Review

Vorsicht SPOILER!




17 Jahre nach Teil 1 treffen sie wieder aufeinander. Van Damme und Lundgren. So eine Besetzung hat damals gereicht um ein Kinobudget zu bekommen und International die Kassen klingeln zu lassen. Heute sieht das ganze schon anders aus. So ist der dritte Teil nur noch eine Straight To DVD (STD) Produktion und das kann sie die ganze Zeit auch nicht verleugnen. Zum Vorteil wird dem Film die Erfahrung hinter der Kamera. Denn mit Erfahrenen Produzenten wie Moshe Diamant („Stone Cold“, „Double Impact“), Craig Baumgarten („Universal Soldier“), Mark Damon („Dark Angel“) und Courtney Solomon („Dungeions & Dragons“, „Captivity“) und einen ausgezeichneten Kameramann sowie bekannten Regisseur Peter Hyams („Time Cop“, „Relikt“) als Director Of Photography hätte es schon mit dem Teufel zu gehen müssen, wenn das Projekt völlig versagt. Peter Hyams Sohn John Hyams („The Smashing Machine“) ist für die Regie verantwortlich und zeigt das er einiges vom Vater gelernt hat. Doch trotz allem fällt, nach einem knalligen Beginn, deutlich auf das nicht sehr viel Budget vorhanden war. Das merkt man besonders bei Ausstattung und Explosionen. Ein Großteil ist tatsächlich in alten verlassenen Kasernen oder einer Fabrik gedreht wurden. Das meiste Geld für die Außenaufnahmen ist wohl gleich zu Beginn verbraten wurden, wo es wirklich eine gute Actionszene und Verfolgungsjagd gibt. Die späteren Explosionen dagegen wirken stark verraucht und nicht besonders feurig und die Ballereien sind letzlich auch nur solide. Tja, die besten Zeiten der Darsteller sind halt lange vorbei.

Dennoch funktioniert das ganze überraschend gut. Vor allem wenn man weiß das Van Damme nur aus Vertraglichen Gründen mitmachte und Lundgren erst zusagte als einige Texte umgeschrieben wurden. Beide haben auch nicht so viel Screentime (Van Damme knapp über eine halbe Stunde, Lundgren deutlich weniger) und vor allem Lundgrens Auftritt wirkt, so cool es auch ist, irgendwie aufgesetzt, nicht passend und letztlich verschenkt. Trotz allem ist er sofort wieder in seiner Rolle drin und ich halte die Figur des Andrew Scott sowieso für seine beste Leistung. Hier macht er das Beste aus seinem Sinnfreien (immerhin dürfte er am Stück kaum noch vorhanden sein…) Cameo und liefert sich mit Van Damme einen ordentlichen Kampf(auch wenn beide das ein oder andere Mal deutlich gedoubelt wurden).
Van Damme selbst versucht auch hier wieder zu zeigen das er Schauspielerisch was drauf hat. Er gibt seiner Rolle mehr Tiefe als man in so einen Film erwartet. Trotz allem sieht er noch immer fertig und fast heruntergekommen aus. Bei den kurzen Schießübungen fand ich seine Körperhaltung sogar unfreiwillig komisch. Aber schieben wir es einfach mal auf seinen Zustand im Film. Zum Ende hin geht er nämlich wieder ganz gut ab und fightet zwar nicht wie früher, aber doch mit Schmackes. Darauf müssen sich die Fans aber bis eine halbe Stunde vor Schluss gedulden.

Das der Film trotzdem funktioniert liegt in meinen Augen am eigentlichen Hauptdarsteller Andrei „The Pitbull“ Arlovski. Der Typ hat eine starke Screenpräsenz und zeigt einige wirklich richtig gute Actionszenen. Seine Auseinandersetzungen mit dem ersten Uni Sol Team was hereingeschickt wird(darunter auch John Foo der eine der Hauptrollen im kommenden „Tekken“ spielt), sind hart und spektakulär. Von den ganzen UFC Kämpfern die sich momentan auf den Screens tummeln, macht er die bisher beste Figur. Denn glücklicherweise sind die Fights gut Choreographiert und eingefangen wurden(wie der ganze Film). Ich glaube er hat zwar nur vier oder fünf Sätze und Darstellerisch wird er sicherlich nichts draufhaben, aber als knallharte Killermaschine macht er einen verdammt guten Eindruck. Da hoffe ich doch dass man ihm demnächst wieder in einen Actionfilm bewundern darf. Potenzial ist da vorhanden. Ebenso fällt ein weiterer MMA Fighter positiv auf. Denn auch Mike „Quicksand“ Pyle als Captain der Spezial Einheit macht eine gute Figur und könnte in einer evtl. Fortsetzung noch mehr zur Sache kommen. Hier hat er eine kurze, aber prägnante Kampfszene mit Arlovski und offenbart ebenfalls Actionstarqualitäten.

Und der Rest? Der Look des Streifens wird von vielen als billig bezeichnet. Kann man sicherlich tun, aber dadurch hat der Streifen aber auch einen kalten und grauen Look. Es wirkt nicht sehr farbenfroh das ganze. Halt der typische blasse Look den man inzwischen häufig genug gesehen hat. Vor allem wenn ein Film im Ostblock spielt. Die Story ist eigentlich auch nicht besonders erwähnenswert (eine Rebellentruppe möchte einen eigenen Staat gründen und entführt die Kinder des Präsidenten) und bietet auch keine großen Überraschungen. Ob der Film noch den Hauch einen „Universal Soldier“ trägt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich finde schon der zweite Teil (der hier komplett außer Acht gelassen wird) war schon eine Demontierung des ersten Teils. Von den TV Fortsetzungen ganz zu schweigen.
Hier kann man sicherlich sagen dass von der eigentlichen Thematik nicht mehr viel übrig geblieben ist und so den normalen Gang einer STD Produktion geht.
Der Vorteil hier ist einfach der hohe Anteil an gut inszenierter (und es wird auch nicht so viel gewackelt) Action (bis auf einen deutlichen Hänger im Mittelteil) und dem immer steigenden Gewaltgrad (der Lundgren Kill hat es in sich!). Vor allem in den 25 minütigen Finale wird kaum noch geredet sondern etliches über die Körpersprache wiedergegeben und natürlich gekämpft und geschossen. So registriert man nebenbei dass die Nebendarsteller auch nicht störend sind und man hofft dass John Hyams abermals einen Actionfilm inszeniert; vielleicht dann auch mit einem besseren Budget.

Was bleibt also übrig: „Universal Soldier:Regeneration“ ist ein unterhaltsames Vehikel und kein Debakel für die beiden alten Actionstars Van Damme und Lundgren. Das aufeinander treffen der beiden ist cool, aber irgendwie zu wenig (auch wenn ich es nicht anders erwartet habe) und so hat mir Andrei Arlovski am besten gefallen. Trotz allem sollte man nicht zu hohe Erwartungen haben. Es ist ein B-Actionfilm und von einigen Highlights der letzten Jahre ein ganzes Stück entfernt, aber dennoch die meiste Zeit ziemlich knackig. Ich bin gespannt wohin die Karrieren einiger Beteiligter so führen werden.

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