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Black Death (2010)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 09.07.2011, seitdem 203 Mal gelesen


Christopher Smith (Creep, Severance) nimmt sich in "Black Death" das späte Mittelalter vor und stellt die Kirche gewaltig an den Pranger. Im Jahr 1348 ist die Pest im Land ausgebrochen und anstatt die Ursache bei den Ratten oder anderen kleinen Nagetieren zu suchen, betitelt man es als Bestrafung für die Menschheit von Gott geschickt. Wie naiv die Menschen doch damals waren, was "Black Death" sehr gut zum Ausdruck bringt. Doch es soll in diesen dunklen Zeiten ein abgelegenes Dorf geben, welches nicht von der Pest heimgesucht ist. Ulric (Sean Bean) Gesandter des Bischofs und seine Truppe lassen sich vom jungen Novizen Osmund (Eddie Redmayne) in das gottlose Dorf führen, um deren Oberhaupt zum Bischof zu bringen.
Leider dauert es wirklich lange, bis "Black Death" diesen Weg einschlägt. Der Film wirkt gerade im ersten Drittel zu unentschlossen und ganz besonders hapert es bei den Figuren. Hier hätten wir den jungen Novizen Osmund, der zwar streng gläubig ist, aber auch kein Leben im Zölibat führt. Seine Freundin Averill (Kimberly Nixon) schickt er aus dem Kloster, weil der schwarze Tod immer mehr Opfer fordert. Sie wollen sich an einer bestimmten Stelle im Wald wiedertreffen, weswegen im das Angebot von Ulric gerade recht kommt.

Doch der Gesandte des Bischofs und seine Mannen, bestehend aus Rittern, einem Henker und sogar einem Frauenschänder, sind nur Abziehbilder. Einzig den erfahrenen und ruhigen Wolfstan (John Lynch) kann man richtig für voll nehmen.
Die Pest rückt stattdessen immer mehr in den Hintergrund und war eigentlich nur als Element dienlich, um die authentisch gehaltene Kulisse zu intensivieren. Scheußliche Wunden in Nahaufnahme und überall Leichenberge sorgen schon für eine Gänsehaut-Atmosphäre. Gedreht wurde der Film größtenteils in Deutschland, in Sachsen-Anhalt um genau zu sein. Das düstere und ungemütliche Mittelalter hat Smith wirklich gut eingefangen und die Kulissen strahlen auch den ganzen Film eine kontinuierliche Bedrohung aus. Auch Kritik an der Kirche wird laut, denn Ulric hat den Auftrag den sogenannten Hexenmeister des Dorfes zum Bischof zu bringen, wo er dann gerichtet wird. Doch davor steht eine längere Reise durch das dunkle Land an, welche Smith mit einem brutalen Kampf gegen eine Bande von Plünderer aufpeppt. Hat man das Dorf erreicht und deren seltsame Gefolgschaft kennengelernt, allen voran die Heilerin Langiva (Carice van Houten), so denkt man als Zuschauer sofort an übernatürliche Elemente. Doch im Grunde genommen ist die Lösung ganz simpel, nur die äußerst naiven Krieger Gottes wollen hier die Realität nicht sehen und begreifen.

Eigentlich kann man die Einstellung des Dorfes nicht an Gott zu glauben absolut nachvollziehen, weil man damals dachte die Pest wurde von Gott gesandt, dementsprechend hoch ist hier der Hass auf die Männer der Kirche. Man droht Ulric und seiner Truppe mit einem grausamen Tod, wenn sie ihrem Glauben nicht abschwören und gerade hier wird "Black Death" sogar richtig heftig. Denn die Dorfbewohner entpuppen sich auch als brutale Folterknechte, denen jedes Mittel Recht ist, um ihr Dorf vor der Pest zu schützen. So wird Ulrics Gruppe nach und nach dezimiert und besonders Osmund wird in Versuchung geführt, denn seine angeblich hat Langiva seine tote Freundin Averill wieder zum Leben erweckt. Doch diese Mischung aus Mysterie und sogar Horror will nicht so recht funktionieren, zumindest zieht uns "Black Death" nur teilweise in seinen Bann. Da hilft auch das fiese Ende nicht weiter.
Die Darsteller machen ihre Sache ganz gut, aber ihren Charakteren mangelt es an Hintergrund. So kann Sean Bean (Die Insel, Sag kein Wort) als Anführer Ulric überzeugen, aber keine richtigen Akzente setzen, dazu ist auch der junge Eddie Redmayne (Powder Blue, Wilde Unschuld) nicht in der Lage.

Wohin "Black Death" eigentlich will, erfährt man erst sehr spät, jedenfalls gefällt der authentische Look und auch die heftige Kritik an der Kirche. Dennoch verliert man zwischendurch gerne mal das Interesse, weil immer wieder Ereignislosigkeit herrscht. Darüber helfen auch diverse Brutalitäten nicht hinweg, obwohl gerade der Ausgang der Geschichte schon eine verstörende Wirkung haben kann. Aber irgendwie ist das Ganze weder Fisch noch Fleisch, aber trotzdem düstere Unterhaltung.


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