Review

„Es gibt gute Polizeiarbeit, schlechte Polizeiarbeit und das, was ihr zwei daraus macht." Mit diesen wenig schmeichelhaften Worten werden die beiden New Yorker Cops Jimmy Monroe (Bruce Willis) und Paul Hodges (Tracy Morgan) nach einem missglückten Einsatz von ihrem Chief abgewatscht. Schon nach wenigen Minuten dieser lauen Actionkomödie möchte man dem bisherigen Indie-Regisseur Kevin Smith am liebsten entgegenschreien: „Es gibt gute Copfilme, schlechte Copfilme und das, was du daraus machst."

Cop Out macht seinem Titel jedenfalls alle Ehre, denn so „out" war das Cop-Buddy-Movie schon lange nicht mehr. Dabei hat man so schön bei diversen Genreklassikern abgekupfert. Das ebenso zänkische wie schnell feuernde schwarz-weiß-gemischte Cop-Duo hat immerhin bei vier Lethal Weapon-Folgen prächtig funktioniert. Hier wie da wird die Krimi-Rahmenhandlung immer wieder mal von den privaten Problemen der Polizistenkumpel unterbrochen, was manchmal dramatischen, viel öfter aber humoristischen Zwecken dient. Leider sind in Cop Out beide Varianten erheblich platter geraten, als im in jeder Hinsicht unerreichten Vorbild. So sind die Subplots um Jimmys Erziehungs- und Pauls Eheprobleme lanweilige und alberne Konfektionsware aus dem Genre-Discounter. Was in Lethal Weapon den Figuren Tiefe (Riggs) und Sympathie (Murtaugh) verschaffte, wirkt hier nur aufgesetzt und überflüssig.

Das Problem von Cop Out beginnt bereits bei der Besetzung. Zwar agiert Genre-Urgestein Bruce Willis gewohnt lässig und kaltschnäuzig, harmoniert aber leider kein bisschen mit TV-Comedystar Tracy Morgan (30 Rock). Die Chemie zwischen dem mürrischen Bruce und dem zappeligen Tracy stimmt zu keiner Sekunde und lässt einen sehnsüchtig an selige 48 hours-Zeiten denken.
Hinzu kommen für eine Komödie erstaunlich unwitzige Dialoge. Ein Schmunzeln hier, ein Lächeln dort und schon ist der Film vorbei. Jeder Spruch Eddy Murphys in Beverly Hills Cop ist witziger als der gesamte Cop Out. Die an sich originelle Grundidee den Film mit Zitaten aus diversen Leinwandhits zu würzen wird bereits in der Anfangsszene tot geritten, als Hodges bei einem Verhör einem Verdächtigen ein wahres Sprüchefeuerwerk an den Kopf knallt und sein Partner nebenan die entsprechenden Filmtitel rät. Hier wäre weniger definitiv mehr gewesen, zumal keineswegs alle verbalen Hiebe sitzen.

Neben dem fehlgecasteten Hauptdarstellerduo und der geringen Gagdichte leidet Cop Out vor allem auch unter seiner wenig aufregenden und letztlich völlig belanglosen Kriminalhandlung. Um die Hochzeit seiner Tochter bezahlen zu können, muss Jimmy seine wertvolle Baseball-Sammelkarte verscherbeln. Schließlich soll nicht der schmierige Stiefvater die Lorbeeren ernten. Wie es der Zufall will, wird die Karte geklaut und landet bei dem brutalen Drogengangster Poh Boy (Guillermo Diaz). Natürlich ist der Ausgang dieses Geschichtchens so vorhersehbar wie das Wort zum Sonntag. Das ist an sich noch kein Problem, bekanntlich ist ja der Weg das Ziel. Wenn sich dieser Weg allerdings ähnlich überraschungsarm, zähflüssig und Höhepunktlos gestaltet wie das oben erwähnte Wort, dann kann man schon mal innbrünstigst die Schlusscredits herbeisehnen.
Da nützt auch der zumindest teilweise amüsante Kurzauftritt Sean William Scotts als durchgeknallter Loser-Einbrecher Dave nichts mehr. Zumal seine besten Szenen bereits wieder mal sämtlich im Trailer verbraten wurden.

Als Hommage an Knaller wie Lethal Weapon, Nur 48 Stunden oder Beverly Hills Cop gedacht, macht Kevin Smiths erste A-Produktion nur überaus schmerzlich deutlich, wie verdammt gut die zitierten Vorbilder eigentlich waren. Das gilt auch für die Musikuntermalung. Die Idee Harold Faltermeyer aus der musikalischen Versenkung zu holen hat durchaus Pfiff. Leider liefert der bajuwarische Synthie-Fetischist nur einen lahmen Abklatsch seines „Axel F"-Geniestreichs und lässt auch hier wieder das Original um so heller erstrahlen.

Bei aller Sympathie für Bruce Willis in schnoddrigen Polizistenrollen bietet Cop Out letztlich nur unterdurchschnittliche Genre-Magerkost. Der Film liefert durch die Bank lauwarme Dutzendware. Zu wenig (gelungene) Gags, zu wenig Spannung, zu wenig Action und viel zu wenig Tempo. Aber vielleicht ist Smith auch gänzlich unschuldig an der ganzen Misere und lediglich das Opfer eines bösen Jungenstreichs. Schließlich könnte jemand die gut gemeinte Hommage-Idee in den falschen Hals gekriegt und Cop Out kurzerhand ein paar Bananen in den dramaturgischen Auspuff geschoben haben.

Details
Ähnliche Filme