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Wolfman (2010)

Eine Kritik von MovieMadness (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 19.02.2010, seitdem 334 Mal gelesen


Man erwartet einiges!
Der Werwolf-Mythos is back, und zwar von Universal, die sollten ja wissen, wie's geht!
Sehr gute Schauspieler - sind vorhanden: Hopkins, del Toro.
Fähiger Maskenbildner - und was für einer: Rick Baker.
Begabter Regisseur - naja. Geht so.

Und was wurde dann nach langem Hickhack, Umschneiden und Rating-Posse auf die Leinwand gebracht? Ein netter Werwolffilm.
Hmpf.
Die Optik wirkt zu gekünstelt, die Atmosphäre soll uns aufgezwungen werden, klappt aber nicht so ganz... Die allseits beliebten CGIs sind gut gemacht, aber eben nicht realitätsnah, lebendig oder wirklich überzeugend. Ein Effekt, welcher nicht in der Kamera entsteht, kann sich auch nie vollends in das Filmgeschehen integrieren. Wolfman ist da ein weiteres, teilweise leider unfreiwillig komisches Beispiel. Einige Szenen sehen einfach albern aus, da ist das mühsam erarbeitete Feeling, auf das man sich freundlicherweise eingelassen hat, auch schon wieder passé.
Das Face-MakeUp ist für Anhänger der alten Universal-Wolf-Vehikel dann ganz angenehm, halt oldschool. Erinnert hier und da auch an den grandiosen Paul Naschy (Rest in Fullmoon).
Die angeblich so harten Szenen sind übrigens Kinderkacke. Zwar geht der Splatter ab, aber natürlich nur im absoluten Dunkel, und dann für extrem kurze Einstellungen, manchmal nur Einzelbilder. Da flaut der Härtegrad aber mächtig ab, mein Gutster!

Und das Geschehen hinter den Tricks und Masken? Del Toro bleibt ungewohnt blaß (sieht auch zu Beginn des Streifens schon ganz krank aus, der Arme), Hopkins ist routiniert aber gut. Weaving ist wie immer halt ok, aber keine Granate. Die Alte spielt halt so mit, räusper.
Größter Klogriff aber ist natürlich die ungeschliffene Handlung mitsamt undurchsichtiger Figurenmotivation. Die Lovestory ist so unglaubwürdig wie de facto on screen nicht vorhanden. Wer zur Hölle ist Weavings Charakter? Ja klar, Scotland Yard. Aber was ist das für eine Person, was treibt ihn an, glaubt er anfangs wirklich an einen irren Mörder, verachtet er den Wolfsmann, hat er Mitleid???
Und die Werwolf-Gang an sich: Wäre unser Benicio auch ohne den Biss zum Werwolf geworden, da

SPOILER

es ja in seiner Familie liegt?

SPOILER END

Abschließend bleibt zu erwähnen, das der score völlig schwülstig und überpompös ertönt, zudem sehr mittelmäßig. Erinnert mich in seiner Klebrigkeit an eine schlechte Version des Bram-Stoker's-Dracula-scores. Keine Glanzleistung von Elfman.

Da bleiben eine menge Fragen, ein lauer Werwolffilm und unerfüllte Erwartungen zurück. Klar, kann man mal schauen, ist solide gemacht, eben ganz nett. Ob ein seriöser Horrorfilm gerne so tituliert wird...?
6/10

MovieMadness


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