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Dragon from Russia (1990)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 27.08.2005, seitdem 782 Mal gelesen
„Dragon from Russia“ ist die erste Realverfilmung der „Crying Freeman“-Mangas, die gegen Christophe Gans’ Version aus dem Jahre 1995 eindeutig den Kürzeren zieht.
Es geht um die mythische Bruderschaft der 800 Drachen, die Killer ausbildet, die keine Familie haben, sondern allein im Auftrag der Bruderschaft ihre Jobs erledigen. Die Organisation bleibt genauso mysteriös wie in der Zweitverfilmung, doch „Dragon from Russia“ treibt die Fantasyelemente weiter, sodass man die Kämpfer hier in alten Eastern durch die Luft fliegen, was leider etwas peinlich aussieht.
Held des Films ist der Yiu Lung (Sam Hui), der als Waise in Moskau aufwächst und zusammen mit einem älteren Freund sowie zwei weiteren Waisen Geld verdient. Doch der ältere Freund ist ein ehemaliger Angehöriger der Bruderschaft und wird von ihr verfolgt. Sie überreden ihn Yiu Lung in ihre Hände zu locken, damit sie ihn zum Killer ausbilden können. Macht der gute Mann natürlich prompt und soviel Blauäugigkeit wird natürlich mit dem Tode belohnt, aber das kennt man schon aus zig anderen Filmen.
Also wird Yiu Lung in zum meisterhaften Killer ausgebildet, denn nur als Killer kann er ein freier Mann im Dienste der Bruderschaft sein. Doch so gut Yiu Lung auch ist, als er May (Maggie Cheung), seine große Liebe aus seiner Moskauer Zeit, wieder sieht, beginnt er an seiner Berufung zu zweifeln…
Die Gewissensbisse des Killers, aus denen Christophe Gans seinen kompletten „Crying Freeman“ strickte, machen hier nur die zweite Hälfte aus. Die erste Hälfte von „Dragon from Russia“ hingegen besteht neben der Rekrutierung Yiu Lungs aus dem viel zu ausgewalzten und mäßig aufregenden Assassinentraining. Neben den üblichen Härtetests, die auch aus einem x-beliebigen Billigeastern stammen können, langweilt die Ausbildung mit einer gehörigen Portion unpassender Komik, die sich oft mit dem brutalen Ton des Films beißt und nie wirklich witzig wirkt.
Schlägt „Dragon from Russia“ in der zweiten Hälfte dann den gleichen Weg wie „Crying Freeman“ ein, dann bessert sich die Zuschauerlaune deutlich, denn hier bekommt man endlich eine richtige Story präsentiert. Doch während die erste Hälfte zu langatmig ist, wirkt Hälfte zwei viel zu gehetzt, sodass man die Wendungen und Motivationen der Figuren erst so richtig versteht, wenn man den besser geschriebenen „Crying Freeman“ gesehen hat. Das killt dann schon mal gehörig Spannung, auch wenn „Dragon from Russia“ durch das hohe Tempo immerhin Längen vermeidet.
Die Fantasyelemente wirken leider peinlich, da war „Crying Freeman“ mit seiner sparsam eingesetzten Mythik deutlich stimmungsvoller, während das Rumgefliege hier einfach nicht in das moderne Setting passen will. Zudem wird hier gar nicht erklärt, dass der Freeman für jedes getötete Opfer eine Träne vergisst (wo dies doch der Titel der Vorlage ist); immerhin darf Yiu Lung in einer Szene ob seiner Opfer weinen. Auch die Logik vergisst man besser schnell, denn da wird ein Yakuzaboss von zig Leibwächtern beschützt und dann doch getötet, weil er gegen den Freeman kämpft anstatt dies seinen Bodyguards zu überlassen.
Was „Dragon from Russia“ auf der Habenseite verbuchen kann, ist eine ausgiebige Menge an Martial Arts Fights, die zwar durch das Rumgefliege und die Drahtseiltricks etwas verlieren, aber dennoch einige spektakuläre Moves bieten. Zudem wird hier reichlich ausgeschenkt, sodass man sich keinesfalls über zu wenig Action beklagen kann. Meistens handelt es sich um Nahkämpfe, das bisschen Verfolgungsjagd und Gunplay in „Dragon from Russia“ fällt hingegen kaum ins Gewicht.
Darstellerisch muss man leider Abstriche machen, wie man es im Raum asiatischer Kampfsportfilme ja gewohnt ist. Nervig ist zwar keiner der Akteure, aber glänzen kann auch niemand. Das ist schade, denn gerade Sam Hui wirkt als Held bei weitem nicht so charismatisch wie z.B. Donnie Yen oder Jet Li.
So scheitert „Dragon from Russia“ an der Krux vieler HK-Actioner: Die Kämpfe sehen echt klasse aus, aber im Bereich Story, Darsteller und Atmosphäre hapert es gewaltig. Dank der immerhin halbwegs erzählten zweiten Hälfte und der Fights unteres Mittelmaß, aber mehr nicht.
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