der Kitsch, am Ende ist gar jeder mit seinem Idealpartner zusammen (ganz konservativ natürlich der Gatte/die Gattin) und selbst Paare, deren Beziehung beendet und hinüber ist, überlegen es sich kurzfristig anders, damit das dicke Ende in all seiner zuckersüßen Verlogenheit kommen kann.
Doch während es nach lauter Unbill die Feelgood-Watschen der übelsten Sorte hagelt, wäre das ja noch OK, wäre „Couples Retreat“ wenigstens witzig. Doch Pustekuchen: Unpassende Gags der groben Sorte über Massagen, kaum bedeckte Genitalien beim Stretching und Masturbation treiben eher den Fremdschampegel nach oben, ansonsten weidet sich der Film an den Marotten der Figuren, die allerdings nach fünf Minuten abgenutzt sind. Einer der wenigen gelungenen Gags ist „Guitar Hero“-Duell, das mit Anleihen an den Western inszeniert wird. Das ist zwar auch ein Teil der dreisten Schleichwerbung für das Spiel (Dave promotet es beruflich usw.), aber wenigstens mit Witz gemacht.
Vince Vaughn und Jon Favreau bemühen sich dann auch ihr Script über die Runden zu retten und werden von einer starken Malin Akerman und einer wie immer bezaubernden Kristen Bell unterstützt. Ordentlichen Support gibt es von Jason Bateman und Ken Jeong, mit Abstrichen auch von Jean Reno, der sich in der freakigen Rolle aber nicht ganz wohlzufühlen scheint. Kristin Davis hingegen bleibt blass, Faizon Love und Kali Hawk spielen ihre Asozialrollen dann noch dermaßen laut und polternd, dass der Hass auf Figuren und Darsteller noch weiter steigt.
Beziehungsprobleme und Trennungsstress vor Inselkulisse? Das hatte das Team Apatow vor zwei Jahren nicht perfekt, aber doch einfühlsam in „Forgetting Sarah Marshall“ behandelt. Von dessen leisen Qualitäten ist dieser grobe Klamauk trotz Starbesetzung meilenweit entfernt, nicht zuletzt aufgrund der unsympathischen Charaktere und des miesen Gagtimings.
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