Eine Kritik von Gung Ho (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 29.06.2005, seitdem 585 Mal gelesen
In nur drei Wochen abgedreht, mit einem Budget von zirka 17.000 Dollar - so manches deutsches "Talent" aus dem Amateurbereich hätte mit Sicherheit einen weiteren lieblosen Holperstreifen fabriziert, für Herk Harvey hingegen völlig ausreichend, um einen kleinen Klassiker abzuliefern. Eine junge Frau überlebt als einzige einen schweren Autounfall. Seitdem wird sie von alptraumhaften Visionen geplagt, in der die zombiehaften Gestalten verstorbener Menschen eine tragende Rolle spielen. Oder gehört sie schon längst selbst dazu..?
Wie gesagt, der Film ist absolut No Budget, Grade-Z, was aber nicht im geringsten stört. Denn Herk Harvey schafft es auch ohne finanziellen Background eine surreale Atmosphäre zu schaffen, die dem Zuschauer teilweise schon das Gefühl vermittelt, einen Traum zu durchleben. Die mitunter schon expressionistischen Bilder - die ganz nebenbei sehr an den später folgenden "Night of the Living Dead" erinnern - zeugen von hervorragender Kameraarbeit. Beinahe ist Harvey hier sogar ein teils besinnlicher, teils melancholischer Horrorfilm gelungen, der ohne Effekthascherei auskommt, sondern sich ganz alleine auf seine bizarre Story, sowie die mystische Atmosphäre verlässt. Neben den packenden Szenen mit den Untoten werden auch ganz alltägliche Situationen plötzlich als unheimlich und verstörend gezeigt.
Fazit: Wer braucht schon Geld, wenn man viele gute Ideen hat?? "Tanz der toten Seelen" ist das beste Beispiel, wie Kreativität über den Mammon siegt. Sollte als Anschauungsmaterial einem jedem Nachwuchs-Filmemacher vorgelegt werden.